Das geht 2022 unterm Rosenstein

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Im Uhrzeigersinn: Bartholomä will die Heubacher Straße sanieren, Heuchlingen das Baugebiet Lindenbrunnen erschließen, Heubach den Radweg nach Lautern ausbauen, Mögglingen wählt einen Bürgermeister, Böbingen feiert 50 Jahre Partnerschaft mit Custines und
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Mehr Kindergartenplätze, Radwege, Baugebiete und eine neue Städtepartnerschaft in Afrika, dazu immer ein offenes Ohr für die Bürger. So wollen die Rosenstein-Gemeinden ins neue Jahr.

Heubach

Projekte, Investitionen, Veranstaltungen: Was haben die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein vor? Die Redaktion hat bei den fünf Bürgermeistern nachgefragt.

Bartholomä:

Der Haushaltsplan 2022 spiegelt größere Investitionen wider, berichtet Thomas Kuhn. Allein an Auszahlungen seien rund 4,2 Millionen Euro vorgesehen. Die Gemeinde wolle in der Digitalisierung vorankommen und den Breitbandausbau forcieren. Ebenso wichtig sei das Infrastrukturprojekt zur Sanierung der Heubacher Straße am Ortseingang von Heubach kommend bis zur Einmündung der Böhmenkircher Straße, mit Kanal- und Wasserleitungserneuerung, Breitbandverlegung und mit Gestaltung des Wohnumfeldes.

„Passend zu unserem Prädikat 'Erholungsort' werden wir die Umsetzung des vom Land geförderten touristischen Konzepts 'Puls 3' – Wandern-Radfahren-Nordic – fortsetzen und im Bereich der Energieeinsparung ist geplant, die Straßenbeleuchtung vollständig auf LED umzurüsten“, so Kuhn.

Zur Sicherung der ärztlichen Versorgung halte der Haushalt Finanzmittel bereit, um neue Räume für eine Arztpraxis und betreutes Wohnen zu sichern. Bei den Kindergärten sei absehbar, dass Raum für eine weitere Gruppe erforderlich werde. Diese Erweiterung wolle die Gemeinde im Jahr 2022 angehen, sofern die Fördermittel vom Land gewährt werden. „Damit liegt ein arbeitsreiches Jahr 2022 vor uns. Wer viel arbeitet, darf auch ordentlich feiern: Dies wollen wir anlässlich des 20-jährigen Bestehens unserer Gemeindepartnerschaft Bartholomä-Casola Valsenio tun: im Juni 2022 sind dazu die Feierlichkeiten in Italien geplant und wir alle hoffen, dass wir mit unseren italienischen Freunden ein großes Fest feiern können“, hofft Kuhn.

Böbingen

„Wir wollen die Corona-Krise bewältigen. Wir halten Impfen und Boostern für einen Schlüssel zum Erfolg und wollen weiter Impftermine in der Römerhalle anbieten, der nächste ist am 7. Januar“, betont Jürgen Stempfle. Nach der Krise wolle die Gemeinde die Vereine unterstützen, die Kulturarbeit im Park anbieten, das 50-jähriges Jubiläum mit der Partnergemeinde Custines feiern und wieder Begegnungen ermöglichen, insbesondere für Senioren. „Die Stärkung der Dorfgemeinschaft steht an oberster Stelle“, bekräftigt Stempfle.

Im Haushalt seien die größten Brocken die Modernisierung des Bildungszentrums für 900 000 Euro, die Gestaltung des Pausenhofs für 720 000 Euro, ein neues Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr mit 412 000 Euro, der Ausbau der Breitbandversorgung mit rund 1,4 Millionen Euro, die Fertigstellung der Fahrzeughalle der Feuerwehr für 160 000 Euro, die Modernisierung der Straßenbeleuchtung für 350 000 Euro, die Modernisierung der Regenüberlaufbecken für 385 000 Euro und neue Brücken an der Rems und beim Gewann Bachäcker für 250 000 Euro.

„Wir beschäftigen uns außerdem intensiv mit der Planung für den Ausbau der B 29 in der Ortslage von Böbingen und wollen uns hier Gedanken machen, wie die Ortsmitte aufgewertet werden kann“, so Stempfle.

Heubach

„Vor jedem neuen Projekt ist die finanzielle Lage zu sondieren – welche Projekte sind denkbar und welche davon sind in welchem zeitlichen Rahmen finanzierbar“, sagt der neue Bürgermeister Dr. Joy Alemazung. Hinsichtlich des Schlosses sei man im kommenden Jahr noch in der Planungsphase. Die baulichen Arbeiten starten erst 2023.

