Ganz Lautern ist ein Heimatmuseum

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Wäschweiber, Dorfhochzeit und  „Grombiera klauba“: Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900, ein Erlebnis, das viele Besucher anlockt.

Der historische Markt in Lautern lockt Massen an

Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900
Der historische Markt in Lautern versetzt den Ort zurück ins Jahr 1900 © Jan-Philipp Strobel

Heubach-Lautern. Da hatte der Heimat- und Geschichtsverein Lautern mal wieder tüchtig in den Fundus gegriffen um Lautern in ein historisches Dorf zu verwandeln. Menschen in alten Trachten und herrschaftlichen und bäuerlichen Gewändern waren zu beobachten. Ganz Lautern war herbstlich aufgehübscht mit goldenen Garben, ein Marktstand präsentierte die ganze bunte Vielfalt herbstlicher Gemüsegenüsse, die galt es aber zuerst zu ernten. Das mühselige „Grombiera klauba“ konnte live mitgemacht werden.

So bunt und heiter der Markt war, der Broterwerb um 1900 war für die Dorfbewohner nicht einfach. Das goldene Getreide musste gedroschen werden, beim Dreschen mit dem Dreschflegel war Harmonie und Takt angesagt, um die Dreschflegel im Rhythmus auf das Getreide zu schlagen. Erleichterung kam mit motorbetriebenen Dreschmaschinen auf, hoch oben auf dem vollbeladenen Wagen saß eine Magd und „fütterte“ unermüdlich das Maul der Maschine. Das Signalhorn der Feuerwehr tönte durchs Dorf, Wehrleute in Originaluniformen von anno dazumal zogen eine alte Feuerspritze durch „den Flecken“, die Ausrufe des Dorfbüttels gingen immer wieder im Geknatter des Benzwagen Nr.1 von Hans Stock unter.

Kinder zogen durch die Gassen, sangen alte Kinderlieder oder erprobten sich an alten Kinderspielen wie Seilspringen. Ganz Lautern ähnelte einem Heimatmuseum, Regina Kuhn war mit ihrem mobilen Streichelzoo im Leiterwagen unterwegs. Die zwei Perlhühner durften genauso gestreichelt werden wie Esel, Ponys und Geißen.

Das sah richtig gefährlich aus, was bei Sascha Enßles Zimmerei geschah, die Arbeit der Zimmerleute mit dem Breitbeil animierte die Besucher immer wieder zum Ausruf „hack dir nicht ins Bein“. Der Fichtenstamm verwandelte sich unter den wuchtigen, aber passgenauen Beilhieben immer mehr in einen rechteckigen Holzbalken. Nebenan waren Benedikt und Henrick damit beschäftigt, Feuerholz zu spalten, das sei schon eine anstrengende Arbeit, erklären die zwei Jungs. Gegenüber war eine original Schuhmacherwerkstatt aufgebaut, Schuhmacher Lorenz Herzer zog einen ledernen „Rohling“ über den hölzernen Leisten und befestigte das Leder mit Nägeln.

Das Gezeter der Wäschweiber war über den ganzen Verlauf der Lauter zu hören, die Oberwäschweiber Brigitte vom Oberdorf, und Marie-Luise vom Unterdorf hatten nicht nur ihre Wäschweiber fest im Griff, der eine oder andere Eimer Wasser landete „versehentlich“ statt im Kandel auf den Hosenbeinen der Zuschauer, auch der ehemalige Landrat Klaus Pavel kam in den Genuss einer mehr oder weniger freiwilligen „Wäsche“. Die Arbeit am Waschbrett und am Wäschestampfer sei schon anstrengend, meinte die elfjährige Katharina und bläst sich eine Haarsträhne aus der Stirn, das Ergebnis der eifrigen Waschweiber wurde zum Trocknen auf lange Leinen gehängt, der Anblick knöchellanger Leibwäsche sorgte für viel Freude unter den Besuchern.

In Knickerbockern, mit engen Westen oder im Gehrock mit Kummerbund gewandet, spielte eine Abordnung des Musikvereins Lautern unterm Kastanienbaum Ständchen, und unermüdlich stampfte Andreas Wolfert frisch gehobeltes Kraut in einer Krauttonne. Alte Handwerksbetriebe waren in Garagen und Scheunen zu finden, Pferdegespanne zogen wahlweise mit Mist oder Bier beladenen Ladewagen durch die Gassen.

Als Besuchermagnet entpuppte sich der große Hochzeitszug mit Musikkapelle, Brautpaar und einer großen Anzahl an Hochzeitsgästen in historischen Gewändern. Zum großen Hochzeitsfest mit Freigetränken und Tanz „lud“ Ortsvorsteher Bernhard Deiniger alle Anwesenden ein, bevor die Hauptstraße zu einem Ballsaal mit Walzerklängen umgewidmet wurde.

Beim historischen Markt in Lautern.

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