Schönheitsfehler oder Grund zur Sorge?

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Dr. Markus Thiere (links) und Belisa-Vorsitzender Dr. Peter Högerle. Foto: privat

Stauferklinik-Chefarzt Dr. Markus Thiere spricht in Böbingen über Krampfadern.

Böbingen. Sind sie nur ein Schönheitsfehler oder doch eine Erkrankung? Über Krampfadern sprach Dr. Matthias Thiere, Chefarzt der Abteilung Gefäß- und Thoraxchirurgie am Stauferklinikum, im voll besetzten Bürgersaal der Gemeinde Böbingen.

Der Referent gliederte seinen Vortrag in Definition der Krampfadern, Probleme bei Krampfadern, therapeutische Möglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen.

Zunächst erklärte der Experte den venösen Kreislauf. Er betonte dessen enorme Pumpleistung: Insgesamt werden täglich 7000 Liter Blut gegen die Schwerkraft befördert. Krampfadern sind Gefäßerweiterungen der Venen und können nach der Entstehung in zwei Hauptgruppen eingeteilt werden: Die primäre Varikosis, meist Folge einer Schwäche des Bindegewebes, sowie die sekundäre Varikosis als Folge einer Thrombose. Die Hauptprobleme bei Krampfaderleiden sind Blutungen und Entzündungen, die jedoch gut behandelbar seien, so Dr. Thiere.

So wird behandelt

Interessant waren die Zahlen zum Vorkommen der Krampfadern in Deutschland. So lag die Fallzahl in den Jahren 2009 bis 2012 bei 52 3520 mit einer jährlichen Steigerungsrate von 0,04 Prozent. Ein wichtiger Aspekt dieses Vortrages betraf die Behandlungsmöglichkeiten. Konservativ werden die Krampfadern mit Kompressionsstrümpfen zur Verbesserung des Blutrückflusses und zur Vermeidung von Thrombosen, sowie viel Bewegung vor allem bei Ausdauersportarten und Medikamenten, deren Wirksamkeit jedoch nicht zweifelsfrei nachgewiesen wurde, behandelt. Bei der klassischen Operation werden die Venen operativ entfernt oder durch lokale Wärmeanwendung verödet. Von großem Interesse waren auch die Tipps zur Vorbeugung von Krampfadern, Im Vordergrund stünden Bewegung, Normalisierung des Körpergewichtes, kein Tragen von zu engen Kleidern und die Beachtung des Risikos bei der Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva (Pille).

Nach dem informativen Vortrag schloss sich eine Fragerunde an, in der der Referent von der Stauferklinik zu zahlreichen Fragen fundiert und praxisbezogen Stellung bezog.

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