Die Fahrradstraße in Parkposition

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Rad gefahren wird jetzt schon in der Klarenbergstraße. Sollte der Plan „Fahrradstraße“ dort umgesetzt werden, werden die Kreuzungsbereiche großflächig farbig markiert.
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Zuschüsse, Detailplanung, Finanzlage und Warten aufs nächste Jahr: Wann und wie es mit den Plänen für eine Fahrradstraße am Klarenberg weitergehen wird.

Schwäbisch Gmünd

Fahrrad-Demos, Info-Briefe, Bürgertreffen, ein Firmenchef, der Existenzangst bekundet hat: Der Plan, die Klarenbergstraße zur Fahrradstraße zu machen, hat viele in Bewegung gesetzt in diesem Sommer. Für die mögliche Verwirklichung gilt vorerst das Gegenteil: Nichts passiert.

Anja Tamm, die Gmünder Mobilitätsbeauftragte, versichert, dass es weiter geht, und meint damit: mit der Planung. „Das Tiefbauamt ist dran.“ Klar ist aber auch: In diesem Jahr wird in der Klarenbergstraße nichts mehr passieren. Drei Punkte müssen geklärt werden, ehe dort mit einer Umgestaltung begonnen werden könnte:

Die Planung: Wie kann eine Beschilderung aussehen, was für Markierungen braucht es auf der Fahrbahn – die Antwort auf diese Fragen ergeben gewissermaßen den Bauplan einer Fahrradstraße. Das ist gar nicht so einfach: „Man muss auch untersuchen, ob an manchen Stellen der Fahrbahnbelag saniert werden muss“, sagt Tamm. Weil es wenig sinnvoll ist, großflächige rote Markierungen, wie sie an den Kreuzungen vorgesehen sind, auf schadhaften Belag aufzutragen. „Das bringt nichts, dann entstehen nur hohe Folgekosten.“ Eine abgespeckte Planung á la „Fahrradstraße light“ aber macht aus Sicht der Mobilitätsbeauftragten keinen Sinn: „Nur ein paar Schilder aufstellen, das genügt nicht, das hat man in anderen Städten feststellen können. Wenn, dann machen wir's lieber richtig.“

Die Förderung: Es ist ein Verfahren, das zweistufig verläuft. Die Stadt hat zunächst beantragt, ins generelle Förderprogramm aufgenommen zu werden – dafür reicht eine Vorplanung. Bis Ende September musste die abgegeben werden; der Bescheid stehe noch aus, sagt Tamm. Im zweiten Schritt wird die fertige Planung eingereicht, „dann gibt es den Förderbescheid“. Die üblichen Fördersätze betragen „zwischen 50 und 90 Prozent“, so Tamm. Spannend ist etwa die Frage, inwieweit das Regierungspräsidium auch notwendige Sanierungen der Fahrbahnbezuschusst - „das weiß man nicht ganz genau“. Auch wegen der entsprechenden Förderanträge geht Anja Tamm „vom Frühjahr aus“ - nicht als Termin für einen Baubeginn, sondern dafür, dass dem Gemeinderat eine fertige Planung samt Kostenrahmen präsentiert werden kann.

Der politische Wille: Am Ende muss der Gemeinderat über das Projekt entscheiden – und ob das notwendige Geld dafür ausgegeben werden soll. Das erklärte Ziel der Stadt beim Radverkehr heißt eigentlich: mehr davon. Andererseits gab es auch Gegenwind von Teilen der Anwohner. Ob der das Projekt ausbremst, auch das ist dann eine politische Frage. Anja Tamm: „Der Gemeinderat hat sich sicher ein Bild davon gemacht, wie es bei der Bevölkerung ankommt.“

Die Fortsetzung: Nach der Klarenbergstraße soll es mit der Schwerzerallee als möglicher Fahrradstraße weitergehen. Eine konkrete Planung gebe es allerdings noch nicht, sagt Tamm. „Das wäre dann später dran.“

Nur ein paar Schilderaufstellen, das genügt nicht.“

Anja Tamm, Gmünder Mobilitätsbeauftragte

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