Die Bargauer Ortsmitte mit noch mehr Leben füllen

+
Bargau
  • schließen

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Barbara Duschek und der einstige Ortsvorsteher Franz Rieg erklären, was in Bargau geplant ist.

Schwäbisch Gmünd-Bargau

Rund 16 000 Autos brausten täglich durch Bargau. Das war, bevor die neue Ortsumfahrung vor vier Jahren fertiggestellt wurde. Seitdem hat sich die Ortsmitte des Gmünder Stadtteiles stark verändert. Ein Rundgang mit der stellvertretenden Ortsvorsteherin Barbara Duschek und mit dem einstigen Ortsvorsteher Franz Rieg.

Die Ortsmitte

Das Bezirksamt ist frisch renoviert und endlich barrierefrei zugänglich, freuen sich die beiden Kommunalpolitiker. Von außen fällt die schön gerichtete Fassade des schmucken Gebäudes auf. Der ganze Bau wurde energetisch auf Vordermann gebracht. Die Cafétische der Bäckerei Mühlhäuser im Außenbereich seien im Sommer immer gut besetzt gewesen. Am alten Schulhaus habe der Biergarten hin und wieder geöffnet gehabt. „Ausbaufähig“, finden Duschek und Rieg, denn der Platz mit Bierbänken direkt an der Jakobuskirche sei groß und ansprechend. Im Bereich vor dem Bezirksamt wurden 17 Zierkirschen gepflanzt, eine Boulebahn errichtet, Straßenleuchten und zwei Bushaltestellen erneuert. „Der Platz wird gut angenommen“, sagt Barbara Duschek. Er soll aber künftig mit noch mehr Leben gefüllt werden. Franz Rieg freut sich, dass der Verkehr größtenteils außenrum fährt. Man könne sich schon gar nicht mehr vorstellen, wie viel vor der Umgehung hier los gewesen sei. Rund 1,4 Millionen Euro hat die Umgestaltung der Ortsmitte gekostet. Einen Zuschuss vom Land gab's in Höhe von 256 000 Euro.

Die Lebensmittelversorgung

Den kleinen Lebensmittelladen im Zentrum gibt's nicht mehr. Barbara Duschek und Franz Rieg glauben auch nicht, dass dort noch einmal ein solcher einziehen wird. Derzeit sind in den Räumen Modelleisenbahnen ausgestellt. Diese und Zubehör könne man dort – nach Terminvereinbarung – kaufen. Mit einem großen Vollsortimenter auf der grünen Wiese beim Sportplatz in Richtung Gmünd habe es nicht funktioniert. „Das Gelände ist zu schwierig“, erklärt Franz Rieg. Die Zufahrt für den Anlieferverkehr sei ein Problem. Seit 2015 bemühe sich der Ortschaftsrat um einen Lebensmittelladen in diesem Bereich. „Das wird nichts mehr“, schätzt Rieg. Wenn der Technologiepark Aspen auf dem Gügling gebaut werde, könne er sich einen großen Lebensmittelladen in diese Richtung vorstellen. So lange müssen die Bargauer nach Gmünd, Bettringen oder Heubach zum Einkaufen fahren. Was Barbara Duschek freut: Immer dienstags ist ein Marktstand vor dem Bezirksamt aufgebaut. Vera Weber kommt mit Käse, Gemüse und Eiern aus Lautern. „Das wird gut angenommen“, sagt die stellvertretende Ortsvorsteherin. Der Ortschaftsrat sei dran und möchte das Angebot erweitern.

Wohnen und Bauen

Im Baugebiet Strutfeld II schießen die Häuser aus dem Boden. 24 Bauplätze seien es dort insgesamt, erklären die beiden. Wenn die Erweiterung des Baugebietes komme, wären es 22 Bauplätze mehr. Barbara Duschek und Franz Rieg sehen mögliche weitere Baugebiete in Richtung Weiler und in Richtung Gügling. Aber Bargau sei einer von elf Stadtteilen, die sich um Erschließungen bemühten. Die städtischen Finanzen seien hingegen knapp. Baulücken im Ort gebe es. Aber die seien in privater Hand – und unverkäuflich. Betreutes Wohnen könne der Stadtteil bislang nicht bieten. Bargauer nutzten die Einrichtungen in Heubach und Bettringen. Rege sei der Antoniusverein, der beispielsweise Fahrdienste für Senioren übernehme und Seniorengruppen anbiete. Zudem gebe es altersgerechte Wohnungen im Ort.

Die Scheuelbergschule

Die Generalsanierung der Schule steht 2023 an, erklärt Barbara Duschek, die selbst als Lehrerin an der Grundschule unterrichtet. Zügig sollen aber die Fenster an der Südfassade des Schulgebäudes ausgetauscht werden. Diese soll frisch isoliert werden. In Sachen Digitalisierung sei die Scheuelbergschule gut aufgestellt. Wie an vielen Schulen brauche es aber einen Kümmerer, der sich mit Digitalem auskenne, sagt Barbara Duschek. Bargau habe da Glück, aber eigentlich sei es Aufgabe des Landes, die Standards festzulegen und Personal bereitzustellen. Vor allem im Zeiten der Corona-Pandemie, sollte es wieder zum Homeschooling kommen.

Das Dorffest 2022

Weil die Bargauer die Fertigstellung der Ortsmitte coronabedingt nicht richtig feiern konnten, will der Ort am 20. und 21. Mai 2022 ein großes Dorffest organisieren. Vereine, Firmen und Einrichtungen sollen mitmachen, im Zentrum wird die Straße gesperrt, es werden Bühnen aufgebaut und ein tolles Programm soll laufen, schwärmt Barbara Duschek. „Wir wollen alle Bürger mitnehmen“, sagt die stellvertretende Ortsvorsteherin. Erste Treffen zur Planung habe es gegeben. Schon früher gab's Gemeindefeste an der Feinhalle. Diese Tradition wolle der Ort jetzt wieder aufleben lassen. „Darauf freuen wir uns sehr“, sagt Barbara Duschek.

Wir wollen alle Bargauer Bürger mitnehmen.“

Barbara Duschek, stellvertretende Ortsvorsteherin
  • Einst eine stattliche Burg am Scheuelberg
  • Bargau ist einer von elf Stadtteilen Schwäbisch Gmünds. Heute leben knapp 3000 Bürger im Ort. Die erste urkundliche Erwähnung von Bargau fällt ins Jahr 1326, in dem die „Veste Bargen“ genannt wird. Sie war eine stattliche Burg südlich von Bargau auf einem Vorsprung des Scheuelberges, nördlich des heutigen Bauernhauses Schlössle.

Zurück zur Übersicht: Bargau

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare