Pächter gesucht: Gasthaus „Lamm“ in Heubach schließt

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Personalmangel führt zur Schließung. Heubacher Hirschbrauerei ist auf der Suche nach Nachfolgern.
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Personalmangel führt zur Schließung. Heubacher Hirschbrauerei ist auf der Suche nach Nachfolgern. Ein Haus mit Geschichte.

Heubach

Es ist nicht die Pandemie, die das Gastwirts-Ehepaar Hans und Lubica Buchmann zum Rückzug aus dem Gasthaus „Lamm“ in der Hauptstraße in Heubach bewegt. „Wir haben Corona überstanden“, sagt Lubica Buchmann. Zu schaffen macht den Gastronomen vielmehr der Personalmangel.

„Mein Mann steht mit einer Hilfskraft alleine in der Küche, oft müssen über Mittag 90 Essen auf den Tisch oder in die Abhol-Verpackung. „Sonntags können das auch mal 150 bis 200 Essen sein“, so Buchmann. „Das kann man auf Dauer nicht schaffen.“ Das gilt umso mehr, als Hans Buchmann inzwischen im Rentenalter angelangt ist. Mit zusätzlichem gelernten Küchenpersonal wäre das anders, dann wäre das zu bewältigen, meint Lubica Buchmann. „Aber so Jemanden zu finden, ist schwierig, sonntags will doch keiner mehr schaffen“, sagt sie.

Bis Sommer war das auch kein Thema, weil der Sohn, gelernter Koch, mit im Betrieb war. Er habe sich aber entschlossen, sich mit seiner Frau in der Slowakei niederzulassen. „Er will dort in der Gastronomie tätig sein“, betont die langjährige Wirtin des „Lamm“. Sie selbst ist für den Service zuständig. „Ich mag diese Arbeit sehr gerne, bin gerne Bedienung und rede mit den Leuten.“ Aber die Freizeit leide schon unter dem Beruf. Man müsse ja neben Küche und Service auch die ganzen Büroarbeiten erledigen, sich um Steuer und Rechnungen kümmern. Dazu komme der Einkauf, für den man an Öffnungstagen keine Zeit habe. Das alles sei an den Ruhetagen am Montag und Dienstag zu erledigen.

Mehr Zeit für die Familie

Bald bleibt mehr Zeit für die Familie. „Wir sind nächste Woche noch gut beschäftigt“, sagt Lubica Buchmann. Dann endet der Betrieb im „Lamm“ erst einmal. Das „Lamm“ mit seiner traditionellen deutschen Küche musste sich in der Corona-Pandemie wie alle anderen Gastronomiebetriebe einschränken. Mit warmen Gerichten „to go“, die von Freitag bis Sonntag angeboten werden, haben sich die Buchmanns über Wasser gehalten.

Klagen wollte Hans Buchmann auch damals nicht, „andere Betriebe hat die Pandemie noch viel schlimmer getroffen“, meinte er vergangenes Jahr im Blick auf Schaustellerbetriebe oder kleine Familienzirkusse. Die Suche läuft. Wie lange das „Lamm“ geschlossen bleibt, das hängt vom Erfolg bei der Suche nach einer Nachfolge ab. Das Gasthaus ist im Eigentum der Heubacher Hirsch Brauerei. Geschäftsführender Gesellschafter Alexander Caliz bestätigt die Suche nach einer Pächterin oder einem Pächter. „Unser Ziel ist es, dort wieder eine bürgerliche Gastronomie zu etablieren“, sagt er und weiß, „dass das in den vergangenen Jahren nicht einfach war, passende Interessenten zu finden“. Und nach Corona sei das gleich zweimal schwierig.

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