Die Bewältigung von Corona steht an erster Stelle

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Fragen der GT an SPD
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SPD-Fraktion will Jobs in Gmünd erhalten und ausbauen und mittelfristig Schulden abbauen.

Schwäbisch Gmünd. Was ist für Gmünd im kommenden Jahr wichtig. Dies fragt die GT Gmünds Ratsfraktionen. An diesem Donnerstag antwortet Sigrid Heusel für die SPD.

Welche Priorität(en) sehen Sie für das kommende Jahr?

Sigrid Heusel: Die Bewältigung der Corona-Krise wird im Herbst mit an erster Stelle stehen. Wichtiges Ziel ist ein weitgehend normaler Schul- und Kitabetrieb, der allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung gewährleistet. Weitere Handlungsfelder liegen in der Bewältigung des Transformationsprozesses und damit dem Erhalt und Ausbau von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, der Digitalisierung, der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen sowie der Unterstützung des örtlichen Handels. Der Antrag zur „Lebenswerten Altstadt“ beinhaltet Vorschläge zum Mobilitätswandel, diese sollten nun in Angriff genommen werden.

Wie bringt Gmünd den Haushalt nach Corona wieder in Ordnung?

Corona hat das Defizit im Haushalt zwar vergrößert, jedoch hat die Stadt auch ein strukturelles Einnahmeproblem. Durch Ansiedlung zukunftsfähiger Betriebe könnte eine Stabilisierung der Gewerbesteuer erreicht werden. Um die Finanzen aktuell im Griff zu behalten, sollte der Haushalt auf Sicht gefahren und vor allem Aufgaben zur Daseinsvorsorge erfüllt werden. Weiter halten wir eine Aufgabenpriorisierung für notwendig, denn mittelfristig muss auch der Schuldenabbau wieder in den Fokus rücken. Darüber hinaus erwarten wir von Bund und Land eine bessere Finanzierung der Kommunen. „Wer bestellt, bezahlt!“

Wie gelingt es Gmünd, der Abhängigkeit von der Automobilindustrie entgegenzuwirken? Welches Gewicht hat für Ihre Fraktion dabei eine weitere Entwicklung des Gewerbegebietes Aspen?

Grundsätzlich benötigt Gmünd eine breitere Aufstellung der Wirtschaft. Das heißt, dass verstärkt Firmen mit Zukunftstechnologien nach Gmünd geholt werden müssen. Die Entwicklung des Gewerbegebietes Aspen mit 35 Hektar bietet ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten für alternative Wirtschaftszweige. Ein Wasserstoffkompetenzzentrum wäre sehr gut, aber wir sind auch offen für weitere zukunftsfähige Technologiefelder, denn nur so können wir uns gegen den weiteren massiven Abbau von qualifizierten Arbeitsplätzen stemmen. Gmünd hat hier die Chance für die Region ein nachhaltiges Gewerbegebiet zu entwickeln.

Wie läuft aus Ihrer Sicht die Umsetzung des Projektes „Lebenswerte Altstadt“ mit dem Auftakt in den Schmiedgassen?

Schon die ersten Umgestaltungsmaßnahmen in den Schmiedgassen zeigen, dass die Aufenthaltsqualität durch weniger motorisierten Verkehr deutlich steigt. Wir hoffen, dass die Verbesserung der Atmosphäre Einzelhändler motiviert und zu mehr Angebotsvielfalt führt. Die künftige Linienführung des Busverkehrs - sowohl die Schmiedgassen als auch die Kappelgasse müssen entlastet werden - gehört im Herbst auf die Tagesordnung, wie auch die Frage des Kurzzeitparkens. Die Bewertung der Maßnahme und weitere Umgestaltungsmaßnahmen sollten im Oktober mit Händlern, Gastronomen und Anwohnern diskutiert werden.

Ist Ihre Fraktion bereit, Rädern und Fußgängern mehr und Autos weniger Raum in der Stadt zu geben?

Ja, denn wir benötigen einen Paradigmenwechsel, hin zu mehr ÖPNV, Fahrrädern und Fußgängern. Wobei ich betonen möchte, dass wir auch dem Pkw-Verkehr in der Stadt weiterhin Raum geben wollen. Dafür stehen Parkplätze in den Parkhäusern und Kurzzeitparkplätze zur Verfügung. Selbstverständlich müssen Arztpraxen oder Wohnungen mit dem Pkw erreichbar sein. „Shared Space“ ist das Stichwort für mehr Aufenthaltsqualität in der Altstadt. Hierzu gehört auch, dass der Lieferverkehr neu geregelt wird. Die Einhaltung der Lieferzeiten wird seit Jahren missachtet. Hier könnte teilweise auf Lastenfahrräder umgestellt werden.

Was kann die Stadt für den Handel nach Corona tun?

Die Corona-Krise hat Bremsspuren hinterlassen, aber auch den Fokus auf bereits vorhandene Probleme gerichtet, die auch durch die Onlinekonkurrenz entstanden sind. Die Aktion „Gmünd macht Outlet“ war ein guter Anfang nach Corona. Der Neustart bietet auch die Chance zu diskutieren, welche Veranstaltungsformate für die Händler und die Stadt gewinnbringend sein können. Gmünd braucht neben dem Leuchtturm EKM weitere passgenaue Veranstaltungen mit Alleinstellungsmerkmal, die Besucher aus dem Umland in die Stadt bringen und dem Einzelhandel und der Gastronomie Umsätze bringen. Unsere historische Altstadt bietet hierfür einen hervorragenden Rahmen. Michael Länge

Hier geht‘s zu den anderen Interviewpartnern

Alfred Baumhauer (CDU)

Gabriel Baum (Grüne)

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