Heubachs Bürgermeisterkandidaten haben Ideen für die Innenstadt

+
Bürgermeisterkandidaten zu Gast beim GHV Heubach. Im Bild (von) links die GHV-Vorstandschaft mit Matthias Hillenb rand, Jan Braun und Ellen Renz. Dann die Kandidaten Christian Joswig, Dr. Joy Alemazung, Jörg Pfisterer und Helmut Dannecker. Nicht im Bild
  • schließen

Gewerbe- und Handelsverein Heubach lädt die Kandidaten ein. Unterschiedliche Ideen, Menschen in die Innenstadt zu locken.

Heubach

Das Patentrezept für die Zukunft der Stadt Heubach hat keiner der Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in der Tasche. Lösungsansätze dafür um so mehr: Das zeigte sich bei der vom Gewerbe- und Handelsverein veranstalteten Gesprächsrunde im Gasthaus „Goldener Hirsch“. Gefragt sind Ideen für mehr Leben in der Innenstadt, für ein attraktives Umfeld, das dem Handel entgegenkommt. Die Kandidaten lassen an diesem Abend ein Heubacher Straßenfest aufleben, könnten sich Heubach-Gutscheine in Zusammenhang mit dem Besuch des künftigen Albturms vorstellen, auch einen Mehrgenerationen-Platz in der Stadtmitte.

Ellen Renz, stellvertretende Vorsitzende des Heubacher GHV und Moderatorin des Abends, konnte neben zahlreichen interessierten Wählerinnen und Wählern Helmut Dannecker, Dr. Joy Alemazung, Jörg Pfisterer, Christian Joswig und Wolfgang Schurr begrüßen.

Heubach ist durch die Nähe zu Gmünd und Aalen im Nachteil.

Karl Grötzinger,, Stellvertretender Bürgermeister

Innenstadtbelebung ist Ellen Renz ein Anliegen. Einzelhandels-Kunden sieht sie eher in größeren Städten mit ausgeprägter (Fach)arztlandschaft. Deshalb seien dort schon am Vormittag mehr Menschen in den Zentren. Hilfreich könnten ein Wochenmarkt sein, vielleicht ein Straßenfest. Eine Studie zur Innenstadtbelebung habe dagegen nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Wichtig sei ein enger Draht zwischen Gewerbe- und Handelsverein zur Stadt und dem Bauamt, von dort erwartet Ellen Renz auch einmal Ideen und Anregungen.

Für Dr. Joy Alemazung liegt der Schlüssel für den Erfolg auch beim Thema Fördertöpfe. Es könne nicht sein, dass man auf ein Straßenfest verzichte, weil der Stadthaushalt mit vielleicht 10 000 Euro belastet werde. „Ich kenne die Zuschusstöpfe“, sagt er und denkt, dass die zu wenig genutzt werden. Unter dem Titel „Agenda 2030“ würden Ökologie und soziale Ideen gefördert. So könne man sich neben dem Straßenfest auch an mehr Fairtrade in der Stadt denken, einen Weltladen mit Hilfe von Zuschüssen etablieren. Im Fall seiner Wahl „werde ich am nächsten Tag und nicht erst nach dem Amtsantritt beginnen, solche Ideen anzugehen“. Karl Grötzinger, stellvertretender Bürgermeister, sieht „Heubach durch die Nähe zu Gmünd und Aalen im Nachteil“. Kaufkraft fließe ab. Da spiele auch das Wir-Gefühl eine Rolle, zu viele Heubacher würden auswärts einkaufen. Außerdem könne die Stadt unterm Rosenstein nicht mit einer größeren Fußgängerzone punkten. „Da müssen wir uns an der eigenen Nase fassen“, meint Helmut Dannecker. Man sollte schon Kinder mit dem Thema Regionalität konfrontieren und damit eine Bindung zur Stadt aufbauen. Wolfgang Schurr möchte beim Lebensmittelhandel ansetzen und das Wir-Gefühl stärken. In den Supermärkten müssten Shops mit Waren örtlicher Bäcker, Metzger oder Gärtner platziert werden, das schaffe Wertschätzung und Wertschöpfung. Den Durchgangsverkehr möchte er dagegen nicht nur negativ sehen. Man werde in Mögglingen erleben, dass Geschäfte schließen, weil der Durchgangsverkehr weg ist. Es sei besser, Kaufkraft abzuschöpfen von Menschen, die durch den Ort fahren und kurz anhalten könnten.

Chancen für den Handel sieht Jörg Pfisterer auf Nachfrage von Jan Braun, dem Vorsitzenden des Gewerbe- und Handelsvereins, wenn man die Möglichkeiten von Präsenzverkauf und Onlineverkauf zusammenführe. Anreize in der Innenstadt zu schaffen gehöre dazu, etwa einen Mehrgenerationenplatz. Das könne die Aufenthaltsqualität stärken und Menschen in die Stadt bringen, weil der Handel gleich daneben ist. Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen, sei nicht einfach, sagt Günther Mühlhäuser und fragt bei Christian Joswig nach Ideen. Der sieht Chancen in einer aktiven Wirtschaftsförderung und in mehr Attraktivität nach außen. Auch das Thema Wohnraum spiele eine Rolle. Man dürfe nicht zu viel Fläche versiegeln, müsse aber auch bei verdichteter Bauweise behutsam vorgehen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen GHV und Stadt ist allen Kandidaten wichtig. Manche outen sich auch als reine Präsenzkäufer, denen es wichtig ist, die Ware in die Hand nehmen zu können.

An diesem Sonntag, 17. Oktober, ist Wahl in Heubach. Sollte es für keinen der Kandidaten zu einer absoluten Mehrheit reichen, gibt es am 31. Oktober eine Nachwahl, bei der die einfache Mehrheit für einen Sieg ausreicht.

Mehr zum Thema:
-Versprechen die Heubacher Kandidaten zu viel?
-Das Heubacher Kandidaten-Schaulaufen, zweiter Teil: in der Pfaffenberghalle in Lautern.
-Kommentar: Kein klarer Favorit in Heubach

Zurück zur Übersicht: Heubach

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare