Böbinger Baugebiet Sommerrain-West ist auf dem Weg

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So könnte die Bebauung „Sommerrain-West“ in Böbingen aussehen. Visualisierung: Immo Lichtenwald, Quelle: Gemeinde Böbingen
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Böbinger Gemeinderat stimmt am Montag mehrheitlich dafür, das Projekt mit vier Mehrfamilienhäusern weiter zu verfolgen. Die geplanten Gebäude seien für die Anlieger „zumutbar.“

Böbingen

Der Bebauungsplan „Sommerain West“ hat am Montagabend in der Römerhalle die nächste Hürde genommen. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für den sogenannten Abwägungsbeschluss.

Um was es geht

Das Grundstück nördlich des Bahnhofs umfasst etwa 0,52 Hektar. Die Wohnungsbaugesellschaft „Immo Lichtenwald“ möchte vier Mehrfamilienhäuser mit 29 Wohnungen bauen. Dagegen hatte sich Widerstand der Anlieger formiert.

Das sagt die Verwaltung

Bürgermeister Jürgen Stempfle betonte, die Gemeinde wolle Bedenken und Widersprüche ernst nehmen. Bei einem Bebauungsplanverfahren gelte es, abzuwägen zwischen den Interessen der direkten Nachbarn und dem „Wohl der Allgemeinheit“, im konkreten Fall Schaffung von Wohnraum in Bahnhofsnähe in verdichteter Bauweise.

Zu allen Punkten, bei denen die Anlieger Bedenken geäußert hätten, also zu Baugrund, Hochwasser, Lärm und Zufahrt, habe die Verwaltung „fundierte Antworten gegeben“. Auch der Projektträger habe bei der Anliegerversammlung am vergangenen Donnerstag „seinen leistungsfähigen Eindruck bestärkt“. Stempfle betonte, die Erschließungskosten seien abgedeckt durch die Grundstückspreise. Außerdem werde die Gemeinde, wenngleich dies nicht Teil des Bebauungsplans sei, in dem Baugebiet „Beherbergung und nicht störendes Gewerbe“ ausschließen sowie vor Baubeginn Beweissicherungen an den Nachbargebäuden und der Straße sowie Erschütterungsmessungen vornehmen. Bezüglich der vom Projektträger vorgelegten Visualisierungen sagte Stempfle, dass auf diesen vielleicht „nicht jede Pflanze am richtigen Ort“ sei. Bezüglich Höhe und Aussehen der Gebäude könne man sich aber ein Bild machen. Nun sei es am Gemeinderat, abzuwägen.

Die Stellungnahmen

Dr. Peter Högerle sprach für die CDU-Fraktion als Ganzes und nannte die Fachgutachten „Leitschnur“ der Entscheidung. Zwar verdiene das Engagement der Anlieger Lob, allerdings hätten hier vor allem Einzelne ihre Interessen formuliert. Die Zukunft sei eben die verdichtete Bauweise. „Ökologisch argumentiert, liegen wir mit dem Geschossbau richtig“, so Högerle. Zentrales Argument sei die Zumutbarkeit für die Anwohner. Diese sei hier gegeben, seine Fraktion werde deshalb zustimmen.

Otto Betz stellte fest, dass sämtliche Fakten auf dem Tisch lägen. Er persönlich könne einige der Bedenken der Anlieger sehr gut verstehen. Und: „Kein Gemeinderat macht es sich hier leicht“, so Betz. Allerdings müsse man die Interessen der Allgemeinheit höher gewichten als die Einzelinteressen. „Sonst können wir kein Baugebiet mehr erschließen.“

Manfred Gold verwies auf die positiven Rückmeldungen sowohl des Naturschutzes als auch des Regionalverbands und des Regierungspräsidiums. Beide Behörden hätten das Vorhaben ausdrücklich begrüßt. Er habe sich „jede Stellungnahme zu Gemüte geführt“, betonte Gold. Die Bebauung sei „zumutbar“.

Gerhard Ziller meinte, im Jahr 2019 sei man angetreten, um Wohnraum zu schaffen für Böbinger Familien und Senioren. Nun aber entstünden nur Mietwohnungen als „Köder für Leute aus dem Stuttgarter Speckgürtel“, es zähle nur noch die „maximale Ausnutzung“ für den Investor und der dörfliche Charakter Böbingens gehe in dem Gebiet verloren. Das grundsätzliche Ja zur Bebauung habe er damals in einem anderen Glauben gegeben, betonte Ziller.

Der Gemeinderat stimmte dem Abwägungsbeschluss mehrheitlich zu, die Gegenstimmen kamen von Gerhard Ziller (Freie Wähler) und Sandra Buck (SPD/Unabhängige Bürger).

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