2022 drittsonnigstes Frühjahr in 60 Jahren

+
Einzig im April war‘s nass: Ansonsten war das Frühjahr 2022 eines der sonnigsten in Jahrzehnten, stellt Wetterexperte Martin Klamt fest.

Insgesamt waren die Monate von März bis Mai zu trocken. April ist Ausnahme.

Schwäbisch Gmünd. Nachdem das Frühjahr 2021 deutlich zu kühl ausgefallen war, reihte sich der Zeitraum März bis Mai 2022 wieder in die Serie deutlich zu warmer Frühjahre ein. Seltene Kaltlufteinbrüche blieben meist nur von kurzer Dauer, Deutschland befand sich überwiegend im Bereich warmer Luftmassen. Häufiger Hochdruckeinfluss sorgte für sehr viel Sonnenschein und ließ nur wenig Niederschlag zu. Vor allem den März prägte eine sehr lange Schönwetterperiode. Der April ließ dann aber von seinem verfügbaren Wetterspektrum nichts unberücksichtigt. Den Mai prägte meist hoher Luftdruck – im Süden und Westen gebietsweise auch mit kräftigen, unwetterartigen Gewittern.

Mit 10,2 Grad Celsius lag im Frühling 2022 der Temperaturdurchschnitt um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung immerhin noch 0,3 Grad. Die Mittelwerte der Lufttemperatur schwankten zwischen 0,1 Grad am 6. März und 22,7 Grad am 20. Mai.

Erneut zu trocken war das Frühjahr: Wie 2021 gab es nur 174 Millimeter Niederschlag, das waren 77 Prozent der Norm. Während März und Mai zu trocken waren (24 bzw. 44 Prozent), war der April mit 185 Prozent der Norm sehr nass.
Im vergangenen Frühjahr gab es 25 Frosttage, davon 19 im März und sechs im April. Normal sind 19 Frosttage im gesamten Frühjahr. Der tiefste Wert wurde erst am 4. April mit minus 6,3 Grad gemessen.

Am krassesten zeigte sich der Unterschied zu 2021 in der Zahl der Frühlingstage mit einem Tageshöchstwert von 20 Grad und darüber: Hier gab es 2021 nur neun, dieses Frühjahr aber 31 Frühlingstage, normal wären es 23. Sommertage mit 25 Grad und mehr gab es letztes Frühjahr nur drei, dieses Frühjahr aber neun Tage, alle im Mai, das waren vier Sommertage zu viel. Zu guter Letzt rundesten zwei heiße Tage das Gesamtbild ab, wobei am 20. Mai mit 31,6 Grad der höchste Wert gemessen wurde.
Die Sonne schien im Frühjahr nach 492 Stunden 2021 nun 700 Stunden lang, das waren nach 104 nun 148 Prozent der Norm. Damit gab es das drittsonnigste Frühjahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Am längsten schien die Sonne mit 14,6 Stunden am 30. Mai. Martin Klamt

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare