Kein Recht auf einen Klinikplatz

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Der ASHA-Helferkreis aus Heuchlingen unterstützt die Ärmsten der Armen in Indien. Seit 30 Jahren steht Erika Waidmann an der Spitze.

Heuchlingen

Im kleinen Kreis starteten vor 30 Jahren Erika Waidmann und befreundete Familien, im ärmsten Bundesland Indiens, Bihar, den katholischen Missionaren unter die Arme zu greifen. Grund: Wer in einer niederen Kaste ist, oder gar kastenlos, der erhält keinerlei Unterstützung vom Staat. „Da hat man nicht einmal ein recht auf einen Klinikplatz“, beschreibt Erika Waidmann. Oder Schulbildung. „Das kann man sich hier einfach nicht vorstellen“, beschreibt sie, dass mancher einen 50-Kilometer-Fußmarsch auf sich nimmt, um doch in der nächsten Klinik eine Behandlung zu erhalten.

Keine Erlöse wegen Corona

Auf diese menschenunwürdigen Umstände hatte einst der indische Pater Philip die Heuchlingerin aufmerksam gemacht. Als dieser starb, wurde der Verein ASHA-Helferkreis Heuchlingen aus der Taufe gehoben. Fortan war der Erzbischof in Indien Ansprechpartner. Doch zu Zeiten der Pandemie kann keine Kirbe in der Gemeindehalle angeboten werden, wo es traditionell schwäbisch-indische Küche gibt. Somit gibt’s keine Erlöse, die den indischen Kindern und ihrer Bildung zugutekommen. „Aber uns erreichten Hilferufe aus Indien. Wir wollten dennoch etwas tun“, erinnert sich Erika Waidmann. „Es geht wirklich um die Ärmsten der Armen“, betont sie.

Doch durch Corona sind Schulen und Hostels geschlossen. Kontakt besteht jedoch zur Ordensschwester Theresita, die auch Ärztin ist. Mit Spendengeldern wurde von ihr eine Krankenstation aufgebaut und sie kümmert sich um die Vorsorge der Inder in Bihar. „Sie verteilt Fieberthermometer, päppelt mit Medikamenten, meist immunsystemstärkende Mittel auf, und vieles mehr“, erklärt die zweite Vorsitzende von ASHA, Andrea Klingenmaier. Die Medizinerin war selbst an Covid erkrankt und kümmert sich um Aufklärung. Zudem gibt es eine Nachsorge nach Covid. Und so unterstützt ASHA (Indisch für Hoffnung) diese neuen Einrichtungen.

Wie aber kann man in Zeiten von Kontaktbeschränkungen Spenden generieren? Da kam die Idee: Es wurden 300 Portionen Reis und indisches Curry abgefüllt und „to go“ angeboten. „Das klappte super, wir haben jeweils Abholtermine vergeben“, berichtet Klingenmaier. Weiter, wurde im September an einem Marktstand Reis Berjany im Glas abgegeben. „Und um 10 Uhr waren wir ausverkauft“, freut sich Erika Waidmann. Bereits im April wurden hunderte Masken genäht. „Wir drehten ein Video, wie es geht und versandten es an unsere Mitglieder“, schildert Andrea Klingenmaier. Stoffe und Gummibänder waren gespendet worden. „Das ist das, was ASHA ausmacht“, freut sich Waidmann über den engen Zusammenhalt der rund 90 Mitglieder. „Alle helfen zusammen, jeder macht das, was er kann.“

Aktuell gibt es „Überlebensgeschenke“, die bei der Bäckerei Klingenmaier, der Parler Apotheke in Schwäbisch Gmünd, im Landhotel Wental oder in der Stadtapotheke Heubach erhältlich sind. Hier haben die ASHA-Mitglieder kleine Präsente zusammengestellt. Etwa ein Teelicht mit einem Hoffnungstext, oder gehäkelte Maikäfer und gebastelte Papierherzen mit Blumensamen. Der Erlös geht stets nach Indien. Ach ja, vor Weihnachten 2020 wurden Hoffnungsgeschenke vorbereitet. Hier handelte es sich um mit selbstgemachter Marmelade oder mit Chutney gefüllte Gläser. Verbunden mit diesen Körbchen war auch eine Monatspatenschaft für ein indisches Kind. „Wir reden hier von 15 Euro.“ Dass das Geld auch wirklich bei den Richtigen ankommt, dafür garantiert das enge Netzwerk zum Erzbischof, zu Pater Amal Raj und zu den Ordensschwestern in Bihar. Auch zu Zeiten der Pandemie ist man in engem Kontakt, dank Internet.

Infos unter www.asha-hoffnung-heuchlinger-helferkreis.de

Spendenkonto: Raiba Rosenstein DE74613617220083001000, KSK Ostalb: DE36614500500800228288.

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