Im Blick: Nach dem Nein von Daimler

Aspen – Jetzt erst recht!

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Robert Schwarz
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Es kommt nicht überraschend: Daimler, Volvo und Cellcentric sehen den Standort Schwäbisch Gmünd und den Technologiepark „Aspen“ „nicht in der engeren Auswahl“. Gmünd galt als Außenseiter im Werben um die Produktion von Brennstoffzellen. Andere Standorte liegen näher am Stammsitz der neuen Firma, den Daimler-Werken und der nötigen Infrastruktur. Zwar verliert der Standort Gmünd nun wohl ein potenzielles Zugpferd für das ambitionierte Projekt eines Wasserstoff-Clusters samt mehr als 30 Hektar großem Technologiepark auf dem Gügling.

Das Nein von Daimler darf aber nicht zu einem Nein zu Aspen führen. Im Gegenteil: Denn während der Strukturwandel in der Automobilindustrie an anderen Standorten im Land recht abstrakt bleibt, bekommt ihn Gmünd bereits mit voller Wucht zu spüren. Nur wenige Standorte in Württemberg sind stärker von der Autoindustrie abhängig als die Stadt. Bis 2026 fallen beim größten Arbeitgeber Bosch AS weitere mehr als 1500 Arbeitsplätze weg, andere Automobilzulieferer fahren Sparprogramme, der Abbau von weiteren Jobs droht. Das Ende des Verbrenners, Corona und die Halbleiterkrise beschleunigen diese Entwicklung.

Die Stadt, der Standort und auch die Region brauchen deshalb Perspektiven – und Mut zur Zukunft. Aspen ist keine fixe Idee, das Interesse anderer Firmen und Forschungseinrichtungen ist verbürgt. Deshalb ist Aspen kein Wunschtraum, sondern eine Chance – und das nicht nur für Stadt, Standort und Region, sondern auch für die Menschen, die hier leben und arbeiten. Auf das Nein von Daimler gibt es nur eine Antwort: Jetzt erst recht!

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