Zwergkaninchen mit angebissenen Ohren in Lindach gefunden

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Verletzte Zwergkaninchen mit abgebissenen Ohren beim Lindacher Vereinsheim "Hennahäusle" der Kleintierzüchter ausgesetzt.
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Die beiden verletzten Kaninchen wären erfroren, hätte man sie nicht gefunden.

Schwäbisch Gmünd-Lindach. Tanja Weller vom Kleintierzuchtverein Lindach traute vor einer Woche ihren Augen nicht. Wurde doch auf der Bank vor dem Vereinsheim, besser bekannt als „Hennahäusle“, ein Karton mit bedauernswertem Inhalt gefunden: Zwei graue Zwergkaninchen mit abgebissenen Ohren. „Und das in dieser Kälte“, macht die Tierfreundin ihrem Ärger Luft. Denn die beiden verletzten Kaninchen wären erfroren, hätte man sie nicht gefunden. Zwar gab es in dem Karton auch einen Apfel und spezifisches Kaninchen-Pelletsfutter, doch kein Trinkwasser. „Die beiden hatten wirklich Glück“, ist sich Tanja Weller sicher. Was nur bejaht werden kann, denn mittlerweile befinden sich die Tiere im Junghasenstall auf der Zuchtanlage. Sie haben es warm, bekommen ihr Futter und die Wunden werden verarztet und heilen gut. „Ich kümmere mich jeden Tag um die Kaninchen“, erklärt Tanja Weller. Als Tochter des langjährigen Vereinsvorsitzenden ist sie mit Tieren groß geworden und kennt sich aus.

Nach dem Fund wandte sich Gerhard Stangl, der seit 1993 Vorsitzender ist und bis zu dieser Zeit seit 1980 zweiter Vorsitzender war, an die Polizei. Diese verwies allerdings auf das Tierheim Dreherhof. Und deren Antwort war ernüchternd: Das Tierheim ist bis auf weiteres voll, um nicht zu sagen überfüllt. So befinden sich die beiden Zwergkaninchen vorübergehend in der Obhut der Kleintierzüchterin Tanja Weller.

Abgetrennt

Die Sorge war zu Beginn groß, dass die beiden Kaninchen irgendwelche Krankheiten, die man neben den abgebissenen Ohren nicht sieht, haben. „Es wäre fatal für die Zuchtanlage, wenn auf diesem Weg etwas eingeschleppt würde“, erklärt Vorsitzender Stangl. Und so beschloss man, die beiden verletzten Tiere separiert, bei den Junghasen unterzubringen. In einem Doppelstall, der mittels Schieber abgetrennt wird. „Wir wussten ja nicht, ob die beiden Kaninchen die Verletzungen sich selbst angetan haben. Aber eigentlich saßen beide friedlich in dem Karton nebeneinander“, schildert die Tierfreundin. Erleichtert stellt sie zudem fest:  „Mittlerweile werden sie etwas zutraulicher.“ Denn zu Beginn waren die beiden verletzten Tierchen äußerst verschreckt. Kein Wunder, bei ihrer Geschichte.

Ratten im Spiel?

Wie konkret die Ohren derart verbissen wurden ist unklar. Aber es wird mittlerweile gemutmaßt, dass es ein anderes Tier war. „Eventuell waren da Ratten im Spiel“, überlegt Vorsitzender Gerhard Stangl. Denn das Gebiss des „Täters“ ist nicht all zu groß, wie die Bisswunden zeigen.

Und so fristen die beiden Tiere nun ihr Dasein in der Zuchtanlage der Lindacher, die sich am 22. Mai 1964 von Mutlangen lösten und selbstständig einen Kleintierzuchtverein gründeten. Mit den Züchtern der Nachbargemeinde war man vorher 60 Jahre zusammen gewesen. 2005 und 2006 wurde schließlich die eigene Zuchtanlage inklusive des Vereinsheims erstellt. Im Mai 2006 öffnete das in der ganzen Region bekannte „Hennahäusle“.

Mittlerweile finden sich in der Zuchtanlage weit über 100 Tiere. Neben Tauben, Geflügel und Kaninchen gibt’s auch Ziergeflügel und einen kleinen Streichelzoo, wie Gerhard Stangl berichtet. Eine aktive Jugendarbeit sorgt für den Nachwuchs im Verein. Und äußerst rege ist die Frauengruppe.

„Wir hoffen, dass sich jemand findet, der die beiden Kaninchen aufnehmen kann“, hat Gerhard Stangl wenig Hoffnung, dass es im Tierheim doch noch Platz gibt für die beiden Mümmelmänner. Und er appelliert an die Tierhalter, die Tiere, die sie nicht mehr wollen, nicht einfach auszusetzen. Auch Tanja Weller hätte sich gewünscht, dass diejenigen, die die beiden Kaninchen auf der Bank vor dem Hennahäusle ausgesetzt hatten, wenigstens angerufen hätten. „Die beiden wären jämmerlich erfroren, wenn wir sie nicht so zügig gefunden hätten.“ ⋌Anja Jantschik

Zwei verletzte Zwergkaninchen wurden am Vereinsheim "Hennahäusle" der Lindacher Kleintierzüchter ausgesetzt.
Zwei verletzte Zwergkaninchen wurden am Vereinsheim „Hennahäusle“ der Lindacher Kleintierzüchter ausgesetzt.
Zwei verletzte Zwergkaninchen wurden am Vereinsheim „Hennahäusle“ der Lindacher Kleintierzüchter ausgesetzt.

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