Es gelte, die Digitalisierung in der Schule voranzutreiben sowie den Auftakt zu machen bei „Fairtrade Schulen“ und „Fair Trade Kindergarten“. Das neue „Eltern-Kind-Zentrum Übelmesser“ werde mit dem neuen Kindergartenjahr eröffnet. Hier seien in den nächsten Monaten der Bau fertigzustellen und die pädagogischen Inhalte festzulegen.

Als weiteres Projekt sei die Planung der Umgehungsstraße fortzuführen, dazu gehöre unter anderem der Grunderwerb mit der Festlegung des ökologischen Ausgleichs.

Fertig werden soll die Pfaffenberghalle mit dem Kinderspielplatz in Lautern, darüber hinaus geht's weiter auf dem Triumph-Areal mit Wohnungen, dem Pflegeheim oder dem Edeka-Markt. Einen Fokus möchte Alemazung auf die Verkehrskonzeption in Buch sowie auf die Radwegeplanung Heubach-Lautern legen. „Daneben werden wir, sobald es die Witterung zulässt mit den Tiefbauarbeiten im Baugebiet 'Auhölzle' beginnen, damit dann im kommenden Herbst die ersten Häuslesbauer mit dem Bau ihres Eigenheims starten können.“ Ein weiterer Schwerpunkt werde der Ausbau des Nahwärmenetzes sein. Das Schulzentrum und das Baugebiet „Auhölzle“ werden eingebunden.

Alemazung will zudem die Partnerschaften mit den Städten Laxou und Lauscha wiederbeleben und mit einer afrikanischen Gemeinde eine weitere Partnerschaft anbahnen, zur Auswahl stünden eine Gemeinde in Gambia oder Senegal oder Ruanda.

„Die tägliche Arbeit einer Kommune definiert sich aber nicht nur durch bauliche Großprojekte. Diese sind nur die offensichtlichen Ergebnisse eines längeren Prozesses. Viel wichtiger ist es für den Bürger da zu sein – sei es, diesen in ihren Sorgen zur Seite zu stehen oder auch um Ideen und Vorschläge anzunehmen und deren Realisierung zu prüfen“, so Alemazung.

Heuchlingen

„Veranstaltungsmäßig freuen wir uns in der Gemeinde besonders auf die Jubiläumsfeierlichkeiten des TV Heuchlingen. 1922 gegründet, ist er unser größter Verein mit über 1000 Mitgliedern und damit stolze 100 Jahre jung“, berichtet Peter Lang. Die Leintalschule wurde vor 50 Jahren neu in der Ortsmitte gebaut, zwischenzeitlich mehrmals erweitert und saniert und feiere nun „ Jubiläum.

An baulichen Vorhaben stünden die Fertigstellung der Erschließung im Baugebiet „Lindenbrunnen“ und der Bau des Reservetrinkwasserspeichers samt Druckerhöhungsanlage von den Investitionskosten her im Fokus. „Darüber hinaus machen wir das, was unsere Gemeinde auszeichnet: Wir investieren nicht gebündelt alles auf wenige Vorzeigeprojekte, sondern versuchen unsere Infrastruktur in der Breite gut aufzustellen und entsprechend dem Bedarf gut auszubauen“, betont Lang. Er nennt als Beispiele die Kanalbefahrungen und Kanal-Sanierungen, ein größeres Bündel an Straßen- und Wegeunterhaltungsmaßnahmen, die Sanierung des Wasserwerks „Leinzeller Straße“ 2022 zu planen und 2023 umzusetzen, den Breitbandausbau, Spielgeräte im Außenbereich des Kindergartenneubaus sowie den Medienentwicklungsplan an er Schule umzusetzen und den Mensabetrieb auszudehnen.

Mögglingen

„Wir werden im kommenden Jahr die Planungen für den Feuerwehrhausneubau weiter vorantreiben“, sagt Adrian Schlenker. Außerdem plane die Gemeinde die Errichtung einer provisorischen Kindertageseinrichtung, um die Plätze anbieten zu können, die aktuell fehlten. „Parallel dazu wollen wir mit den Planungen für einen festen Bau beginnen, der dann etwa Mitte/Ende 2024 hoffentlich fertig ist“, so Schlenker.

Im Bereich der Ortskernumgestaltung werde die Gemeinde den Faden, den sie mit dem Architektenwettbewerb begonnen habe, weiterführen, festlegen, mit welchem Planungsbüro sie weiterarbeite, die Planungen fertigstellen und dann mit den Baumaßnahmen beginnen.

Beim Klimaschutz wolle Mögglingen sich eine Art Masterplan geben und prüfen, was in diesem Bereich alles möglich sei, etwa bei Photovoltaik, Heizkonzepten oder beim Wassermanagement. „Außerdem wird Mögglingen einen Bürgermeister für die kommenden acht Jahre wählen, auch eine nicht ganz unwichtige Veranstaltung“, erinnert Schlenker.

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