Altdeponie im Haselbach-Wald: So soll es mit dem Müll im Laichle weitergehen

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Damit geht's los: Im Winter soll der Müll, der über die Jahre an die Oberfläche der Altdeponie gekommen ist, abgeräumt werden.

Im Winter kommen die Müll-Laster, danach wird in die Tiefe gebohrt: Wie es mit der sanierungsbedürftigen alten Deponie im Laichle weitergeht.

Schwäbisch Gmünd

Es ist das Gegenteil einer Zukunftsinvestition: Kommt der Frost, kommen die Müll-Laster ins Laichle. Der Müll, der dort offen im Wald liegt, soll in diesem Winter eingesammelt und abtransportiert werden. Das bestätigt Stadtsprecher Markus Herrmann. Das wird der erste Schritt zur Sanierung der zugewachsenen Gmünder Altdeponie sein.

Der Stadt bleibt keine Wahl als Geld für Fehler der Vergangenheit auszugeben; Den Auftrag für die Arbeiten im Laichle hat die GOA, wo Deponieleiter Steffen Johner über das Projekt wacht. „Wir warten bis es richtig kalt wird, weil man dann nicht auch noch die Vegetation abräumen muss“, erklärt Johner. Wie viele Kubikmeter Müll zusammen kommen, könne man nicht prognostizieren. „Wir müssen uns überraschen lassen.“

Nach der oberflächlichen Räumung kommt dann, voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres, Schritt zwei: Es wird gebohrt im Laichle, um zu erkunden, wie es im Untergrund der Deponie aussieht. „Diese Detailuntersuchung wird dann die Grundlage für die Sanierung sein“, sagt Johner. Diese ist notwendig, weil in der schlecht abgedichteten Deponie am Hang des Haselbachtals immer wieder braun gefärbtes Sickerwasser austritt, Müll an die Oberfläche kommt und Rutschungen passieren.

Rund 30 Bohrungen soll es geben, sagt der GOA-Deponiechef. Dazu werde des sechs Hektar in große Planquadrate unterteilt, damit kein Bereich unerkundet bleibt. Die Kernfragen sind: Wo ist der Boden besonders vollgesogen mit Abwasser, und wie hoch ist es belastet? „Extreme Stellen nennt man dann Hotspots“, so Johner. Wichtig sei es, die Verhältnisse im Untergrund der Deponie genau zu erfassen, „damit man hinterher keine bösen Überraschungen erlebt“.

Die Bohrungen macht die GOA nicht selber, dafür wird eine Spezialfirma beauftragt. Was das kostet, kann Johner noch nicht sagen, „wir haben die Zahlen selber noch nicht“. Damit die Stadt Gmünd nicht auf allen Kosten sitzen bleibt, wird es wichtig sein, Landesgelder zu beantragen, „dafür gibt es einen so genannten Altlastenfördertopf“, erzählt Johner.

Finanzhilfe aus Stuttgart wird auch wichtig sein für Schritt drei: „Dann geht es um die Entsorgung von Deponiewasser durch eine Sickerwasseranlage“, sagt Stadtsprecher Herrmann. In diesem und im kommenden Jahr wird es aber noch nicht so weit sein. „2022 werden wir damit beschäftigt sein, das Gelände zu erkunden, ein Konzept zu erstellen und Fördergelder zu beantragen“, sagt Steffen Johner. „Der früheste Zeitpunkt, um loszulegen, ist das erste Quartal 2023.“ Es sei denn, es passiere wieder ein „Notfall“ in Form einer Rutschung. „Dann müssten wir die Gefahr beseitigen - und dann weiter planen.“

Extreme Stellen nennt man Hotspots.“

Steffen Johner, GOA-Deponieleiter
  • Eine Deponie ohne Dichtung - mit 60000 LkW-Ladungen Müll
  • Der Müll im Laichle stammt aus den Jahren 1958 bis 1973. Die Deponie liegt nördlich des TSB-Geländes und erstreckt sich vom dortigen Waldrand bis auf den Talgrund des Haselbachtals. Rund 600000 Kubikmeter Müll liegen dort unter der Erde, das entspricht etwa 60000 vollgeladenen LkW. Die Fläche ist, im Gegensatz zu heutigen Deponien, werden am Grund noch an der Oberfläche abgedichtet, um den Müll zu versiegeln und mit Schadstoffen belastetes Sickerwasser auffangen zu können.
  • Im ganzen Ostalbkreis sind rund 1200 Plätze mit alten Müllablagerungen registriert.

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