„Da saß dieses kecke Mädchen“

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Edda und Ivan Lauzansky
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Edda und Ivan Lauzansky aus der Weißensteiner Straße erinnern sich aus Anlass ihrer Diamantenen Hochzeit an ihre gemeinsam verbrachten Jahre.

Schwäbisch Gmünd

Wo die vergangenen 60 Ehejahre nur geblieben sind? Edda und Ivan Lauzansky aus der Weißensteiner Straße wissen diese Frage nicht zu beantworten. „Man kann es fast nicht glauben“ meint Ivan Lauzansky. Er kam als „Flüchtlingskind“ Anfang der 1950er Jahre mit seinen vier Geschwistern und Eltern nach Oberbayern, und 1954 dann nach Schwäbisch Gmünd, um hier eine Ausbildung zu beginnen. Diese musste in Kaufbeuren beendet werden. Als Ivan 1958 zurück in der Gmünder Geschäftsstelle seiner Firma war, „saß da plötzlich dieses kecke Mädchen“, erinnert er sich.

Für Edda war es Liebe auf den ersten Blick: „Den wollte ich und keinen anderen“, erzählt sie. Als damals 15-jährige habe sie aber etwas „Überzeugungsarbeit“ geleistet, sagt sie lachend. Dass Edda damals in der selben Firma wie Ivan arbeitete, scheint ein Wink des Schicksals gewesen zu sein. Eigentlich wollten die Albrechts nämlich in die USA auswandern. Doch der Gesundheitszustand von Eddas Vater erlaubte das dann doch nicht.

Es folgten viele Besuche von Ivan bei Edda in Großdeinbach, „Mutter und Vater zogen sich in die Küche zurück und überließen uns das Wohnzimmer“, erinnert sich Edda. Die Hochzeit wurde im „evangelisch geprägten“ Großdeinbach gefeiert, „die katholische Konfession von Ivan war damals schon ein kleiner Hemmschuh“, erzählt Edda. Und Ivan ergänzt, dass er dem Pfarrer versprechen musste, die Kinder evangelisch zu erziehen.

Statt eines rauschenden Hochzeitsfests gab es am 13. Oktober 1961 ein kleines Essen im Kreis der Familie. Das junge Glück wollte lieber eine Hochzeitsreise an den Hopfensee machen. Für beides war nicht genug Geld da. Schneeregen begleitete das junge Paar auf ihrer Reise. „Es war trotzdem die beste Entscheidung“, meint Ivan heute noch voller Überzeugung.

Ein Zimmer in Eddas elterlichen Haus diente als erste gemeinsame Unterkunft. Dies änderte sich auch nach der Geburt von Tochter Martina nicht. Eng sei es gewesen, aber wunderschön mit der ganzen Familie unter einem Dach, erzählt Edda. „Himmlische Zustände“ erwarteten die Lauzanskys auch, als sie in ihre ersten gemeinsamen vier Wände in der Klarenbergstraße einzogen. Hier kam auch die zweite Tochter, Marion, zur Welt. Als „Heimchen am Herd“ sah sich die „wuselige“ Edda aber nie. Bei ihrem Arbeitgeber in Großdeinbach stieß sie auf viel Verständnis, die Chefs waren von Eddas Leistung dermaßen überzeugt, dass täglich ein „Taxidienst“ die junge Mutter zur Arbeit holte und die Kinder zu den Großeltern fuhr.

Später unterhielt Edda eine Quelle-Agentur und verschaffte sich als AVON-Beraterin einen großen Kundenstamm in der ganzen Region. Das hatte den Vorteil, dass sie sich die Arbeitszeit einteilen konnte. „Zum täglichen Mittagessen heimgehen zu können, war wunderbar“, erzählt Ivan.

Stillstand gab es im gemeinsamen Leben nicht. Ivan begann in der Industrie bei Menrad zu arbeiten. Und nachdem die Mädels groß waren, begann Edda in der Gmünder Innenstadt als Verkäuferin zu arbeiten. Beim „Kleinen Muck“, Marei Moden und bis zur Rente bei „Anne Rieg“ war sie, weshalb Edda Lauzansky für viele Gmünder ein bekanntes Gesicht sein dürfte.

Das beliebteste Urlaubsziel der Lauzanskys ist und sind die Berge und Österreich. 123 Mal seien sie in die Wachau gereist und immer im selben Quartier abgestiegen verrät Ivan und erzählt von einem Übersee-Urlaub in Amerika, um Eddas Heimweh nach den Geschwistern zu mildern. Die letzten 6000 D-Markhabe er für die Reise mit der Familie „auf den Tisch gelegt“.

Die Diamantene Hochzeit wird, wie bereits vor 60 Jahren, im kleinen Kreis mit den Kindern und den vier Enkeln gefeiert. Eine „Diamantene Hochzeitsreise“ wird es aber nicht geben. Das lässt Ivans Gesundheitszustand derzeit nicht zu.

Den wollte ich und keinen anderen.“

Edda Lauzanszky,, 60 Jahre verheiratet
Edda und Ivan Lauzansky

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