Schmuckes Haus mit 36 Eingängen

+
Das Schwalbenhaus in Mögglingen.
  • schließen

DerErlös des Gartenschau-Ständles von Mögglingen fließt in ein Schwalbenhotel. Am Freitag baute es die Zimmerei Hieber im Pfarrgarten auf.

Mögglingen

Mehrgeschossige Bauweise ist stark im Trend. Die Mehlschwalben wissen schon lange, dass es sich in der Gemeinschaft besser unter einem Dach lebt. Und die können jetzt ab sofort in ihr neues Haus einziehen, das am Freitag hinter dem Mögglinger Pfarrgarten installiert wurde. Mit insgesamt 36 Eingängen, um das eigene Nest zu bauen.

Bürgermeister Adrian Schlenker zeigte sich hocherfreut, dass so viele Zaungäste gekommen waren, um das Installieren des Schwalbenhauses live mitzuerleben. Dieses hing an einem Spezialkran über der Wiese und wartete darauf, auf einen Stahlpfosten draufgesetzt zu werden. Eigens für diese Konstruktion wurde noch ein Statiker hinzugezogen, wie der Schultes berichtete. Auch erinnerte er daran, wie es zu diesem Schwalbenhaus, dass er als krönenden Abschluss für die Gartenschau 2019 sah, gekommen war: Auf die Initiative von Alt-Bürgermeister Ottmar Schweizer und den ehemaligen Gemeinderäten Eberhard Bär und Thomas Riede wurde 2019 am Bahnhof das alte „Ständle“, ein Kiosk, wiederbelebt. Hier gaben die drei Ehrenamtlichen den Gartenschaubesuchern Eis, Schokolade, Getränke, aber auch jede Menge Information. So wurde Geld erwirtschaftet. Denn wie gesagt, „die drei vom Ständle“ agierten ehrenamtlich, erinnerte Schlenker. Und so kam schließlich nach dem Absolvieren der erfolgreichen Gartenschau die Frage auf, was man denn nun mit dem erwirtschafteten Geld macht?

Jetzt trug also die damalige Idee für das „Ständle“ sogar Früchte. Denn mit dem Erlös aus dem „Ständle“ entschloss man sich, für den Tierschutz etwas zu tun. Kurzerhand wurde der Baukasten für ein Schwalbenhotel bestellt. Die örtliche Zimmerei Hieber, die bereits beim Bau des „Ständle“ involviert war, sorgte denn auch für den Aufbau des tierischen Hotels. Mehrere Ortsbegehungen waren allerdings nötig, so der Bürgermeister, bis ein geeigneter Standort für das Schwalbenhotel gefunden war. Mit von der Partie auch Vertreter der Naturschutzbund, Nabu. Die Wahl fiel letztlich auf eine Wiese hinterm Pfarrgarten. Sowohl die Besitzerin, die katholische Kirche, als auch der Pächter Klaus Grieser gaben grünes Licht. Und so kam es schließlich zum nachmittäglichen Termin in Mögglingen am Freitag, wo das Schwalbenhaus durch einen Kran auf das Grundstück und letztlich auf den Stahlpfosten einschwebte.

Mit dem Bau von künstlichen Schwalbennestern soll dem Rückgang derer Population Paroli geboten werden. Denn deren Chance, Nester zu bauen, schwindet immer mehr. Zumal sie diese gern an alte Scheunen und Gebäude „kleben“.

Sei erwähnt, dass „die drei vom Ständle“ selbst beim Bau des Schwalbenhotels zu Gange waren. Da wurde gesägt, gehämmert, verputzt und gemalt. Was daraus geworden ist, kann nun in Mögglingen in Augenschein genommen werden.

Paradiese für Insekten

Michael Beck vom Naturschutzbund bedankte sich herzlich für dieses Engagement und informierte darüber, dass es diese Baukästen für Schwalbenhotels auch in kleinerer Form gibt. Und so bestens im heimischen Garten aufgestellt werden können. Zudem legte er Gartenbesitzern ans Herz, Ecken mit Lehm und Erde so zu lassen, wie sie sind. Grund: Es sind Paradiese für Insekten und Kleinstlebewesen. Professionell wurde das Schwalbenhaus auf den Posten gesetzt und dort befestigt. Man darf gespannt sein, ob im späten Frühjahr 2022 dort die gefiederten Freunde einziehen und so klarmachen, dass der Sommer kommt. Und für die Gäste am Freitag gab's noch einen kleinen Umtrunk im Pfarrgarten.

Zurück zur Übersicht: Mögglingen

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare