Böbinger Gemeinderat lehnt Blitzer ab

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Am Böbinger Seniorenzentrum halten sich die meisten Verkehrsteilnehmer an die erlaubten Tempo 30, meinte eine Mehrheit des Gemeinderats. Deshalb lehnte das Gremium es ab, hier einen Antrag auf einen stationären Blitzer zu stellen.
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Warum das Gremium keine stationäre Lasermessanlage an der Landesstraße 1162 beim Seniorenzentrum möchte und was der favorisierte Standort der Verwaltung gewesen wäre.

Böbingen

Hauptsache einen Blitzer im Ort, egal wo? Oder doch lieber ganz drauf verzichten? Dieses Thema beschäftigte den Böbinger Gemeinderat am Montagabend in der Römerhalle.

Der Hintergrund

Wie Bürgermeister Jürgen Stempfle erläutert, habe die Gemeinde im Jahr 2018 ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Ziel: Auf den vielbefahrenen Straßen genau zu ermitteln, welche Fahrzeuge dort mit welcher Geschwindigkeit unterwegs sind. Untersucht wurden die Mögglinger Straße, die Schönharter Straße, die Dr.- Schneider-Straße und die Landesstraße 1162. Vorangegangen waren Beschwerden der Anlieger der L 1162 vom Wohngebiet Bürgle-Strang. Der Gemeinderat beschloss damals, einen Blitzer entlang der L 1162 zu beantragen.

Bestimmte Voraussetzungen

Jürgen Stempfle persönlich favorisierte als Standort an der L 1162 (Rosensteinstraße) die Gegend kurz nach den Parkplätzen am Park am alten Bahndamm Richtung Heubach. Hier verlaufe die Straße auf einem Stück „kerzengerade“ und viele Verkehrsteilnehmer führen hier schneller als die erlaubten 50 km/h, was eben zu dem von den Anwohner kritisierten Lärm führe.

Wenn es nach ihm gegangen wäre, so Stempfle, hätte die Gemeinde versucht, hier einen Blitzer zu bekommen. Problem allerdings: Das Landratsamt habe für die Aufstellung von Blitzern einen exakten Kriterienkatalog. Zum Beispiel, ob an der Stelle oft Fußgänger die Fahrbahn queren, ob es sensible Einrichtungen wie Kindergärten oder Seniorenheime gibt oder ob häufiger Unfälle passieren. All das sei bei dem Stück der Landesstraße nicht der Fall, meint Stempfle. Das Kriterium Lärm reiche nicht aus.

Bei einem Treffen mit Vertretern des Landratsamts hätten diese deutlich gemacht, dass ein Antrag an der Stelle sehr wenig Aussicht auf Erfolg habe. Besser sehe es ein paar Meter ortsauswärts aus, auf Höhe des Seniorenzentrums. Dort seien die Kriterien besser erfüllt, auch wegen der Bushaltestellen, des Zebrastreifens sowie der Kreuzungen Richtungen Oberböbingen und Römerstraße.

Der Gemeinderat sprach sich mit knapper Mehrheit mit sieben zu fünf Stimmen aber dagegen aus, für diesen Standort einen Antrag für einen Blitzer auszuwählen. Tenor im Rat war, dass die erlaubten 30 km/h hier von den allermeisten Verkehrsteilnehmern ohnehin eingehalten würden und kein Unfallschwerpunkt vorliege.

Für Jürgen Stempfle wäre nach wie vor ein Lasermessgerät Richtung Park am alten Bahndamm sinnvoll. Der Bürgermeister bedauert aber: „Das Thema stationäre Blitzer in Böbingen ist erstmal vom Tisch.“

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