Diebe zersägen und klauen 15 Baumstämme

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Wolf Noack vom Landratsamt (links) und Revierförster Jörg Hirsch am Tatort im Heubacher Stadtwald.
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Laut Förster „dreister Holzdiebstahl“ im Heubacher Stadtwald beim Bärenberg. Zeugen gesucht.

Heubach. Es müssen Profis gewesen sein, meinen Revierförster Jörg Hirsch und Wolf Noack vom Landratsamt, Dezernat Wald und Forstwirtschaft. Die beiden stehen in einem Teil des Heubacher Stadtwalds, etwa 150 Luftlinie von der Landesstraße zwischen Heubach und Bartholomä, auf einigen Baumstämmen am Wegesrand. Polter nennt der Fachmann diese Holzlager. Bis zum vergangenen Wochenende war der Stapel deutlich größer. Deswegen sind sie heute hier. Sie wollen die Öffentlichkeit informieren und Holzhändler in der Region und darüber hinaus sensibilisieren.

Denn mutmaßlich in der Nacht von Freitag auf Samstag haben Holzdiebe zugeschlagen. Rund 26 Festmeter Fichtenholz haben sie mitgenommen. Das sind 15 Stämme, jeder etwa 19 Meter lang. Noch am Tatort haben die Diebe die Stämme zersägt in vielleicht 60 Einheiten zu je fünf Metern, sagt Förster Hirsch. „Die haben hier bestimmt ein, zwei Stunden richtig schaffen müssen“, ist er überzeugt. Wohl bei Nacht, mit Scheinwerferlicht. Nachdem sie das Holz in Stücke gesägt und das Verkaufslos, also die Kennzeichnung, entfernt haben, luden die Diebe das Holz mit einem Kranarm auf einen sogenannten Kurzholz-Lastwagen, die Spuren sind auf dem jetzt leicht gefrorenen Waldweg noch gut zu erkennen.

Wie die Förster ermittelt haben, waren die Diebe zunächst auf der anderen Straßenseite in einem Privatwald am Bärenberg zugange. Dort kamen sie aber offenbar nicht recht weiter, haben zwar angefangen zu sägen und damit Schaden angerichtet, aber nichts mitgenommen. Dann müssen sie in den Stadtwald weitergezogen sein. Der reine Holzwert beträgt laut Jörg Hirsch rund 2500 Euro, insgesamt sei ein Schaden von 4000 Euro entstanden. Dass im Wald Brennholz gestohlen werde, komme ab und zu zwar vor. Eine solche Aktion haben aber weder Hirsch noch Noack bislang erlebt. „Das ist schon unfassbar dreist“, meinen die Förster. Sie haben den Diebstahl bei der Polizei angezeigt. Sie setzen darauf, dass doch jemand etwas bemerkt haben könnte und vielleicht zunächst gedacht hatte, es gehe alles mit rechten Dingen zu. Und darauf, dass Fuhrleute, Holzhändler und Sägewerke misstrauisch werden, wenn ihnen ungekennzeichnetes Holz unterkommt. David Wagner

Tatort war zwischen Freitag, 15 Uhr, und Samstag, 9 Uhr, das Gewann „Schorren“ im Heubacher Stadtwald, schräg gegenüber des Parkplatzes am Bärenbergweg. Hinweise an die Polizei Heubach, Telefon (07173) 8776.

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