Duell ums Mögglinger Rathaus

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Präsentierten sich den Bürgerinnen und Bürgern und stellten sich danach mehr als eine Stunde ihren Fragen: Amtsinhaber Adrian Schlenker (links) und Herausforderer Jürgen Deininger bei der Kandidatenvorstellung in der Mackilohalle in Mögglingen am Donners
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Amtsinhaber Adrian Schlenker und Herausforderer Jürgen Deininger präsentieren sich am Donnerstagabend in der coronakonform besetzten Mackilohalle den Bürgerinnen und Bürgern.

Mögglingen

Wer die Wahl hat, hat die Qual, meinte die stellvertretende Bürgermeisterin Irmgard Sehner am Donnerstagabend in der Mackilohalle. Damit diese Qual nicht ganz so schlimm ausfalle, so Sehner, stellten sich die beiden Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters an diesem Abend den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. 15 Minuten hatten sowohl Amtsinhaber Arian Schlenker als auch Herausforderer Jürgen Deininger. Danach gab es eine „Fragestunde“, die allerdings deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm.

Adrian Schlenker

Der Amtsinhaber sagte, er wolle ein Auge werfen auf die Erfolge der Vergangenheit und damit auch auf die Art, wie er arbeite und was ihm wichtig sei, und auf künftige Projekte. Er erinnerte an das neue Baugebiet „Im Hardt“. Rund eineinhalb Jahre habe er mit Grundstückseigentümern verhandelt und schließlich „mit Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit“ das Ziel erreicht. Weiterer Wohnraum werde geschaffen mit dem Wohngebiet „Hofacker“. Das „Null-Energie-Quartier“ soll durch Geothermie und Photovoltaik einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn weiter auf der „grünen Wiese“ zu bauen, sei unmöglich, vielmehr müsse die Gemeinde die Themen Umwelt-, Klima- und Artenschutz ernst nehmen. Dazu werde der Gemeinderat ein Klimaschutzkonzept erarbeiten.

Beim Thema Kinderbetreuung betonte er das „Spatzennest“ und den Naturkindergarten und leistete „Abbitte“ bei Gemeinderätin Annette Jäger, die ihm das Konzept Naturkindi lange habe schmackhaft machen müssen. Der Erfolg des Naturkindergartens gebe ihr recht, so Schlenker. Weil der Bedarf aber noch immer nicht gedeckt sei, gebe es zwei Ziele: den kurzfristigen Bedarf über ein Provisorium zu decken, und eine dauerhafte Einrichtung ab 2024/25.

Sehr wichtig sei ihm auch das Ehrenamt, betonte Schlenker. Zum einen in Form des Vereinslebens: Die Gemeinde habe in den vergangenen acht Jahren „zahlreiche Anstrengungen unternommen, um die Verein zu fördern“. Schlenker nannte zum Beispiel die Sanierung der Mackilohalle oder verschiedene Grundstückskäufe durch die Gemeinde, um etwa dem Reit- oder dem Tennisverein ihre Grundstücke zu erhalten. Zudem habe er sich zur Verfügung gestellt, als die MAG ohne Vorsitz dastand. „So konnte die MAG weiterbestehen“, sagte Schlenker. Darüber hinaus gebe es unzähliges ehrenamtliches Engagement auch ohne die Anbindung an Vereine. Auch dies wolle er weiter unterstützen.

Größte Herausforderung sei für Schlenker die Sicherung der Ärzteversorgung. Durch das gemeindeeigene Medizinische Versorgungszentrum sei das gelungen. Als erst zweites kommunales MVZ in ganz Baden-Württemberg sei dies echte „Pionierarbeit“, meinte Schlenker.

Jürgen Deininger

Der Name der Veranstaltung „Kandidatenvorstellung“ gefalle ihm nicht, so Jürgen Deininger. Schließlich gehe es nicht um die Kandidaten, sondern um die Bürgerinnen und Bürger und die Zukunft Mögglingens. „Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen“, zitierte Deininger und blickte auf die Geschichte der Gemeinde zurück. Auf den Alemannenfürsten Mackilo, Namensgeber für die Halle. Auf die „schwierigen Zeiten“ Ende der 1970er-Jahre, als die Gemeinde zahlungsunfähig war. Schön hingegen sei die Gartenschau 2019 gewesen, und zwar wegen des Engagements der Bürgerinnen und Bürger. „Wir Mögglinger können stolz sein auf unsere Bürger, Gruppen, Vereine“, so Deininger. Sie würden auch die Zukunft der Gemeinde prägen.

Deininger berichtete, er sei 1956 in Mögglingen geboren und hier aufgewachsen. „Ich bin ein waschechter Mögglinger, und darauf bin ich stolz“, betonte er. Seit fast 20 Jahren sei er unter anderem als Gemeinderat kommunalpolitisch aktiv. Sich für das Bürgermeisteramt zu bewerben, sei da „ein logischer Schritt“. Diesen Gedanken habe er schon vor acht Jahren gehabt, so Deininger. Neben den auch von Schlenker erwähnten Zukunftsprojekten Feuerwehrhaus, Kindergarten und Ortskernsanierung seien ihm unter anderem wichtig: die Digitalisierung der Schule, die Sanierung des Kleinspielfelds und des Rasenplatzes, der Hochwasserschutz oder der Umbau des Pflegeheims. Die Finanzierung alle dessen sei aber „eine Herausforderung“.

Deininger betonte, er möchte „ein Mögglingen für alle, in dem keiner ausgegrenzt wird und alle an einem Strang ziehen und in dem alle Gehör finden“. Die Verwaltung solle für die Bürger erreichbar sein, so Deininger. Den Rathausangestellten wolle er die Gelegenheit geben, in den Gemeinderatssitzungen ihre Projekte vorzustellen.

Für die anstehenden Aufgaben brauche es das Potenzial aller Mögglinger und, um es auszuschöpfen, einen Mögglinger, so Deininger. Ein „Weiter so“ könne es nicht geben.

Eine Auswahl der von den Bürgerinnen und Bürgern gestellten Fragen und den Antworten der beiden Kandidaten lesen Sie in der Samstagsausgabe der Gmünder Tagespost.

Die Kandidatenvorstellung wurde von der Gemeinde als Video aufgezeichnet und ist laut Verwaltung ab Montag, 24. Januar, auf der Gemeindehomepage abrufbar.

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Kommentar: Zwei sind besser als keiner

  • Die Wahl des Bürgermeisters
  • Die Bürgermeisterwahl in Mögglingen ist am Sonntag, 6. Februar. Briefwahlunterlagen können auf der Internetseite der Gemeinde, www.moegglingen.de, beantragt werden.
  • Bei der letzten Wahl im Jahr 2014 waren 3401 Personen wahlberechtigt, 61,22 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Wahl. Auf den aktuellen Amtsinhaber Adrian Schlenker, der sich im zweiten Wahlgang durchsetzte, entfielen 59,05 Prozent der Stimmen.

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