Die letzten Tage mit Leben füllen

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Pressemitteilung des Hospiz GD zum Deutschen Hospiztag am 14.10.

Vom Südosten Londons nach Schwäbisch Gmünd die Geschichte der Hospize beginnt in England und verbreitet sich in der ganzen Welt. An diesem Donnerstag ist deutscher Hospiztag. Ein Blick ins Gmünder Hospiz.

Schwäbisch Gmünd

Es ist ein super Ort, und ich finde es hier sehr gut. Ich kann nur staunen. Man kann froh sein, wenn man hier sein kann. Ich war hier die erste Bewohnerin, und ich kann es nur empfehlen.“ So formuliert es ein Gast des Gmünder Kloster-Hospizes. An diesem Donnerstag ist deutscher Hospiztag. Ein Blick zurück und ein Blick in die Gegenwart:

Im Grunde beginnt die Geschichte des Gmünder Kloster-Hospizes in der englischen Grafschaft Hertfordshire. Denn dort wurde 1918 die Sozialarbeiterin, Krankenschwester und Ärztin Cicely Saunders geboren, die die moderne Hospizbewegung begründete. Der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun, brachte Saunders während des Zweiten Weltkrieges dazu, ihr Studium an den Nagel zu hängen und sich zur Krankenschwester ausbilden zu lassen. Die Begegnung mit einem sterbenden Patienten inspirierte sie, sich für Sterbende einzusetzen. Sie war sich sicher, dass die Lebensqualität eines Menschen verbessert werden kann, egal wie kurz oder lang seine verbleibende Lebenszeit ist. Gemeinsam mit ihrem Patienten entwickelte Saunders ihre Vision eines Ortes, der ganzheitlich begleitet und an dem psychische, soziale und spirituelle Anliegen der Patienten wahrgenommen werden.

1967 war es soweit: St. Christopher’s Hospice in London wurde eröffnet. Von dort aus verbreiteten sich Saunders Gedanken in die Welt hinaus. In den 1980er-Jahren wurden die ersten Hospize in Deutschland gegründet und damit auch hier eine Bewegung losgetreten, die den Umgang mit dem Tod und Sterben nachhaltig veränderte.

Am 1. September 2021 öffnete schließlich das Gmünder Kloster-Hospiz seine Türen. Auf dem Grundsatz Saunders – „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ – werden schwerstkranke Menschen, bei denen Heilung ausgeschlossen ist, im Kloster-Hospiz auf ihrem letzten Weg begleitet – palliativ-medizinisch, psychisch, sozial, spirituell und ganzheitlich.

Gemeinsam mit ihren Zu- und Angehörigen sollen die Gäste nach Möglichkeit diese Tage noch einmal voll auskosten und als wertvolle, kostbare Lebenszeit erfahren können. Dafür wurde an der Südseite des Klosters der Franziskanerinnen in rund zwei Jahren Bauzeit ein Neubau geschaffen. Große, lichtdurchflutete Zimmer stehen den insgesamt acht Gästen zur Verfügung, alle mit Blick in das Grün des Klostergartens. Ein großer Esstisch, eine Kaminecke, Fernseher und eine offene Küche laden dazu ein, Alltagsfreuden wie gute Gespräche, gemeinsame Mahlzeiten oder Geburtstagsfeiern weiterhin zu leben. Neben der medizinischen Versorgung wird der ganze Mensch in seiner Einzigartigkeit wahr- und ernstgenommen. „Unser Plan war es, auch Leben und Lachen ins Haus zu bringen“, beschreibt Pflegedienstleiterin Daniela Kley die Vision, mit der das Team ans Werk gegangen ist.

Die Visionen Cicely Saunders sind mittlerweile überall auf der Welt zu spüren und zu sehen. Jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober findet der Welthospiztag statt. Seit 2000 wird am 14. Oktober der deutsche Hospiztag gefeiert. Diese beiden Tage möchten unter anderem die Aufmerksamkeit für hospizliche und palliative Belange erhöhen und die Menschen ermutigen, sich mit dem Sterben, mit der Endlichkeit des Lebens und dem Tod auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zum Gmünder Kloster-Hospiz, zum Ehrenamt sowie zu Spendenmöglichkeiten finden sich unter www.klosterhospiz.de. Bankverbindung: IBAN DE 9461450050 1001 1333 53.

Man kann froh sein, wenn man hier sein kann.“

Gast im Klosterhospiz

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