Blöde Tonart, tolles Konzert

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Eine LKW-Ladefläche als Bühne, die Zuschauer mit Regenausrüstung, aber zwei erstklassige Musiker: Am Konzert des Gitarrenduos „Beidsaitig“ hatte das Mögglinger Publikum seine Freude.
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Zum Auftakt des kleinen Kultursommers des Liederkranz Mögglingen brilliert das Gitarrenduo „Beidsaitig“ und sorgt für ein begeistertes Publikum.

Mögglingen

Optimal für ein Open-Air-Konzert war das Wetter nicht beim Konzert des kleinen Kultursommers am Mögglinger Jugendtreff JUCA am Samstag. Mit dem Gitarrenduo „Beidsaitig“, das sind Tobias Knecht und Andreas Franzmann, hatte der Liederkranz Mögglingen zwei Virtuosen fürs Eröffnungsprogramm des Kultursommers geholt. Die Besucher ließen sich vom launischen Wetter nicht abschrecken, Regenschirme und wasserdichte Ponchos hatten die meisten Zuhörer im Gepäck.

Und das wurde zumindest vor Beginn der Veranstaltung benötigt. Andreas Franzmanns Ansage, der Regen würde in zehn Minuten enden, stimmte perfekt. Mit etwas Verspätung schwang sich das Duo auf die Bühne, die auf der Ladefläche eines LKW aufgebaut war. Der erste Applaus wurde vom Duo erfreut in Empfang genommen - „tut das gut nach einem Jahr Bühnenabstinenz“.

„Letztes Jahr nur etwas geübt“

Die große Fingerfertigkeit von Knecht und Franzmann strafte die Aussage „Wir haben im vergangenen Jahr nur etwas geübt“ Lügen. Auch die sich nicht mehr schließenden Finger von Tobias, bedingt durch die vorangegangene einseitige Tätigkeit beim Bau seines Hauses, taten der Virtuosität keinen Abbruch. Kleine Pannen erhöhten das Vergnügen beim Publikum, während Tobias Knecht nach Batterien für seine Gitarre suchte, gab's ein kleines Percussionsolo von Andreas Franzmann.

Warum er beim Komponieren von „El andaluze“ mit cis-Moll die „blödeste Tonart für Gitarren“ gewählt hat, kann er auch nicht mehr sagen, die Zuhörer überzeugte das Stück auch so. Eine Freude war es zu beobachten, mit welcher Spielfreude das Duo auftritt, dazu gab es leichte Plaudereien, die immer wieder einen Blick in das Knechtsche und Franzmannsche Familienleben freigaben. Am Ende gingen rund 80 Musikliebhaber mit dem Wissen heim, dass es Franzmann noch nicht geschafft, hat das „System“ des Spülmaschineneinräumens durchschaut zu haben.

Trompetenecho auf der Gitarre

Franzmann und Knecht haben gemeinsam am Münchner Gitarren-Institut studiert, aus dem „gemeinsamen Üben“ heraus entstand das Duo „Beidsaitig“. Mitreißende Gitarrenriffs aus Filmmusik, Rock und Pop trafen am JUCA auf spanische Klänge und Balladen, mit dem „Trompetenecho“ gab es sogar alpenländische Klänge zu hören, was bei den Gästen richtig gut ankam.

Mit dem hoffnungsvollen „Summer dreaming“ ging es in die Pause, mit „Here comes the sun“ startete das Duo anschließend den Versuch, die drohenden Wolken zu vertreiben. Kaum ein Titel wurde im Original gespielt, die eigenen Interpretationen des Duos machten jedes Musikstück zu etwas Besonderem, Und trotz der Ansage von Franzmann, seine Plektren – die Gitarrenplättchen - würden mit zunehmendem Alter immer größer, gingen den beiden die Finger mit rasender Geschwindigkeit über die Saiten.

Geht sogar vierhändig

Übrigens, Gitarrespielen geht auch vierhändig, diese Fähigkeit sei in den „schweren“ Zeiten entstanden, in denen Franzmann und Knecht nur ein Instrument gemeinsam hatten.

Tut das gut nach einem Jahr Bühnenabstinenz.“

Tobias Knecht und

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