Aktionen zu einem Tag, den es nicht geben sollte

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Vertreterinnen der Frauen und ihre Rechte unterstützenden Organisationen in Gmünd stellen ihre Aktionen zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen vor, mit dabei Bürgermeister Christian Baron, denn auch das Rathaus zeigt Flagge.

Gmünder Organisationen engagieren sich zum Tag gegen Gewalt an Frauen.

Schwäbisch Gmünd. Der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen an diesem Freitag, 25. November, ist ein Tag, der gar nicht nötig sein sollte, sagt Gmünds Erster Bürgermeister Christian Baron. Auf verbale, sexualisierte und körperliche Gewalt aufmerksam zu machen, der Frauen ausgesetzt sind, sei jedoch „leider notwendig“. Die Stadt zeigt dazu - wie viele andere - Flagge vor dem Rathaus. Vor allem aber ist die Verwaltung dankbar für die Organisationen in der Stadt, die, untereinander vernetzt, auf Missstände aufmerksam machen und sich Frauen annehmen, die Gewalt erleben oder der Gefahr von Gewalt ausgesetzt sind.

„Es gibt kein Land auf der Erde, wo Gewalt gegen Frauen kein Thema ist“, sagt dazu Elke Heer, die Gmünder Beauftragte für Chancengleichheit. Darum ist sie froh, dass an Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen kreisweit seit 30 Jahren gearbeitet werde. Sei es durch Anlaufstellen wie das Frauenhaus oder durch Beratung, wie sie etwa der Verein „Frauen helfen Frauen“ in Gmünd bietet, und insbesondere durch die Vernetzung dieser Organisationen.

Beratung am Limit

Wie wichtig etwa die Telefonsprechstunden bei „Frauen helfen Frauen“ als Anlaufstelle für Ratsuchende sind, betont Anja Tamm vom Vorstand des Vereins. Auch, dass die Kapazitäten am Limit sind: Die Beratungsstelle des Vereins sei „von montags bis freitags ausgebucht“.

Wie sich die Organisationen ergänzen, verdeutlicht Petra Szabady von „Inner Wheel“. Dessen Mitglieder unterstützen das Frauenhaus, das Fifty-Fifty-Taxi, „damit vor allem junge Mädchen sicher heimkommen“, den Kinderschutzbund und die Obdachlosenunterkunft St. Elisabeth.

Der Club Soroptimist widmet dem Motto des Tags gegen Gewalt an Frauen eine Aktion in den sozialen Medien, erklärt Gudrun Athing. „Read the Signs“ - übersetzt „Seht die Zeichen“, bevor Gewalt entsteht, lautet der Aufruf, zu dem es alle zwei Tage einen Online-Post gibt, etwa zur Untergrabung des Selbstbewusstseins von Frauen. Der Club setze in diesem Jahr vor allem auf Prävention, sagt Club-Präsidentin Birgit Heilig zur Arbeit des Vereins.

Internationalität herstellen

Die Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd hingegen arbeitet nicht karitativ, sondern als politische Frauenaktionsgruppe, sagt Barbara Herzer. Mit ihrer Kampagne in der Postgasse wolle die Fraueninitiative an diesem Freitag Internationalität herstellen - mit Video-Installationen und Infotafeln zu den feministischen Protesten in Iran, Lateinamerika und der aktuellen Situation in Rojava sowie mit einer Kundgebung.

Eigentlich werden an den 16 Aktionstagen, den „Orange Days“, Gebäude in entsprechendes Licht getaucht. Weil dieses Jahr Energiesparen angesagt ist, trägt Zonta-Präsidentin Alexandra Kammerer immerhin einen orangen Pullover. Spenden des vom Club organisierten Konzerts in St. Franziskus kommen dem Frauenhaus zugute. ⋌an

Das Programm zum Tag gegen Gewalt an Frauenin Gmünd:

an diesem Freitag, 25. November, ab 16 Uhr: Videoinstallation und Kundgebung der Fraueninitiative in der Postgasse; um 19 Uhr in St. Franziskus: Benefizkonzert des Zonta-Clubs;um 20 Uhr im Brazil-Kino: „Call Jane“.

Am Samstag von 10 bis 11 Uhr Stand auf dem Wochenmarkt mit Informationen zu den wichtigsten Beratungsangeboten und Hilfetelefonnummern.

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