Ist Parkplatz-Photovoltaik unbezahlbar?

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Thema Photovoltaik auf Freiflächen.
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Themen Schönblick-Pflegeheim, Baugebiet Waldau Wasen und Freiflächen-Photovoltaik.

Schwäbisch Gmünd. Das geplante neue Pflegeheim am Schönblick hat eine Hürde genommen: Gemeinderäte aus Gmünd und Waldstetten haben sich mehrheitlich für die dafür notwendige Änderung des Flächennutzungsplans ausgesprochen. Vor der Abstimmung über den Entwurfsbeschluss hatte Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, noch einmal die ökologisch relevanten Maßnahmen erläutert, die dort geplant sind. Andreas Benk (Linke) stimmte gegen den Entwurf, Andreas Tickert für die Grünen enthielt sich.

In der Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft – Gmünd und Waldstetten haben einen gemeinsamen Flächennutzungsplan – ging es auch um ein neues Baugebiet: Waldau Wasen, am nördlichen Ortsrand von Wetzgau. Die Zustimmung war einstimmig. „Es ist ein CO2-freundliches Gebiet, es ist die Vorstufe zu dem, wo wir hinwollen,“ meinte Stadtrat Martin Bläse (CDU).

Außerdem ging es erneut um die Analyse der Potenzialflächen für Freiflächen-Photovoltaik, 123 Hektar sind es insgesamt. Im Mittelpunkt der Diskussion: Gibt es Möglichkeiten, den Verlust an landwirtschaftlichen Flächen möglichst gering zu halten? „Freiflächen sind nur ein Bereich, noch wichtiger ist der Bereich Dachflächen“, betonte Stadtrat Martin Bläse.

Michael Weber, Gemeinderat und Landwirt aus Waldstetten, sprach das Thema Photovoltaik auf Parkplätzen an: „Das muss man angehen, von selber passiert nichts. Man muss auf die Gewerbebetriebe zugehen und einen Anreiz bieten.“

„Den Gedanken hatten wir auch schon“, meinte Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold. „Aber in der Auseinandersetzung mit den Eigentümern hat sich herausgestellt, dass nicht jedes Gebäude von der Statik geeignet ist.“ Und auf Parkplätzen müssten entsprechende Vorrichtungen installiert werden. „Uns wurde vorgerechnet, dass es teurer ist, diese Vorrichtungen zu bauen als die Photovoltaikanlage einfach hinzustellen.“ Pro Parkplatz seien das 10 000 Euro, ansonsten nur 1000 Euro für dieselbe Fläche.

Bei der sogenannten Agri-Photovoltaik - Anlagen, die gleichzeitig landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen - ist es nicht besser, sagte Waldstettens Bürgermeister Michael Rembold: „Wir haben uns das angeschaut. Aber der Landwirt mit der Demonstrationsfläche hat gesagt, von sich aus würde er es nie machen, weil der wirtschaftliche Ertrag trotz Doppelnutzung geringer ist.“ ⋌Bernd Müller

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