Kinder gehören in die Mitte

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Die Kinderinsel auf dem Rehnenhof wurde um eine vierte Gruppe erweitert.
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Wie die Stadt und die evangelische Kirchengemeinde auf dem Rehnenhof eine clevere Lösung für eine Erweiterung der Kinderinsel fanden.

Schwäbisch Gmünd-Rehnenhof

Die evangelische Kindertagesstätte Kinderinsel auf dem Rehnenhof wurde um eine vierte Gruppe erweitert. Damit wurde Platz für zehn kleine „Insulaner“ geschaffen. In einer Feierstunde am Mittwoch konnten die Räumlichkeiten offiziell dem pädagogischen Personal und den Kindern übergeben werden.

Die evangelische Kirchengemeinde in Schwäbisch Gmünd betreibt fünf Kindertageseinrichtungen, die Kinderinsel sei davon die Größte, informierte Dekanin Ursula Richter. Dies zeige das große Engagement, das auf Kinderbetreuung und Familienarbeit gelegt werde. Der evangelische Kirchengemeinderat sei vor längerem zu dem Entschluss gekommen, „man braucht mehr Platz für Kinder“. Damit sei ein „toller Prozess entstanden, bei dem alle an einem Strang gezogen haben“. Der Weg, die Kinderinsel zu erweitern, sei nicht einfach gewesen, möglichst viele Bedürfnisse und Interessen sollten erfüllt werden.

Die neuen Räume für die vierte Gruppe befinden sich im ehemaligen Bewegungsraum der Kita, der Bewegungsraum wurde in den Gemeinderaum unter der Kirche ausgelagert. Der neue Bewegungsraum werde „multifunktional“ genutzt, „alle sind etwaszusammengerückt“. Die evangelische Kirchengemeinde sehe sich dem Vorbild Jesu verpflichtet: „Kinder gehören in die Mitte“.

Gmünds erster Bürgermeister Christian Baron sprach in seinen Grußworten von „einem Erfolgsmodell mit nicht einfachem Weg“. Für die Stadt Gmünd seien die Kirchengemeinden „wichtige Partner“ bei der Kinderbetreuung, die die Stadt allein „nicht stemmen könnte“. Die kirchlichen Kitas seien die Vermittler „christlicher Werte“, die auch die Werte der Gesellschaft seien. Auf dem Rehnenhof bestehe ein „echter Bedarf an Kinderbetreuung“, dies sei etwas „Schönes und Gutes“. Kinder seien der Nachwuchs des Gemeindelebens.

Mehrarbeit für alle

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Ute Schütte berichtete von ihren eigenen Erfahrungen mit der Martin-Luther-Gemeinde, die bereits vor über 30 Jahren den Bedarf für Kinderbetreuung auf dem Rehnenhof erkannt habe und mit der Kinderinsel schnell „das Zepter in die Hand genommen hat“.

Kita-Leiterin Sylvia Braun blickte zurück auf die Idee der Stadt, auf dem Rehnenhof eine weitere Kita-Gruppe zu schaffen. Ein Anbau an den Bestandsbau sei aus Kostengründen nicht realisierbar gewesen. Für die Leiterin ist die Kinderinsel mit der vierten Gruppe „jetzt komplett“.

Pfarrer Matthias Plocher sprach von nicht unerheblicher Mehrarbeit, die mit der neuen Gruppe verbunden ist und hofft darauf, diesen Mehraufwand gut schultern zu können, aber „Kinder bringen viel Freude zurück“.

Architekt Dieter Gerrmann erinnerte daran, dass die Kinderinsel von ihm gebaut wurde, der Leiter des Amtes für Bildung und Sport, Klaus Arnholdt, sei als „Impulsgeber“ anzusehen, die neue Gruppe im Bewegungsraum zu installieren. Dazu musste der frühere Gemeinderaum zurückgebautwerden. Eine Fußbodenheizung wurde installiert, ein Wickelraum und sanitäre Anlagen geschaffen und eine Akustikdecke für den neuen Gruppenraum eingezogen. Dem Brandschutz wurde mit einer zusätzlichen Tür in den Garten Genüge getan. Jetzt fehle nur noch ein neuer Anstrich. Der Umbau unter „Coronabedingungen“ sei eine große Herausforderung gewesen, die aber dank der Zusammenarbeit mit dem Kita-Team und der Kirchenpflege „perfekt gemeistert wurde“.

Punktlandung bei den Kosten

Kirchenpfleger Eberhard Schmid erinnerte daran, dass Baumaßnahmen für die Kinderbetreuung den städtischen wie auch den kirchlichen Haushalt sehr belasten. 276 000 Euro wurden in der Kinderinsel verbaut, wobei der städtische Anteil bei 246 000 Euro liegt. Bei den Baumaßnahmen habe Architekt Dieter Gerrmann „eine Punktlandung“ geschafft.

„Die Kinderinsel ist jetzt komplett“.

Sylvia Braun, , Leiterin

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