30 Jahre Heubacher Sterbebegleitung

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Mitte März 1992 gründeten Eva Feuerle-Damstra, Ilse Barth und Ingrid Ulrich die Gruppe unter dem Namen „Arbeitskreis Sitzwachengruppe Heubach“.
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Was die Frauen der Hospiz- und Sitzwachengruppe Heubach seit Jahrzehnten leisten und was zum Jubiläum am Donnerstag, 11. August, geplant ist.

Heubach

Für sterbende Menschen da zu sein, dass sie nicht allein sind, wenn sie gehen müssen. Die Angehörigen dabei zu unterstützen, wo immer es nötig und möglich ist. Darum geht es bei der ehrenamtlichen Arbeit der ökumenischen Hospiz- und Sitzwachengruppe Heubach. Und das seit nunmehr 30 Jahren. Am Donnerstag, 11. August, möchte die Gruppe dieses Jubiläum mit einer Feierstunde begehen.

Auf Bedürfnisse eingehen

Mitte März 1992 gründeten Eva Feuerle-Damstra, Ilse Barth und Ingrid Ulrich die Gruppe unter dem Namen „Arbeitskreis Sitzwachengruppe Heubach“. Seit vielen Jahren leitet Sabine Linke die Gruppe. „Wenn uns ein Anruf erreicht, sprechen wir einen Termin zum Gespräch mit den Angehörigen oder der zuständigen Pflegefachkraft ab, um die notwendigen Informationen zu erhalten“, berichtet sie. Die ehrenamtlichen Helferinnen wollen nämlich so gut es eben geht, auf die individuellen Bedürfnissen der zu Begleitenden eingehen. „Manchen brauchen Berührungen, andere eher nicht. Manche brauchen Gespräche, andere wollen lieber schweigen“, erzählt Sabine Linke.

Um herauszufinden, was den Menschen wichtig ist, sei es hilfreich, wenn die Hospiz-Helferinnen nicht zu spät gerufen würden. „Von vielen Angehörigen hören wir: Hätten wir das doch nur früher gewusst“, sagt Sabine Linke. Manche Angehörigen haben noch gar nie von dem Abgebot gehört, andere scheuten sich, „fremde Menschen“ ins Haus zu lassen. Das könne sie nachvollziehen, meint Sabine Linke, die diese Ängste aber gerne nehmen möchte. Schließlich seien sie Helferinnen sehr erfahren und durch Fortbildungskurse sorgfältig auf ihre Aufgaben vorbereitet. Und sie unterlägen der Schweigepflicht. Was sie allerdings nicht könnten: Pflegende Aufgaben übernehmen. Das sei schon rechtlich sehr schwierig, meint Sabine Linke. Aber selbstverständlich gebe es eine enge Zusammenarbeit mit ambulanten und stationären Einrichtungen, zum Beispiel der Sozialstation Rosenstein.

Auch die Corona-Pandemie habe die Hospiz-Arbeit sehr erschwert. Schließlich gehe es hier um Nähe, oft um Körperkontakt. „Wir haben uns immer im Vorfeld mit einem Formular abgesichert“, berichtet Sabine Linke. Und natürlich sämtliche Schutzmaßnahmen eingehalten. „Es war ein Auf und Ab mit Erlaubnis zur Begleitung während der Pandemie“, so Sabine Linke. Viele Menschen mussten so den letzten Weg alleine gehen. „Das hat uns in der Gruppe tief berührt.“

Auch intern habe die Pandemie die Gruppe beeinträchtigt. Im evangelischen Pfarramt habe sei einen Raum angemietet, hier treffen sie sich normalerweise einmal monatlich, immer am zweiten Donnerstag. Das sei nicht mehr möglich gewesen, es habe einmal ein Treffen im Freien gegeben, ansonsten hielten die Frauen vor allem telefonisch Kontakt.

Kostenlos und neutral

Wichtig ist Sabine Linke, zu betonen: Der Hospizdienst erfolgt unabhängig von Alter, Religion oder Nationalität. Und: Er ist kostenlos. 13 Frauen sind derzeit bei der Hospizwache tätig. Sabine Linke selbst kommt von der Altenpflege. So eine berufliche Expertise brauche es aber nicht. „Es ist vielmehr so, dass sich viele Pflegekräfte, die wir auf unsere Arbeit ansprechen, sich nicht auch noch in ihrer Freizeit mit einer solchen Thematik beschäftigen wollen“, sagt Sabine Linke.

Die Hospizarbeit sei nicht immer einfach, das gibt die Leiterin gerne zu. Aber sie selbst erhalte von den Menschen so viel, dass sie die Arbeit machen wolle, bis es ihr nicht mehr möglich sei. Weitere Helfende, gerne auch Männer, seien immer willkommen. ⋌

Kontakt: Sabine Linke, Mobilnummer: 0151-50536819

Konto: „Sitzwachengruppe“, Evangelische Kirchengemeinde Heubach, IBAN DE 32614500500800186650

Jubiläum mit Rückblick und Vortrag

Jubiläum: Die Ökumenische Hospiz- und Sitzwachengruppe wurde im März 1992 gegründet. „Das ist ein Grund, mit Interessierten Rückblick zu halten. Leider war dies coronabedingt im März nicht möglich“, so Sabine Linke. Das möchte die Gruppe am Donnerstag, 11. August, um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Heubach in der Klotzbachstraße 35 nachholen. Die Hygienebestimmungen wegen Corona seien einzuhalten, Gäste sollten geimpft sein, keine Symptome haben und einen und Mund- und Nasenschutz tragen.

Einen Vortrag am Donnerstag, 11. August, hält Dr. Iris Heßelbach. Sie ist Chefärztin des Zentrums für Altersmedizin der Reha GmbH im Ostalb-Klinikum in Aalen. Das Thema ihres Vortrags in Heubach lautet: „ Glück im Alter – trotz Einschränkungen“.

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