Ortsmitte Mögglingen: Gestaltungsideen mit viel Grün

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So sieht der Gewinnerplan des Architektenwettbewerbs in Mögglingen aus. Stefan Fromms Vorschlag sieht einen großen Park zwischen Hauptstraße und Rems vor. Auf der anderen Seite soll eine Kindertagesstätte entstehen.
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Acht Planungsbüros waren am Wettbewerb zur Mögglinger Ortsmitte beteiligt. Die drei besten Entwürfe kommen in die nächste Runde.

Mögglingen

Im August 2021 fiel der Startschuss für den Planungswettbewerb bezüglich der „Gestaltung der Hauptstraße und Aufwertung des Umfelds“, den die Gemeinde Mögglingen auslobte. Bürgermeister Adrian Schlenker zeigte sich am Mittwoch beeindruckt, wie stark der Spielraum der insgesamt acht Planungsbüros innerhalb der Vorgaben ausgenutzt wurde. „Es gibt eklatante Unterschiede bei den eingereichten Planungen.“ So hatte das Preisgericht am  10. Dezember die Qual der Wahl. In dieser Zusammenkunft erfolgte die Festlegung der ersten drei Plätze. Der Wettbewerb wurde durch die Steg, Stadtentwicklung GmbH, aus Stuttgart vorbereitet und betreut. Das Büro begleitet die Gemeinde seit 2013 zu diesem Thema, erinnerte Schlenker. Und unterstützte beim Antrag auf Aufnahme ins Landessanierungsprogramm, der 2015 positiv beschieden wurde. Nachdem die Ortsumfahrung 2019 „endlich eingeweiht wurde“, gebe es nun viel Platz in der Ortsmitte für Gestaltung, beschrieb Schlenker.

Ein Park bis zur Remsaue

Vorschläge, wie diese aussehen könnte, brachten acht Planungsbüros im Wettbewerb aufs Papier. Am überzeugtesten war die Jury von der Eingabe des Landschaftsarchitekten Stefan Fromm aus Dettenhausen. Platz zwei ging an Lohrer.Hochrhein Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus München. Auf Platz drei landete der Vorschlag von Glück Landschaftsarchitektur aus Stuttgart. Projektleiterin Melanie Kupferschmid von der Steg informierte, dass der weiteste aller Wettbewerber aus Berlin kam.

Getreu den Vorgaben findet sich bei allen Preisträgern viel Grün in der Ortsmitte entlang der Hauptstraße. Doch es gibt Unterschiede bei den Gestaltungsvorschlägen flankierender Grundstücke. Die Idee Stefan Fromms gefiel der Jury am besten. Er schlägt vor, am westlichen Ortseingang auf dem großen Grundstück links eine Art Park bis zur Remsause zu realisieren . Dort steht momentan eine Scheune. Im vorderen Bereich nahe der Hauptstraße soll eine Kindertagesstätte entstehen. Im Plan, der auf dem zweiten Platz landete, steht dort ein längliches Mehrfamilienhaus, eine große Freifläche ist auch in diesem Plan vorgesehen. Rang drei präsentiert Wohnbebauung mit insgesamt acht Gebäuden.

Der Bürgermeister informierte, dass zum einen der Bereich Hauptstraße, zum anderen die Flächen links und rechts davon von den Büros betrachtet werden sollten. Es gab einen Realisierungsteil (Hauptstraße) und einen Ideenteil (weniger Zwangspunkte) für die Flächen entlang der Hauptstraße und im Bereich Rathaus, die noch in Privatbesitz sind. In den Plänen ist der Realisierungsteil blau markiert.

Rathauscafé und Bücherei?

Im Plan des Gewinners zeigt sich zudem, dass Parkplätze entlang der Hauptstraße stets von Bäumen abgetrennt werden. Auch im Bereich des Rathauses unterscheiden sich die ersten drei Entwürfe erheblich. Bei Platz eins würde das momentane landwirtschaftliche Anwesen direkt neben dem Rathaus erhalten bleiben. Das Rathaus würde erweitert, wo jetzt die Parkflächen am Gebäude sind. Zudem würden neue Parkflächen gegenüber entstehen. Platz zwei sieht den Abriss des Nachbargebäudes und einen Neubau vor, in dem sich oben Wohnungen und unten weitere Verwaltungsräume befänden. Der dritte Platz des Wettbewerbs sieht den Abriss des landwirtschaftlichen Gebäudes vor, um einen Neubau zu erstellen. Dort könnten zum Beispiel ein „Rathauscafé“, eine Bücherei sowie Wohnungen entstehen. Neue Verwaltungsräume würden durch einen Anbau im Norden des Rathauses entstehen.

Nun wird es Gespräche mit den Landschaftsarchitekten der ersten drei Ränge geben. „Es sind alles Vorentwürfe“, betonte Schlenker. Im Zuge dieses Treffens könnte sich die Rangordnung noch ändern. Außerdem wird nun die Gemeinde in Gespräche mit den Grundstückseigentümern gehen, deren Flächen in der Planung beinhaltet sind. Alle wurden bereits vor dem Wettbewerb auf ihre Grundstücke angesprochen, es gab nirgends ein „kategorisches Nein“, wie der Bürgermeister informierte. „Da wird sich noch einiges tun“, verweist Schlenker darauf, dass nun der nächste Prozess durch die Verhandlungen angestoßen wird. „Wir werden tief einsteigen“, sagte er zu.

Alle Wettbewerbsbeiträge werden im Alten Schulhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  Der Termin hierfür steht allerdings noch nicht fest.

Axel Lohrers Vorschlag landete auf Rang zwei: Er würde ein längliches Mehrfamilienhaus an der Hauptstraße bauen.
Dritter Platz: Der Vorschlag aus Stuttgart sieht acht Wohnhäuser entlang der Hauptstraße vor.
Bürgermeister Adrian Schlenker und Melanie Kupferschmied von der STEG präsentieren Gewinnerplanung.
Ortsschild Mögglingen

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