Brigitte Wagenblast schätzt ihre neue Freiheit

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Die langjährige Autohaus-Chefin ist 75 und hat endlich mehr Zeit für Kultur, Garten und Städtetouren.
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Die langjährige Autohaus-Chefin ist 75 und hat endlich mehr Zeit für Kultur, Garten und Städtetouren.

Schwäbisch Gmünd. Die tägliche Fahrt ins Büro ist Vergangenheit, ausgefüllt ist ihr Tag dennoch von früh bis spät: An diesem Dienstag feiert Brigitte Wagenblast, drei Jahrzehnte lang Chefin des damals gleichnamigen Autohauses, ihren 75. Geburtstag.

Dabei hält sie sich an ihre selbst auferlegte Tradition. Der Geburtstag gehört ihr ganz allein. Museumsbesuche oder Städtetouren gönnte sich Brigitte Wagenblast oft an solchen Tagen. Vielleicht auch, um den Unterschied zum Alltag deutlicher zu erleben, denn Urlaub war für sie ein halbes Leben lang ein eher seltenes Erlebnis.

Seit sie das Berufsleben vor wenigen Jahren hinter sich gelassen hat, kann sie sich im Alltag Wünsche erfüllen, die lange warten mussten. Viele Bücher haben sich angesammelt „und davon möchte ich noch möglichst viele lesen“. Das können Romane sein, Bücher über andere Kulturen und auch Biografien. Kulturelle Aktivitäten liegen ihr schon immer am Herzen, jetzt hat Brigitte Wagenblast auch Zeit, sich in Museen umzusehen oder Kunstaktionen zu verfolgen. Die Verhüllung des Triumphbogens in Paris, vom verstorbenen Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude jahrzehntelang geplant, und nun posthum verwirklicht, sieht sie sich in Büchern und Zeitschriften an. Zu kurz das Spektakel in Paris, um es live zu erleben. Fast ebenso leidenschaftlich gerne bewegt sie sich in der Natur, vorzugsweise in ihrem eigenen Garten. „Jetzt gibt es dort wieder jede Menge zu tun.“ Vom Heckenschnitt bis zu den Blumenbeeten, die auch nach der Blüte Pflege verlangen.

Brigitte Wagenblast, die vor ihrer Ehe mit Josef Wagenblast Chemotechnikerin in Stuttgart und später im Labor der Firma Weleda war, hat schon früh das Thema Auto inhaliert. Ende der 1960er-Jahre hatte sie im Autohaus Wagenblast erste Aufgaben übernommen. Geschäftsleiterin wurde sie nach dem Tod von Josef Wagenblast im Jahr 1987. „Die aufreibende Arbeit, die Hektik, vermisse ich nicht“, sagt sie im Rückblick. Sie ist froh, dass sie diesen jetzt anstehenden Umbruch nicht an vorderster Front mitmachen muss. Was das für den Autohandel bedeuten kann, das hat Brigitte Wagenblast als Mitglied des Händlerbeirats der VW-Audi-Händler erfahren. Schon damals habe man die Dominanz der Hersteller zu spüren bekommen. Brigitte Wagenblast hat die alten Autozeiten erlebt, „als die Wagen noch rosteten, nur die nötigste Technik an Bord hatten“. Heute gebe es nur noch „rollende Computer“.

Für Brigitte Wagenblast ist es selbstverständlich, immer auch einen Blick über den Tellerrand zu wagen. So ist sie Mitglied im Präsidium der Industrie- und Handelskammer und engagierte sich ehrenamtlich als Arbeitsrichterin. Offen war und ist sie immer für ihr Schwäbisch Gmünd. Die Pflege der Altersgenossentradition gefällt ihr, vier Mal hat sie die Feste schon selbst miterlebt. Und Brigitte Wagenblast war und ist immer Familienmensch, freut sich, wenn Söhne, Schwiegertöchter und die sechs Enkelkinder bei ihr zusammentreffen.

Kuno Staudenmaier

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