Hüttenzauber in der Waldschenke auf dem Rosenstein startet wieder

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Waldschenke Rosenstein
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Stephan Mezger ist seit zehn Jahren Wirt der Waldschenke auf dem Rosenstein. Er blickt zurück auf Veränderungen und Höhepunkte und geht auf Kritik an seinen Preisen ein.

Heubach

Leute zusammenbringen, ihnen eine gute Zeit verschaffen, hier und da ein Schwätzle halten und, klar, Geld verdienen. Das ist es, was Stephan Mezger antreibt. „Ich bin schließlich Gastronom“, sagt der 42 Jährige. Und das mit Leib und Seele. „Ich kann mir nicht vorstellen, was anderes zu machen.“ Seit zehn Jahren betreibt er mit seiner Frau Carmen die Waldschenke auf dem Rosenstein. In erster Linie sei das „ein Familiending.“ Gemeinsam halten er, seine Frau, seine Tochter und der Schwiegersohn den Laden am Laufen. Dazu die Küchenhilfen. „Manchmal, wenn der Laden brummt, sind es harte Stunden“, gibt er zu. Aber oft sei es eine tolle Zeit. Sehr gerne denkt er zurück an das Gaststuben-Konzert mit dem Musiker Max Giesinger, ermöglicht durch viele Stimmen von Zuhörern für sein Wirtshaus bei einem Radio-Voting. „Da ging gar nix mehr, es war brechend voll, einfach der Hammer“, meint Mezger und zeigt auf ein großes Foto des Konzerts an der Wand

Wirtshaustradition bis 1895

Brechend voll? Sowas kennt man seit Corona gar nicht mehr. Auch die Waldschenke war und ist betroffen, draußen sieht man von der Sommersaison noch die Absperrbänder, die Pfeile mit der erlaubten Gehrichtung, die Schilder und Warnhinweise. Trotzdem oder gerade deswegen will Mezger in der Wintersaison voll durchstarten, mit einer neuen Ausgabe des „Hüttenzauber“. Livemusik in der Waldschenke mit Bands. Mit 2-G-Regeln, betont Mezger. Man wolle es so sicher wie möglich gestalten, aber eben im wahrsten Sinne des Wortes wieder „Leben in die Bude bringen, den Leuten Lust machen auf Gesellschaft, auf Livemusik, auf die Gastronomie, auf das echte Leben“, meint Mezger. Die Gäste müssen am Fenster ihren Nachweis vorzeigen und bekommen einen Stempel.

Die Wirtshaus-Tradition auf dem Rosenstein ist lang. An der Wand der Waldschenke hängt ein Porträt von Maria Keck, der ersten Wirtin von 1895 bis 1924. Stephans Vater Wilhelm war fast 30 Jahre Waldschenken-Wirt. Stephan hat im Juli 2011 übernommen. Anfangs ging das ordentlich aufs Stimmorgan, weil die Essen durchs Fenster in das Außengelände ausgerufen wurden. „Schnitzel, Schniiiitzel! Wurschdsalat! Wurschdsalaaaaat!!!“ Auch wenn die Mezgers verstehen, dass manche das irgendwie kultig fanden, haben sie auf Funkklingeln umgestellt. Es vibriert und leuchtet beim Gast, wenn sein Essen fertig ist.

Gastronomie hatte es schwer

Was sagt der Wirt denen, die ihm hohe Preise vorwerfen? Viele Leute sähen nicht, was hinter den Kulissen alles zu machen sei. Wenn um 18 Uhr geschlossen werde, hieße das noch lange nicht Feierabend. Das Personal müsse ebenso bezahlt werden wie die Kosten für den Generator und das Wasser im Tank, Anschlüsse dafür gibt es hier oben nämlich nicht, wie Mezger betont. Und: „Alles was hoch kommt, muss auch irgendwie wieder runter, zum Beispiel der Müll oder was im WC ankommt.“ Zudem lege die Waldschenke Wert auf Qualität. Vier Metzgereien habe die Waldschenke sich als Lieferanten „herausgepickt“. Das Essen sei „nichts Industrielles“. Und: Für eine g‘scheite Wurst zahlst eben Geld.“ Dazu kam Corona. „Kein Geld zu verdienen und das Ganze halbwegs zu überstehen, ist leider nicht jedem Gastronomen gelungen“, so Mezger.

Mit der Livemusik haben die Mezgers von Anfang an geliebäugelt. Im Sommer 2012 starteten mit den Mittwochsfesten der Volksmusik. Beim ersten Mal kamen 60 Gäste. Mittlerweile habe sich das Event herumgesprochen, dass Besucher auch aus dem Stuttgarter Raum kämen. Manchmal gäbe es da Parkplatzprobleme, habe ein Polizist ihm berichtet, sagt Stephan Mezger. Aber: „Davon kriegen wir hier an solchen Tagen in der Küche nichts mit.“ Einige Bands sind schon Stammgäste, etwa die Steirer Schwoaba, die den Hüttenzauber am 13. November eröffnen, oder die Goldegg Buam, die den Reigen am 19. März schließen. Für die Musiker wird’s in der Hütte einfacher, für Stimmung zu sorgen, so Mezger. „Wer es draußen fertigbringt, dass die Leute toben, der muss drinnen ja nur einmal über die Gitarre fahren“, meint er und lacht. Und im Gegensatz zu den Open-Air-Veranstaltungen spiele das Wetter keine so große Rolle. Gleichwohl er sich an einen Wintersturm erinnert, der hier oben nicht ganz ohne war. „Da waren draußen und drinnen zwei völlig verschiedene Welten.“ Wer unsicher ist, ob die Veranstaltungen steigen, könne sich telefonisch erkundigen oder auf der Homepage nachsehen, sagt Stephan Mezger und verschwindet wieder in der Küche.

  • Der Hüttenzauber in der Wintersaison
  • Los geht's am Samstag, 13. November, ab 18 Uhr mit den Steirer Schwoaba. Das gesamt Programm sowie die Corona-Regelungen gibt es unter www.waldschenke-rosenstein.de
  • Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Karten für 9 Euro (Abendkasse 10 Euro) gibt es Edeka Donderer in Heubach.
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