Bananen und Leuchtturm für die Schmiedgassen

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So stellen sich die städtischen Planer den so genannten Fernseh-Platz vor: Zwischen Vorderer und Hinterer Schmiedgasse würde ein Strand entstehen. Grafik: Stadtverwaltung
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Verwaltung schlägt provisorische Gestaltung für drei Plätze im östlichen Stadtkern vor. Keine Lösung für Buslinien gefunden.

Schwäbisch Gmünd

Einen Strand samt Strandkorb und Leuchtturm mitten in Gmünd? Mit Vorschlägen für die zumindest vorläufige Gestaltung von drei Plätzen möchte die Stadtverwaltung die Aufwertung der beiden Schmiedgassen noch in diesem Sommer angehen. In einem Bürgerforum am Dienstagabend präsentierten die Verantwortlichen die Pläne für solche Pop-Up-Plätze. Dafür sollen in einem ersten Schritt 30 Kurzzeitparkplätze wegfallen, später auch Anwohnerparkplätze. Der Individualverkehr soll deutlich vermindert werden. Für das Problem, wie sich eine dauerhafte Aufwertung der beiden Gassen mit den rund 1000 Bussen verträgt, die dort täglich durchfahren, möchte die Stadt erst bis zum nächsten Jahr eine Lösung finden.

Die Stadtverwaltung lege hier keine fertigen Konzepte vor, sondern Anstöße, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Die sollen, wenn der Gemeinderat zustimmt, noch im Juli umgesetzt werden. Im Herbst könne der Versuch dann bewertet werden.

Drei Bereiche möchte die Stadtverwaltung zu Pop-Up-Plätzen umgestalten:

den Frauen-Platz, benannt nach den dortigen Skulpturen, nahe dem nordöstliche Ende der Hinteren Schmiedgasse: Der Platz würde durch einen Kopfsteinpflaster-Streifen erweitert und gestaltet mit Bananenstauden, grünen Durchgängen, Hochbeeten;

den Fernseh-Platz, benannt nach dem früheren Radio- und Fernsehgeschäft Zepf, am Durchgang der Bürgerstraße zwischen Vorderer und Hinterer Schmiedgasse: Hier soll eine Strand-Landschaft entstehen mit Sand, Strandkorb, anstelle der dortigen Litfasssäule einem kleinen Leuchtturm;

den Frey-Platz auf den bisherigen Parkplätzen vor der Bäckerei Frey in der Hinteren Schmiedgasse: Hier sollen auf einem Holzdeck Sitzmöglichkeiten entstehen, zur Straße hin abgetrennt durch Pflanztröge oder Hochbeete.

Anwohner Jürgen Stemke legte die Ergebnisse von Lärmmessungen vor, die er durchgeführt hat. Sein Fazit: Die Lärm liege weit über den geltenden Richt- und sogar Grenzwerten. Die Reduzierung nur des Autoverkehrs ändere daran nicht viel. Die Stadt müsste Busse, Lastwagen, Motorräder und Poser von den Schmiedgassen fernhalten. Und: Bei Veranstaltungen sei das Remsdeck voll, darauf wiesen auch andere Diskussionsteilnehmer hin.

Die Meinungen zu den Vorschlägen waren unterschiedlich: CDU-Stadtrat Christof Preiß zeigte sich enttäuscht, unter anderem, weil keine Lösung für die Busse gefunden wurde. Susanne Lutz vom Agenda-Arbeitskreis Stadtentwicklung sah es positiv, dass das Projekt nun starte. Busse auf die Remsstraße zu verlagern, funktioniere aber nicht. Karl Miller (Grüne) sprach ebenfalls von einem guten Anfang, eine Lösung für die Busse sei eventuell stufenweise zu finden. „Guter Ansatz“, fand auch Linke-Stadtrat Sebastian Fritz. Allerdings sollte auch das Wohnen im Erdgeschoss gestärkt werden. Johannes Barth als Sprecher der Gastronomen regte an zu prüfen, ob einzelne Buslinien verlegt werden können. Alt-Schmiedgässler Helmut Gloning meinte, er sei trotz des Lärms dort alt geworden. Jürgen Wahl (Firma Dieterich) mahnte an, dass die Möglichkeit des kurzen Halts erhalten bleiben müsse.

Für die Busunternehmen zeigte sich Torsten Queren optimistisch, dass eine Lösung möglich sei. Die Remsstraße als Ausweichroute scheide aber aus.

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