Katholisches Gotteshaus stabilisiert

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Begutachten den Baufortschritt (von links): Architekt Dieter Haas, Pfarrer Bernhard Weiß, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats Armin Duschek und Kirchenpflegerin Tatjana Palder.
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Warum die Kirche St. Bartholomäus seit Februar geschlossen ist, was im Inneren vor sich geht und wie lange die Gläubigen sich noch gedulden müssen.

Bartholomä

Das Schild an der Kirchentür ist unmissverständlich: derzeit geschlossen, Betreten der Baustelle verboten. Am Dienstag macht Pfarrer Bernhard Weiß eine Ausnahme. Im Inneren der katholischen Kirche St. Bartholomäus sind die Bänke abmontiert und in der Mitte des Raumes aufgestapelt. Die Orgel ist unter einer Schutzfolie verpackt. Aus den Wänden hängen Kabel. Ganz klar: Hier ist Baustelle.

Was wurde gemacht?

Grundsätzlich ging es vor allem darum, die Stuckdecke zu sichern und somit die sogenannte Raumschale zu erneuern. Architekt Dieter Haas erläutert, dass bereits im Jahr 2018 bemerkt wurde, dass stellenweise Putz abbröckelte.

Zunächst wurden die gefährlichsten Stellen provisorisch gesichert und abgestützt. Seit 1. Februar diesen Jahres ist nun die Kirche nur für Bauarbeiter geöffnet. Die Gemälde an den Decken, die aus dem Jahr 1929 stammen, hat die Restauratorfirma Kopp erneuert, die jüngst auch in der Kirche Mariä Himmelfahrt in Lautern gearbeitet hat. Pfarrer Bernhard Weiß deutet nach oben an die Decke und nickt. „Das blaue Gewand von Cäcilia leuchtet jetzt regelrecht“, lobt er.

Wenn man schon mal die Handwerker im Haus hat, berichtet Pfarrer Weiß, habe die Kirchengemeinde auch gleich die Elektrik erneuern lassen, also neue Lautsprecher und neue, dimmbare Beleuchtung. Außerdem wird der Holzboden abgeschliffen und neu versiegelt. Erst danach werden die Holzbänke wieder an ihre angestammten Plätze montiert.

Kosten und Zeitplan

Die Stabilisierung der Raumschale kostet nach Angaben des Architekten Dieter Haas rund 230 000 Euro. Bis Mitte Juni soll alles fertig sein. „Kein Vergleich zu der umfassenden Sanierung, die wir jetzt in Lautern hatten“, bemerkt Pfarrer Weiß. Die Kirchengemeinde habe von der Diözese „große Unterstützung“ erhalten, sie übernehme den Großteil der Kosten.

Wie liefen die Arbeiten?

„Eigentlich gibt es keine bessere Zeit als jetzt, um eine Kirche zu sanieren“, meint Pfarrer Bernhard Weiß. Schließlich sei wegen Corona ohnehin fast alles abgesagt. Bei besonderen Gottesdiensten, etwa an Ostern, konnten die Gläubigen in die Trauerhalle am Friedhof oder auch in die evangelische Kirche ausweichen.

„Das ging problemlos“, meint der Pfarrer aus Bartholomä, dem die einzigartige Stimmung am Ostersonntag in der Aussegnungshalle in Erinnerung geblieben ist. Trotzdem freut er sich darauf, die Gläubigen wieder in ihrer Kirche willkommen zu heißen. Oder in der angebauten Theresienkapelle, einem ganz besonders wunderbaren Kleinod, wie Pfarrer Weiß findet.

Die Sanierung jedenfalls sei einwandfrei gelaufen, betont Architekt Dieter Haas: „Die Zusammenarbeit mit der Diözese und dem Kirchengemeinderat war sehr gut, die Abstimmung hat gepasst und es gab keine Verzögerungen.“ Pfarrer Bernhard Weiß sei ja schließlich auch „ein alter Hase“. Der bestätigt lachend: „Das ist nicht die erste Kirchensanierung, bei der ich dabei bin.“

Trotz der Diözesenbeteiligung ist die Kirchengemeinde dankbar über Spenden. „Die Kontonummer kann ich auswendig“, sagt Kirchenpflegerin Tatjana Palder. Sie diktiert:

Spendenkonto Katholische Kirchengemeinde Bartholomä: DE31 613617 220065528 000

Die katholische Kirche in Bartholomä:

Rein evangelisch, so präsentierte sich Bartholomä seit dem Dreißigjährigen Krieg 1648. Erst nach und nach siedelten sich auch wieder Katholiken an. Zunächst war der nächste katholische Pfarrer in Lautern, der seine „Schäfchen“ nur in Absprache mit seinem evangelischen Amtskollegen aufsuchen durfte.

Anfang der 1760er-Jahre regte Antonius Schedel, Dekan des Landkapitels Gmünd und Schechinger Pfarrer, an, für die Katholiken eine eigene Kirche zu bauen. Dies geschah im Außengehöft Möhnhof, weil dieser zu Gmünd gehörte und von der Reformation nicht betroffen war.

Nachdem die Katholiken in den Jahren nach 1800 zur Mehrheit in Bartholomä wurden, wuchs der Wunsch nach einem neuen Gotteshaus. Dies wurde im Jahr 1839/40 verwirklicht. Die Kirche brannte im Jahr 1865 ab. Der Wiederaufbau schritt zügig voran, so dass bereits im Jahr 1871 der Neubau eingeweiht wurde. 1929 wurde der Altarraum, die Seitenkapelle, die Sakristei und der Turm angebaut. Die letzte größere Sanierung war im Jahr 1995.

Die katholische Kirchengemeinde Bartholomä hat laut Pfarrer Bernhard Weiß derzeit rund 1000 Mitglieder.

Quelle: Carsten Weber, Katholische Kirchengemeinde

Frische Farben an den Deckengemälden.
Nach der Auffrischung des Bodens werden die Bänke gesetzt.

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