Realschule ist nun Fairtrade-Schule

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Da applaudieren sogar die Schüler: Die Heubacher Realschule ist im Rahmen eines kleinen Festakts in der Aula von Raquel Dischinger als „Fairtrade-School“ ausgezeichnet worden. Foto: Tom
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Als erste Schule in Heubach und als erst vierte im Ostalbkreis erhält die Heubacher Realschule diese Auszeichnung. Bei einem Festakt bekam die Schulgemeinschaft das Siegel verliehen.

Heubach

Als erste Schule der Stadt wurde die Heubacher Realschule als „Fairtrade-School“ ausgezeichnet. Vor allen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften überreichte Raquel Dischinger am Freitagmittag die Auszeichnung in der Aula der Schule.

„Damit seid ihr die 868. Schule in ganz Deutschland, die das Siegel erhält“, erzählte die Mitarbeiterin der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg, „darauf könnt ihr stolz sein“. Im ganzen Ostalbkreis gibt es nur drei weitere Fairtrade-Schulen, in Baden-Württemberg 146.

Die Stiftung zeichne seit 2014 Schulen aus, die sich aktiv für fair produzierte und gehandelten Produkte einsetzen. „In den vergangenen Monaten gab es in den großen Pausen immer wieder solche Verkaufsstände“, erklärte Schulleiterin Gabriele Straubmüller und zeigte auf einen Tisch, auf dem sich Kakao, Schokolade und Gummibärchen stapelten.

„Jeder kann etwas bewirken“

Schülersprecher Philipp Schummer ergänzte, dass ein Team aus Schulleitung, Lehrkräften, Eltern und Schülern mit dem Projekt im Februar 2022 gestartet habe. Zuvor sei fairer Handel im Religionsunterricht behandelt worden: „Was das ist, und was die Vorteile und Nachteile sind.“ Er erwähnte auch, dass während der Fastenzeit und der Adventszeit besonders viel verkauft wurde. „Vom Überschuss haben wir eine Schulbank in Togo gekauft“, sagte der Schülersprecher.

Schulleiterin Straubmüller betonte, dass die Schule mit diesen Aktionen über den „Tellerrand Heubachs“ hinausschauen wolle. „Wir wollen uns als Teil der globalen Welt verstehen.“ Jeder, ob alt oder jung, könne etwas bewirken, damit mehr Gerechtigkeit in diese Welt kommt. Deswegen gehöre für sie dazu, dass nicht nur faire Produkte verkauft würden: „Sondern, dass wir auch informieren, wie die Menschen leben und unter welchen Bedingungen sie arbeiten.“

Genau diese Zusammenhänge zu verstehen, sei ein wichtiges Ziel der Kampagne, bestätigte Raquel Dischinger. „Unser ganzes Handeln hat Auswirkungen darauf, wie Menschen leben“, gab sie den Schülerinnen und Schülern mit. Bestes Beispiel sei die Mode: Während man bei Kaffee und Kakao schnell verstehe, dass diese von weit weg stammen, sei das bei Kleidung weniger schnell ersichtlich. „Doch so eine Jeans legt gut 500 000 Kilometer zurück, bis sie bei uns im Laden hängt.“ Faire Mode sei ein Projekt, für das die Stiftung Workshops anbietet und werben möchte.

„Darüber haben wir auch schon nachgedacht, vielleicht machen wir etwas dazu“, nahm Hans Wasserer das Thema auf. Der Lehrer leitet das Projektteam zusammen mit Schülersprecher Philipp Schummer und bedankte sich ausdrücklich bei allen Schülerinnen und Schülern für ihr „herausragendes Engagement“.

Auch Bürgermeister Joy Alemazung zeigte sich stolz: „Ich bin sehr begeistert von eurem Projekt.“ Vorbildlich sei die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Schülern. „Denn so eine Arbeit kann man nur gemeinsam stemmen.“ Auch für die Stadt Heubach würden Nachhaltigkeitsthemen eine wichtige Rolle spielen. „Ihr seid hier Vorbild“, lobte Alemazung die Jungen und Mädchen. Der Bürgermeister sei sich sicher, dass die Schule auch in zwei Jahren Erfolg hat. Dann prüft die Stiftung nach, ob die Fairtrade-Ziele weiterhin gelten.

Damit das auch gelinge, warb Lehrer Wasserer um weitere Mitstreiter für die Projektgruppe der Schule. „Am 14. Februar findet unser nächstes Treffen statt.“ Dann würden die jetzigen Abschlussschüler schon nicht mehr dabei sein: „Also brauchen wir wieder neue Leute, die etwas reißen wollen.“

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