Ärzteteam legt im September los

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Hier werden wohl ab Oktober Patienten empfangen; Bürgermeister Adrian Schlenker in den umgebauten Räumen der ehemaligen Praxis von Dr. Herbst in der Bahnhofstraße 21.
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Mögglingens Bürgermeister Adrian Schlenker führt die Gmünder Tagespost durch die Räumlichkeiten

Mögglingen. In der ehemaligen Praxis Dr. Herbst in der Bahnhofstraße 21 sollen bald die jungen Ärzte Janja Jerak und Julian Seitzer praktizieren. Und zwar unter dem Dach eines Medizinischen Versorgungszentrums“ (MVZ), das die Gemeinde selbst als GmbH betreibt. Bürgermeister Adrian Schlenker hat die Gmünder Tagespost durch die noch leeren Räume geführt.

Herr Schlenker, warum braucht Mögglingen ein MVZ?

Adrian Schlenker: Unser Hauptziel ist es, die ärztliche Versorgung zu garantieren. Dazu gibt es, zumindest theoretisch, verschiedene Möglichkeiten. An dem Wichtigsten, den Ärzten, die bereit sind, hier zu praktizieren, ist es bislang gescheitert.

Warum?

Das haben wir uns auch gefragt. Wir haben viele Gespräche geführt, Kontakte geknüpft, kamen hier und da sogar ein bisschen weiter. Aber letztlich, aus verschiedenen Gründen, haben alle immer abgesagt.

Was waren das für Gründe?

Vor allem zwei: Keiner der Ärzte wollte die Verantwortung als selbstständig Praktizierender alleine übernehmen und keiner wollte sich die zusätzliche die Bürokratie und Verwaltungsarbeit aufhalsen. Da haben wir nach Wegen gesucht, wie es trotzdem klappen kann.

Und mit der MVZ klappt‘s?

Ich denke, ja. Auch wenn da ganz schön viele Vorarbeit nötig war. Ich habe in meinen knapp acht Jahren als Mögglinger Bürgermeister einige größere Projekte begleitet, das hier aber ist mit Abstand das aufwendigste.

Warum?

Weil viel Papierkram und viel Überzeugungsarbeit nötig waren. Vorteil der GmbH ist, dass wir als Gemeinde zu 100 Prozent Eigentümer sind und den Hut aufhaben. Und einen Teil der Verwaltungsarbeit lagern wir an einen externen Geschäftsführer aus. In einer GmbH müssen aber wir als Gemeinde eine sogenannte schutzschuldnerische Bürgschaft aufnehmen, was laut Kommunalrecht eigentlich nicht erlaubt ist. Da hatten wir lange Verhandlungen mit dem Landratsamt. Letztlich haben wir aber mit unserem Konzept überzeugt. In Baden-Württemberg gibt es seit Oktober erst in Bad Säckingen ein solches MVZ. Die schreiben schwarze Zahlen. Das stimmt mich zuversichtlich.

Zwei Ärzte alleine reichen ja nicht. Wie sieht's mit dem Personal aus?

Prima. Wir hatten ein sehr gutes Bewerberfeld und haben uns für fünf Mitarbeitende entschieden, eine Vollzeitkraft und vier in Teilzeit.

Was wurde umgebaut?

Es gibt eine neue Elektrik, neue Böden, neue Sanitäranlagen, teilweise neue Türen und eine neue Raumaufteilung. Wir sind hier als Gemeinde in Vorleistung gegangen, die Kosten betragen rund 75 000 Euro. Grob gesagt sind es künftig drei Teile in der Praxis, links die Patienten mit Wartezimmer und Toiletten, in der Mitte die Arzthelferinnen mit Empfang und EDV, rechts die Sprech- und Behandlungszimmer der Ärzte.

Wann soll es losgehen?

Als letzter Schritt muss die Kassenärztliche Vereinigung das MVZ förmlich zulassen, wir gehen davon aus, dass dies am 8. September geschieht. Danach wollen wir dem Praxisteam zwei, drei Wochen geben, um sich einzugrooven. Der richtige Betrieb mit Patienten wird wohl Anfang Oktober starten. Wichtig ist aber: Wer derzeit keinen Hausarzt hat und befürchtet, nirgendwo unterzukommen, kann seine Krankenakten gerne schon Anfang September vorbeibringen.

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