Auf 112 Hektar könnte Gmünd Solarstrom ernten

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Schon sehr konkret sind die Pläne der Stadt, die bestehende Photovoltaik-Anlage auf der Mutlanger Heide um knapp sechs Hektar (gelb umrandet) in Richtung Süden zu erweitern. Grafik: Stadtverwaltung
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Stadtverwaltung legt Untersuchung der Freiflächen auf Gmünder Gemarkung vor. Enorme Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen.

Schwäbisch Gmünd

Auf 112 Hektar der Gmünder Gemarkung, das ist knapp ein Prozent der Gmünder Gesamtfläche, könnten Freiflächen-Photovoltaik (PV)-Anlagen gebaut werden. Damit ließen sich nach heutigen Zahlen fast 31 000 Haushalte mit Strom versorgen. Diese Zahlen legte die Stadtverwaltung am Mittwoch den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses vor.

Der Leiter des Amts für Stadtentwicklung, Gerhard Hackner, erläuterte den Stadträten, nach welchen Kriterien diese 112 Hektar ermittelt worden sind. Ausschlussgründe können zum Beispiel Naturschutz oder Bodendenkmale, aber auch starke Reflexionen sein, sehr geeignet wären beispielsweise die Flächen stillgelegter Deponien. Ein Beispiel, das bereits sehr konkret untersucht wird, ist die Erweiterung der PV-Anlage auf der Mutlanger Heide an der Südseite um 5,9 Hektar. Diese Fläche könnte sehr schnell erschlossen werden, sagte Stadtwerke-Chef Peter Ernst - unter anderem weil der Anschlusspunkt, an dem der gewonnene Strom ins Netz geleitet werden kann, bereits vorhanden wäre.

Ernst legte auch dar, dass die Nachfrage nach PV-Anlagen enorm ist. Im gesamten Jahr 2021 hätten die Stadtwerke 145 neue Solaranlagen errichtet, in diesem Jahr seien es bereits 132. Bei Dachanlagen gebe es im Stadtgebiet das Potenzial, 425 000 Kilowattstunden pro Jahr zu erzeugen. Insgesamt liege das Potenzial der Photovoltaik bei 533 000 Kilowattstunden pro Jahr, genug für rund 150 000 Haushalte. Die Leiterin des Amts für Nachhaltigkeit, Franka Zanek machte deutlich, dass die steigende Nachfrage auch nötig sei: Bisher schöpfe Gmünd nur rund fünf Prozent des Potenzials, Strom aus Sonnenenergie zu gewinnen, aus.

Auf Nachfrage von Grüne-Stadträtin Gertraude von Streit unterstrich Oberbürgermeister Richard Arnold, dass die Verwaltung ein Gesamtkonzept für die Errichtung von PV-Anlagen auf Freiflächen brauche. Für jede Zulassung von Photovoltaik auf einer Freifläche sei ein Bebauungsplanverfahren nötig. Arnold machte auch den Zeitplan der Verwaltung deutlich: In den sieben Teilorten, die geeignete Flächen haben, soll im Oktober oder November darüber in den Ortschaftsräten diskutiert werden. Gleichzeitig sollen der Bauernverband und der Bauausschuss des Gemeinderats eingebunden werden. Im Lauf des nächsten Jahres könnten die notwendigen Verfahren durchlaufen werden. Auf Nachfrage von Gabriel Baum (Grüne) sagte er jedoch auch, dass die Stadt kein einziges Vorhaben von Privatleuten ausbremse. Peter Ernst antwortete auf Frage von Sebastian Fritz (Linke), dass bei den Zahlen der zu versorgenden Haushalte der steigende Bedarf durch E-Mobilität noch nicht berücksichtigt sei. Und auf die Nachfrage von Sigrid Heusel (SPD) bestätigten Ernst und Franka Zanek, dass die Personalknappheit im Handwerk zu einem Engpass beim Ausbau der Photovoltaik führen könnte.

Am Georgishof verzichten die Stadtwerke auf einen Teil der geplanten PV-Anlage: Er würde die Fundamente der Burg derer von Rinderbach berühren.

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