Hirsch in Bettringen schließt Ende des Jahres

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Ende einer langen Tradition: Der Hirsch in Bettringen schließt am Ende des Jahres.

„Mir fehlt einfach die Zeit“ - warum Johannes Barth den Hirsch in Bettringen aufgeben will.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Am 3. Oktober ist Wiedereröffnung, zum Ende des Jahres macht der Hirsch in Bettringen endgültig zu. „Ich schaffe es zeitlich nicht mehr“, sagt Gastronom Johannes Barth zur Begründung. „Meine anderen gastronomischen Aktivitäten nehmen mich in Anspruch“, sagt er. Barth betreibt neben dem Bettringer Hirsch noch in Gmünd die Gaststätte „Zum Paradies“, den Biergarten am Zeiselberg, und er ist als Berater bei der Stadtgarten-Gastronomie dabei.

An mangelnder Identifikation des Chefs liegt es nicht: „Ich komme aus Bettringen, ich bin da aufgewachsen“, sagt Barth. „Die Entscheidung war nicht einfach für mich. Aber man kann einfach nicht alles machen.“ Und wenn, dann wolle er es gut machen. An Konflikten oder den Finanzen liege es nicht, fügt Barth hinzu. Auch wenn er mit dem Hirsch keine großen Gewinne erwirtschafte hätte, damit könne er klarkommen. „Meine anderen Sachen laufen gut.“

In gut zwei Wochen will Barth die Traditionswirtschaft, die seit dem Lockdown im November 2020 geschlossen war, aber noch einmal aufmachen. Dass er nicht schon früher wiedereröffnet hat, liege an der fehlenden Außengastronomie: Das hätte im Sommer keinen Sinn gemacht, findet Barth. „Die Leute wollen draußen sitzen, und es gibt immer noch viele Menschen, die vor drinnen zurückscheuen.“

"Denke, es wird zu bleiben"

Die letzten drei Monate will Barth noch einmal guten Service abliefern. Wie es danach weitergehe mit dem Hirsch und was die Besitzer des Gebäudes vorhaben, das wisse er nicht. „Ich denke, es wird zu bleiben.“

Die Geschichte des Hirsch reicht über 500 Jahre zurück: 1477 ist die Gaststätte in Oberbettringen zum ersten Mal schriftlich erwähnt worden. Johannes Barth hatte den Hirsch Anfang 2016 übernommen. Auch das, was heute noch gilt, wird bald Geschichte sein. Zum Beispiel die vielen positiven Bewertungen bei Google. Wie die etwa: „Sehr gute schwäbische Küche in gemütlicher und freundlicher Atmosphäre. Preis-Leistungsverhältnis top!“

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