Aus dem Rückblick wird ein Zwischenstand

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Corona Das städtische Sozialamt stellt Vielfalt der Hilfsaktionen während der Pandemie vor.

Schwäbisch Gmünd. Einsam zu Hause, womöglich mit dem Coronavirus infiziert: Die seit nun bald zwei Jahren währende Pandemie hat viele Menschen in eine Notlage gebracht. Aber sie hat auch zahlreiche Helfer auf den Plan gerufen. Über die Vielzahl der Hilfsprojekte und Spenden während der bisherigen Pandemie berichtete Inge Pfeifer von der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement des städtischen Amts für Familie und Soziales am Mittwoch im Sozialausschuss. Eigentlich war dieser Bericht als Rückblick gedacht, erläuterte Sozialbürgermeister Christian Baron. Aber gerade an diesem Mittwoch seien die Corona-Zahlen in Gmünd so hoch wie noch nie, die Krise sei längst nicht überwunden. Immerhin könne Gmünd auf bewährte Strukturen zurückgreifen.

Schon zu Beginn der Pandemie hatte die Stadt die Aktion „Gmünd hilft“ ins Leben gerufen, die Hilfesuchende und Helfer zusammenbringen sollte. Am dafür eingerichteten Hilfetelefon nahmen Pfeifer und Barbara Herzer „ununterbrochen“ Anrufe entgegen.

Viele ältere Menschen baten zum Beispiel um Einkaufshilfe. Auf der anderen Seite meldeten sich spontan rund 150 Freiwillige - Menschen, die im Homeoffice arbeiteten, in Kurzarbeit waren oder Studenten. Viele jüngere Menschen boten Unterstützung an. In den Stadtteilen registrierte Inge Pfeifer eine oft noch funktionierende Nachbarschaftshilfe, dort fanden sich auch Ehrenamtliche, die die Hilfen koordinierten.

Herzer und Pfeifer bekamen am Telefon nicht nur Hilfeersuchen und Hilfsangebote zu hören. Immer wieder teilten die Anrufer auch Nöte und Ängste mit. In diesen Fällen vermittelten die beiden Kontakt zu geeigneten Beratungsstellen.

Auch Jugendliche

Nicht nur ältere Menschen hatten Probleme. Die Jugendarbeit richtete zwei Hotlines ein, auf denen sich bis abends um 22 Uhr Kinder und Jugendliche melden und ihre Sorgen loswerden konnten. Mitarbeiter sprachen Jugendliche auch direkt auf der Straße an und fragten, wie es ihnen geht. „Oft hat auch einfach das Gespräch geholfen“, stellte Inge Pfeifer fest.

Viele Bedürftige konnten den Tafelladen nicht mehr aufsuchen. Für sie packten Stadt, Tafelladen und DRK Lebensmittelkisten und fuhren sie aus.

Als großes Problem nannte Inge Pfeifer die Einsamkeit. Als „Gegenmittel“ wurden gleich mehrere Initiativen gestartet. So meldeten sich rund 150 Freiwillige, die einsamen Menschen schrieben - eine Aktion, die noch immer läuft. Die Stadt verteilte Karten, auf denen man Nachbarn Hilfe anbieten konnte. Denn oft mussten Pfeifer und Herzer sehen, dass sich nicht einmal Nachbarn kennen. Derzeit laufe die Aktion „Mahlzeit an kalten Tagen“ für Bedürftige.

Diese Aktionen kosteten auch Geld, doch Spenden gingen von verschiedenen Seiten ein: von der Aktion Mensch, der Vesperkirche und dem Verein der freien Zahnärzte zum Beispiel.

Amtsleiter Hans-Peter Reute bilanzierte, dass durch die vielfältigen Aktionen sicherlich Nachbarschaftskontakte gefestigt worden seien. Man habe in allen Altersklassen geholfen. Ein Hilfsangebot wurde bereits zu Beginn der Pandemie eingerichtet, wird aber derzeit zum ersten Mal in Anspruch genommen: ein Quarantänezimmer in der Obdachlosen-Unterkunft St. Elisabeth.

Die Vielfalt der Hilfen bekräftige Gmünds Ruf als „Hauptstadt des Ehrenamts“, meine CDU-Stadträtin Daniela Dinser. Sie rief die Bürger auf, verstärkt Wünsche vom Wunschbaum der Stadtverwaltung zu erfüllen. Uwe Beck (SPD) sah in den Hilfen einen Beitrag zur Humanität in der Stadt. Schön wäre es, wenn sich das ehrenamtliche Engagement verfestigen würde. Brigitte Abele (BL) regte an, die Kontaktmöglichkeiten für Menschen, die den Umgang mit dem Internet nicht gewohnt sind, zu verbessern. Wolfgang Fischer

Oft hat auch einfach das Gespräch geholfen.“

Inge Pfeifer, über „Gmünd hilft“

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