Böbingen soll blütenreiche Ortschaft werden

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Schon für die Remstalgartenschau wurden in Böbingen Flächen bereitgestellt, die den Menschen zur Erholung dienen und auf denen sich, so wie auf dieser Wiese, auch die Natur entwickeln kann.

Mit der Anlage von Blühflächen wird nicht nur Insekten eine Heimat geboten, Böbingen könnte auch Punkte auf dem Ökokonto sammeln.

Böbingen

Der Natur etwas zurückzugeben, das hat sich die Gemeinde Böbingen auf die Fahnen geschrieben. Dazu soll nun auch die Anlage von Blühflächen im Ort gehören, die nicht nur das Auge erfreuen, auch die heimischen Insekten sollen sich in Zukunft in Böbingen wohl fühlen.

Dieser Impuls war von der Böbinger Freien Wählervereinigung (FWV) in die Haushaltsberatungen im Gremium eingebracht worden, informierte Böbingens Bürgermeister auf der Gemeinderatssitzung am Montag. Dass dies nicht einfach mit der Aussaat der entsprechenden Blühmischungen getan ist, erklärte Julia Zwick, stellvertretende Leiterin des Landschaftserhaltungsverbands für den Ostalbkreis, dem Böbinger Gemeinderat. Um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, sei eine Einsaat mit gebietsheimischem Saatgut erforderlich.

Die dafür geeigneten Flächen waren im Zuge einer gemeinsamen Begehung mit Bürgermeister Jürgen Stempfle, Julia Zwick, Gemeinderat Manfred Gold und dem Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands, Ralf Worm, ausgewählt worden. 13 geeignete Areale konnten so ausgewählt werden, welche zu Blühflächen entwickelt werden sollen. Das Augenmerk wurde dabei auf eine „standortangepasste Aufwertung“ gelegt, soll heißen, die Saatgutmischungen werden speziell auf die jeweiligen Standorte abgestimmt.

Das Saatgut für den Magerrasen, die Magerwiesen und die reine Blumenwiese wurden vom Landschaftserhaltungsverband als individuelle, standortangepasste Mischungen zusammengestellt. Die Gesamtkosten des Saatguts für rund 25 Quadratmeter Magerrasenmischung, 8500 Quadratmeter Magerwiesenmischung und 150 Quadratmeter reine Blumenmischung belaufen sich auf rund 3630 Euro. Julia Zwick verwies auf die erforderlichen und auch langwierigen Vorarbeiten: Für die Herstellung eines Saatbeets und den späteren Erfolg der Einsaat sei eine gründliche und mehrmalige Bodenvorbereitung mit Fräse und Kreiselegge erforderlich, bei kleineren Flächen müssten hier die Vorarbeiten „von Hand“ erfolgen. Danach könne die Einsaat im Herbst, idealerweise vor einer Regenperiode, erfolgen. Zusammenaddiert mit den Kosten für das Saatgut müsste Böbingen für die Herstellung der Blühflächen mit rund 7430 Euro rechnen. Die Aufwertung der Flächen könne zudem zum Großteil dem kommunalen Ökokonto gutgeschrieben werden.

Auf fraktionsübergreifendes Lob stieß die von den Freien Wählern eingebrachte Idee und die Präsentation der Fachfrau zur Blühwiesenkonzeption, Manfred Gold (SPD/FWV) zeigte sich erfreut, dass nicht die ganze Summe von 15 000 Euro, die im Haushalt bereitgestellt worden sind, benötigt werde.

Es sei durchaus möglich, dass die Flächen zum Deutschen Wandertag im Remstal im kommenden Jahr ihre erste Blütenpracht zeigen, meinte Zwick auf Nachfrage von Otto Betz (SPD/unabhängige Bürger).

Peter Bulling (FWV) sieht die Umsetzung als „zwingend erforderlich“, zeigte sich aber „enttäuscht“, keine Flächen im Norden Böbingens auf dem Plan zu sehen. Weitere, auch größere Flächen stünden im Raum, gerne werden auch zusätzliche Flächen ins Kataster aufgenommen, informierte der Bürgermeister.

Wolfgang Schmid (SPD/unabhängige Bürger) erinnerte an den „Schlittenberg“ bei der Römerhalle und zeigte sich besorgt, dass die frisch angelegten Blühflächen dort durchs winterliche Rodeln zerstört werden könnten. Man werde beim Einsäen das Augenmerk auf die beliebte Rodelbahn legen, um die Winterfreude zu erhalten, antwortete Zwick, die allerdings davor warnte, Imkern die Blühflächen für ihre Zuchtbienen zur Verfügung zu stellen, „Zuchtbienen verdrängen die Wildbienen“.

Die Konzeption soll nach dem Willen des Gremiums in der präsentierten Form umgesetzt werden, weitere zusätzlich gemeldete Flächen sollen auf den „Prüfstand“ gestellt werden.

Kleine Flächen müssen von Hand vorbereitet werden.“

Julia Zwick

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