Klimawandel braucht Forschung

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Als Vizepräsident des Europaparlaments diskutierte Rainer Wieland am Europatag am Montag mit Zehntklässlern des Rosenstein Gymnasiums.
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Zum Europatag begrüßten die Gymnasiasten in Heubach den Vizepräsidenten des Europaparlaments, Rainer Wieland. Klima und Demokratie thematisiert.

Heubach

Viel Geduld mussten die Zehntklässler in die Aula des Rosenstein Gymnasiums am Montag mitbringen, denn der Gast, Europaparlament-Vizepräsident Rainer Wieland, ließ 40 Minuten auf sich warten. Diese Zeit füllten Bürgermeister Dr. Joy Alemazung und der Abteilungsleiter für Schulentwicklung und gesellschaftswissenschaftliche Fächer, Christoph Huber, aber bestens aus. Nach einer pfiffigen musikalischen Einstimmung durch die Bundessieger beim Jugendwettbewerb „Jugend musiziert“, Felix und Elias Möll, ging der Bürgermeister auf das Thema Rechte und Pflichten ein.

In den Heubacher Gymnasiasten sah Dr. Alemazung „Vorbilder“, die ihre Pflichten nicht vergessen. „Sie sind ZukunftsdienerInnen der Stadt“, beschrieb er deren Engagement, etwa für fairen Handel. Allgemein machte er deutlich: „Wer führt, der dient. denn Führen heißt, nicht zu herrschen“.

Gemeinsam mit Christoph Huber schlug er eine Brücke zum Thema Europatag. Es war der französische Diplomat Robert Schumann, der 1950, fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, die Idee eines geeinten Europas einbrachte, damit es nie wieder einen Krieg in Europa geben würde. Die Frage an die Schüler dazu lautete, was für sie das Wichtigste an Europa sei. Antworten wie „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ oder auch „Gemeinschaft verschiedener Kulturen“ und „Vielfalt“ klangen an. Beim Wort „Demokratie“ griff Huber den aktuellen Ukrainekrieg auf und beschrieb die Wichtigkeit der Demokratie mit dem Kernelement des Friedens.

Ein weiteres genanntes Stichwort war „Freie Meinungsäußerung“. Just da betrat Rainer Wieland die Aula. Der einstige Jurist aus Gerlingen ist seit 1997 Vizepräsident im Europaparlament. Er zeigte sich begeistert über den Meinungsaustausch und knüpfte nahtlos daran an.

Klimakrise im Fokus

Zumindest der erste Part der nun folgenden Fragerunde bezog sich ausschließlich auf den Klimawandel. Mit der Schülerfrage: „Tut Europa genug für den Klimawandel?“, wurde ein großer Reigen an Fragen eröffnet, die sich rund um Energieversorgung, neue Technologien und CO2-Ausstoß drehten. „Wir könnten mehr tun, aber die Aufgabe ist nicht einfach“, räumte der Politiker ein. Er erinnerte daran, dass Deutschland für zwei Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes verantwortlich sei. Ganz Europa stelle sieben Prozent der Weltbevölkerung, stoße aber neun Prozent des CO2 aus. Nach dieser Feststellung machte er jedoch deutlich: „Gäbe es Europa als CO2-Emittenten nicht mehr, wäre noch nichts gewonnen.“

Es gelte, die Transformation zu stimulieren, es brauche Forscher und Wissenschaftler. Biologen, Physiker und Chemiker. Denn es müssten alternative Kraftquellen gefunden werden. Für 100 Prozent E-Autos „sind wir noch nicht gerüstet, die Stromversorgung würde in die Knie gehen“. Aus der Atomkraft sei man seiner Ansicht nach „zu schnell ausgestiegen“. Dadurch habe Europa die höchsten Energiepreise, was Wirtschaft und Einwohner belaste. Es dürfe „keine Denkverbote“ geben, um neue Technologien zur Energieerzeugung zu finden. „Es ist wichtig, zu forschen“. Er habe kein Problem mit „Fridays for Future“, sehe es aber als „keinen schlechten Plan, statt den Demonstrationen die naturwissenschaftlichen Fächer im Unterricht zu besuchen. „Wir müssen die Transformation vorbereiten und für die Akzeptanz die Menschen auf diesem Weg mitnehmen.“

"Wir müssen die Transformation vorbereiten.“

Rainer Wieland, Vizepräsident des Europaparlaments

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