Aids-Hilfe plant Wohnprojekt

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Bei der Vorstellung des neuen Kompetenzzentrum blickte Joschi Moser (rechts) zurück auf die Geschichte der Gmünder Aids-Hilfe zurück.
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Die Gmünder Organisation stellt ihr Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit in der Ledergasse vor . .

Schwäbisch Gmünd

Als die Aids-Hilfe Schwäbisch Gmünd vor gut 26 Jahren startete, hatte sie größte Probleme, jemanden zu finden, der ihr Räume für eine Beratungsstelle vermietete. Inzwischen ist die Arbeit des Vereins zu einem bundesweit beachteten Modellprojekt geworden. Nun hat die Aids-Hilfe in der Ledergasse 39/1 ein Kompetenzzentrum für sexuelle Gesundheit eröffnet.

Neuer Plan

Bei der Vorstellung des Zentrums am Mittwoch blickte Vorsitzender Joschi Moser auf diese Zeit zurück. Er schaute aber auch in die Zukunft: Die Aids-Hilfe plant, eventuell zusammen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft VGW, ein generationenübergreifendes Wohnprojekt.

Bereits Wirklichkeit ist das Kompetenzzentrum für sexuell übertragbare Krankheiten, im neuen Domizil. In einem Check-Point dort können Menschen, die eine Ansteckung beispielsweise mit HIV, aber auch mit Hepatitis B oder C oder Syphilis fürchten, anonym durch Tests schnell Klarheit bekommen.

Bei der Vorstellung des Zentrums verwies Joschi Moser auf die große Konstanz der Gmünder Aids-Hilfe. Als sehr langjähriges Beiratsmitglied hob er die frühere CDU-Stadträtin Christa Rösch hervor, die ebenso wie der langjährige Landrat Klaus Pavel der Aids-Hilfe auch in konservativen Kreisen Ansehen verschaffte.

Unter den Händen weg

Mit einer Beratungsstelle in der Münstergasse hat die Arbeit angefangen. Anfangs, erinnert sich Moser, „starben uns die Klienten unter den Händen weg“. Viele hätten von den Mitgliedern bis zum Tod betreut werden müssen, da Pflegedienste damals noch keinen Kontakt zu Aidskranken wollten berichtete er. Weitere Standorte folgten in der Bocksgasse und im Traubengässle. Nun ist die Ledergasse das neue Domizil. Das Haus bietet auf drei Stockwerken Platz auch für Beratungsraum, Info-Laden und Mediathek. Mehr als 17 Jahre stemmten die Beteiligten die Beratungsarbeit rein ehrenamtlich. Inzwischen sind sieben Teilzeitkräfte beschäftigt. Verena Abele wird ab Januar die Geschäftsstelle leiten.

Die Gmünder Aids-Hilfe habe die Unterstützung für HIV-Infizierte in ganz Deutschland geprägt, meinte Oberbürgermeister Richard Arnold. Er unterstrich besonders ihr Projekt „Rainbow Refugees“, das homosexuelle Flüchtlinge unterstützt. In vielen Flüchtlingsunterkünften würden Homosexuelle noch gemobbt - in Gmünd nicht.

Mit Prävention viel erreicht

Sonja Elser von der AWO Göppingen lobte, dass die Gmünder Einrichtung sich als einzige Aids-Hilfe bundesweit klar für ein Verbot der Prostitution ausspricht. Der Gmünder CDU-Landtagsabgeordnete Tim Bückner erinnerte daran, dass der Besuch bei der Gmünder Aids-Hilfe sehr bewusst sein erster Termin als Abgeordneter gewesen sei. Er habe damit ein Zeichen setzen wollen. Die Gmünder Gruppe orientiere sich sehr an der Realität.

Die CDU-Bundestagsabgeordneter Inge Gräßle lobte, dass die Gmünder Aids-Hilfe mit ihrer Präventionsarbeit sehr viel erreicht habe. Auch der katholische Dekan Robert Kloker sicherte der Aids-Hilfe seine weitere Unterstützung zu und überreichte eine Geldspende.

  • Telefonnummern und Öffnungszeiten
  • Der Checkpoint ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag 15 – 18 Uhr, Mittwoch 9 – 12 Uhr, Freitag 12 – 15 Uhr, Sonntag 12 – 15 Uhr sowie nach Vereinbarung an allen Wochen-, Sonn-und Feiertagen. Telefon (während der Öffnungszeiten): 07171-932343. Info-Telefon (ständig erreichbar): 07171-19411.

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