Klima-Planwirtschaft im Realitäts-Check

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Bernd Müller
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100 Tage Amt für Klimaschutz und nachhaltigkeit.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität hat Gmünd jetzt eine Reiseführerin: Franka Zanek soll mit ihrem Klima-Amt vorangehen. Die neue Amtschefin hat bei ihrer 100-Tage-Bilanz auf viele Schritte verwiesen, die sie unternimmt: Es kommt zum Beispiel eine Task-Force für mehr Ladesäulen, ein Strategieworkshop für den Öffentlichen Verkehr, für Bürger gibt's die Plattform #gmuendfuermorgen.
Diese Ansätze und viele mehr sind gut und richtig, aber es kommt einem als Muster bekannt vor: Klimagipfel, EU-Ziele, Koalitionsverträge – der Kampf gegen den Klimawandel gleicht einer gigantischen Planwirtschaft. Auch Grünen-Stadtrat Karl Miller hat diesen wunden Punkt benannt: Geredet, geplant, gewollt wird schon lange. Seit 2014 etwa hat Gmünd ein „kommunales Klimaschutzkonzept“. Doch das Trippelschritt-Tempo der letzten Jahre wird nicht reichen fürs Ziel, 2035 eine klimaneutrale Stadt zu sein.
Exemplarisch ist das Eingeständnis im 100-Tage-Bericht zum Radwegebau in Gmünd: „Der Radwegezielplan konnte in den letzten Jahren aufgrund der Dimensionen und der damit verbunden Kosten nicht umgesetzt werden.“ Daran zeigt sich die schlichte Klima-Wahrheit: Planen ist notwendig, aber nicht hinreichend – am Ende braucht's Geld für Investitionen, viel Geld. Denn die großen CO2-Einsparungen sind in einer Stadt nicht mit Förder-Euros für Lastenfahrräder oder grünen Fassaden zu holen, sondern etwa damit, dass man Millionen in die Hand nimmt, um Gebäude energiesparend zu machen.
Gmünd steht vor dem Härtetest, im Frühjahr wird der nächste Haushalt diskutiert – es ist der Realitäts-Check für die Klimapläne. Bernd Müller

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