Ministranten entfachen Feuer der Gemeinschaft

+
Einmalig, in vielerlei Hinsicht: Wenn die Ministranten zur Sonnenwendfeier einladen, ist im wahrsten Sinne des Wortes das ganze Dorf auf den Beinen.

Über 600 Besucher feiern Sonnenwendfeier in Rehnenhof-Wetzgau.

Rehnenhof-Wetzgau. Bei besten Bedingungen feiert Rehnenhof-Wetzgau die kürzeste Nacht des Jahres. Die Bierbänke rund um das Waldstadion Laichle sind fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als gegen 22 Uhr die große Holzpyramide entzündet wird.

Es wird hell auf dem Festgelände, das Sonnwendfeuer brennt lichterloh. Applaus gibt es vom Publikum für das Funken- Spektakel. Verantwortlich für das Fest: Der Sachausschuss Jugend gemeinsam mit den Ministranten der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Wetzgau-Rehnenhof.

Bereits seit über 40 Jahren gehört das traditionelle Entfachen des Feuers zum festen Bestandteil des Jahreskalenders im Ort. Die Corona-Pandemie ließ die Macher zwangspausieren, jetzt wurde dafür umso größer gefeiert. Über 600 Menschen stürmten von allen Himmelsrichtungen und umliegenden Ortschaften in die Nähe des Waldstadions, um das Feuer zu Bestaunen. Autos und Fahrräder, wohin das Auge reicht. Der Himmel grüßt mit Sonnenstrahlen. „Ein riesen Erfolg“, zeigt sich das Orga-Team glücklich und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Auch an einem Montag können die Leute anscheinend festen“. Bis tief in die Nacht wurde frisches Fassbier gezapft und gemütlich am überdimensionalen Lagerfeuer gesessen. Frische Käse- und Schmalzbrote waren nach wenigen Minuten ausverkauft. Nicht nur die Jugend der katholischen Kirchengemeinde hängt sich mit voller Kraft in das Sonnwendfeuer hinein, auch „Urgesteine“ des traditionellen Festes stehen an Spülbecken, Würstchengrill und Zapfhahn. „Extra für das Fest wird Sonderurlaub eingereicht“, sagt ein Helfer.

Das Orga-Team bewundert den Zusammenhalt beim Sonnwendfeuer. „Bei solchen traditionellen Veranstaltungen wird unsere Dorfgemeinschaft sichtbar und spürbar – das begeistert.“ Menschen begegnen und gemeinsam feiern sei schon immer der Leitgedanke des Sonnwendfeuers gewesen. Hinter dem Grill schallt es von einem ehrenamtlichen Helfer: „Für mich könnte jeden Tag Sonnwendfeuer sein“. Die kürzeste Nacht des Jahres gibt es allerdings nur einmal und so wird es auch bei diesem besonderen Fest sein: Einmalig im Jahr, in vielerlei Hinsicht.

Zurück zur Übersicht: Schwäbisch Gmünd

Kommentare