Begegnungen im Grünen-Wohnzimmer

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Die Grünen-Abgeordneten Ricarda Lang und Martina Häusler hatten bei der Eröffnung ihres Wahlkreisbüros am Gmünder Münsterplatz viele Gäste.
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Was die Abgeordneten Ricarda Lang, Martina Häusler und mit ihnen der Kreisverband und die Gemeinderatsfraktion der Grünen am Münsterplatz 13 vorhaben.

Schwäbisch Gmünd

Die Grünen sind, nachdem Martina Häusler bei der Landtagswahl vor einem Jahr das Direktmandat gewonnen hat, im Herzen von Schwäbisch Gmünd angekommen: Am Samstagnachmittag eröffnete die Landtagsabgeordnete zusammen mit Ricarda Lang, Bundesvorsitzende der Grünen und Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Backnang-Schwäbisch Gmünd, ihr gemeinsames Wahlkreisbüro am Münsterplatz 13.

Wobei das Wort „Büro“ zu kurz gegriffen ist – neben den Büros der beiden Politikerinnen lädt im Erdgeschoss ein Grünes Wohnzimmer zum Dialog ein und soll als Ort der Begegnung und der politischen Teilhabe dienen. „Miteinander reden schafft Verständnis“, so wollen Häusler und Lang Bürger-Sprechstunden bieten und den Ort für Bürgerbeteiligung nutzen.

Weit über hundert Gäste waren zur Eröffnung auf den Münsterplatz gekommen, darunter viel Polit- und Lokalprominenz: Landrat Dr. Joachim Bläse, die Dekane Robert Kloker und Ursula Richter, Schönblick-Direktor Martin Scheuermann, Bürgermeister aus dem Umland sowie Vertreter etwa der Pädagogischen Hochschule, der Volkshochschule und der Stiftung Haus Lindenhof.

In die Begrüßung baute Häusler die wichtigen Anliegen ihrer Partei ein: den ländlichen Raum fördern, Wohnraum schaffen, Arten- und Umweltschutz, Bildung unabhängig vom Elternhaus und die Weiterentwicklung der Zukunftstechnologien.

Vielfältig seien die Herausforderungen, ging Häusler auf die angestrebte Klimaneutralität Deutschlands ein, die man miteinander hinbekommen müsse, und auf den Krieg in der Ukraine. Sie dankte allen, die Flüchtlinge willkommen heißen.

Lang sprach das Dilemma an, dass man als Partei gegen Waffenlieferungen gewesen sei und auf demokratischem Weg habe Frieden schaffen wollen. Doch Putin habe die Tür zugeschlagen, weshalb man nun politische Gewissheiten hinterfragen und die Ukraine in ihrem Selbstverteidigungsrecht unterstützen müsse. Sie zitierte Wirtschaftsminister Robert Habeck: Dies sei eine richtige Entscheidung, ob sie gut sei, wisse man erst in Zukunft. Lang fügte hinzu, dass die Ukraine nicht nur für sich kämpfe,sondern die europäischen Werte verteidige.

„Putin, beenden sie diesen Krieg“, forderte Andreas Schwarz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag. Der Krieg in Europa führe vor Augen, wie wichtig es ist, in erneuerbare Energien zu investieren und unabhängig vom Erdöl und Erdgas autokratischer Regierungen zu werden. Entschlossen müsse die Klimakrise angegangen werden. Ein Schritt in die richtige Richtung sei es, wenn Windkraftanlagen künftig sehr viel schneller ans Netz gehen sollen als bisher und zwei Prozent der Fläche Baden-Württembergs für erneuerbare Energien zur Verfügung stehen sollen. „Wann, wenn nicht jetzt?“,kommentierte Stadtrat Karl Miller am Rande der Veranstaltung den geplanten Ausbau in Form von Photovoltaikanlagen und Windkraft.

„Wir werden viel streiten müssen“, ging Gabriel Baum auf kommende Herausforderungen ein: Energiewende und Transformation der Wirtschaft. Der Gmünder Grünen-Fraktionsvorsitzende rief dazu auf, Lösungen für die Bürger zu finden, die machbar sind. Und er hatte ein besonderes Präsent mitgebracht: einen Papierkorb aus veganem Leder. Manches Grundsatzprogramm lande derzeit zu schnell im Müll. Aus seinem Papierkorb könne man Dinge wie die Abrüstungs- und Friedenspolitik, die zu schnell weggeworfen wurden, zu gegebener Zeit wieder herausholen.

Weitere Grußworte sprachen Oberbürgermeister Richard Arnold und die beiden Landesvorsitzenden Lena Schwelling und Pascal Haggenmüller. Die Band um Uli Krug „Die Träumer“ umrahmte die Eröffnung.

Wir werden viel streiten müssen.“

Gabriel Baum,, Stadtrat
Die Grünen-Abgeordneten Ricarda Lang (vorne) und Martina Häusler (im Hintergrund) hatten bei der Eröffnung ihres Wahlkreisbüros am Gmünder Münsterplatz viele Gäste. ÌFoto: jps
Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung.

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