Angst vor künftiger Schuldenlast

Bürgerinitiative Taubental betont finanzielle Risiken eines großen Spaßbads am Nepperberg.

Schwäbisch Gmünd. Die Bürgerinitiative (BI) Taubental sieht große Risiken beim Bau eines investorenbetriebenen Freizeit- und Spaßbades am Nepperberg. Diese gingen weit über eine mögliche Hangbebauung hinaus. "Der Naturschutz und der Erhalt des einzigartigen Grüngürtels von Taubental und Nepperberg ist uns sehr wichtig", sagt BI-Sprecherin Ursula Böttinger. Ebenso gefährlich seien jedoch finanzielle Risiken des Projekts. Die BI reagiert damit auf eine Mitteilung des Gmünder Naturschutzbundes (Nabu). Dieser hatte die Stadträte aufgefordert, eine Hallenbad-Planung auf den Gleispark zu konzentrieren und einen Eingriff in den ökologisch wertvollen Nepperberg abzulehnen. Nach Ansicht der BI birgt das Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) zudem "unkalkulierbaren finanziellen Sprengstoff". "ÖPP-Modelle sind bereits in vielen Kommunen gescheitert", sagt BI-Mitglied Jo Frühwirth. Ausgebliebene Badegäste oder verschleppte Reparaturen hätten die Betreibergesellschaften in finanzielle Bredouille gebracht. Die Folge sei der Ruf nach weiteren Finanzspritzen der Kommune gewesen. In einigen Fällen sei die Betreiberfirma in Insolvenz gegangen. Nach einer ÖPP-Pleite habe etwa die Stadt Leimen ihr Bad wieder selber übernehmen müssen, das Donau-Bad in Neu-Ulm werde nach Auseinandersetzungen mit dem privaten Investor jetzt wieder von den Nachbarstädten betrieben, die Stadt Fürth habe ihren Jahreszuschuss um annähernd einen Millionenbetrag erhöhen müssen.

Wie stark die Belastung für die Bürger bei einem Hallenbadbau nach dem ÖPP-Modell wäre, lässt sich laut BI leicht ausrechnen. Die Stadt zahle jedes Jahr einen Zuschuss von 1,7 Millionen Euro. Das mache bei 30 Jahren Vertragslaufzeit 51 Millionen Euro. "Demgegenüber wäre ein am Schul- und Vereinssport orientiertes kommunales Hallenbad mit 50-Meter-Bahn laut den Zahlen der Stadtverwaltung für 26 Millionen Euro zu haben," argumentiert Frühwirth.

Er sieht in ÖPP die Verschiebung von Schulden an kommende Generationen: "Das Ganze funktioniert ähnlich wie die Ratenzahlung beim Möbelkauf. Und bei Ratenzahlungen ist der Endpreis bekanntlich immer um einiges höher als bei Barzahlung." Daher fordert die BI die Stadträte auf, sich für ein kommunales Hallenbad mit 50-Meter-Bahn einzusetzen.

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