Ein Brückenbauer der Generationen

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Der neue Ehrenbürger der Pädagogischen Hochschule, Professor Dr. Lothar Rother, und Rektorin Professorin Dr. Claudia Vorst.
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Professor Dr. Lothar Rother erhält die Ehrenbürgerwürde der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd für seine Verdienste um die Seniorenhochschule.

Schwäbisch Gmünd

Professor Dr. Lothar Rother hat bei einem Festakt die Ehrenbürgerwürde der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd verliehen bekommen. Lehrer werden in Gmünd seit nahezu 200 Jahren ausgebildet. In der Gmünder PH allerdings erst seit 1962. Seitdem wurde die Ehrenbürgerwürde erst neun Mal verliehen. Mit der Entscheidung des Senatsausschusses der Seniorenhochschule wurde Rother zum zehnten Geehrten. Rektorin Professorin Dr. Claudia Vorst nannte ihn in ihrer Laudatio Brückenbauer zwischen den Generationen. Ihm gelang es durch diplomatisches Geschick, für Senioren ein lehrreiches und spannendes Programm an Vorlesungen zu installieren. „Großer Lehrender, Wissenschaftler und Menschenfreund“ nannte ihn Landrat Dr. Joachim Bläse, der der Feier im Hörsaal 1 virtuell zugeschaltet war. „Unvergessen sind die Exkursionen durch die Welt mit jungen Studierenden und Senioren, die unterschiedliche Menschen, Sprachen und Kulturen verbunden haben.“

Bereichernder Visionär

Oberbürgermeister Richard Arnold begrüßte im Hörsaal viele, die das Bild der PH mitgeprägt haben. Wenn er sich so umschaue, sei es gleichzeitig der Blick in die gute alte, aber auch wilde, impulsive Zeit. „Das schönste Denkmal steht nicht auf einem Platz, sondern im Herzen seiner Mitmenschen“, nahm Arnold den Ausspruch Albert Schweizers auf. Lothar Rother habe in seiner über 50-jährigen Zugehörigkeit zur PH ihre Entwicklung vorangetrieben. Aber auch in der Leichtathletik Kinder und Jugendliche trainiert, im Stadtverband Jugend und Sport Verantwortung übernommen. Daneben habe er als Referent in Volkshochschule und Gymnasien in den Fächern Länder- und Völkerkunde ein realistisches Bild der Welt vermittelt. „Er ist ein Visionär, der PH und Stadtgemeinschaft ungemein bereichert hat.“

Für den Senatsausschuss erinnerte Professor Dr. Herrmann Ullrich an den Weg der Seniorenhochschule, 1982 als Verein der Freunde der Hochschule gegründet. Der Geograph Rother habe für 40 Semester ein Programm entwickelt, das Friedensforschung und -erziehung, Umwelt und Überleben in der Welt einbezog. Interessant wurde die Seniorenhochschule auch durch Fotoausstellungen, in denen Rother Gesichter alter Menschen und von Kindern aus aller Welt zeigte. Er knüpfte internationale Verbindungen mit Seniorenhochschulen, initiierte 1998 den Weltkongress. 2001 entwarf er, wie die Zusammenarbeit der Generationen zu fördern und der Stellenwert der Älteren zu verbessern sei, örtliche wie internationale Kontakte intensiviert werden könnten. Er forderte eine Corporate Identity als Zeichen hierfür: „Wir sind stolz auf unseren Seniorenkreis“. „Diese Gedanken tragen noch heute“, so Ullrich. Die Seniorenhochschule soll in diesem Sinne weitergeführt werden.

Inge Hinnekeuser vom Seniorenbeirat sprach davon, dass Rother stets die Lust am neuen Wissen geschürt, aber auch dafür gesorgt habe, dass man dieses in den Pausen diskutieren konnte. Das Gemeinschaftsgefühl war wichtiger Teil der Veranstaltung. Sie hoffe weiterhin auf Vorträge von Rother, dem es stets gelungen sei, Themen spannend und verständlich darzulegen.

Rother erläuterte, dass er seine langjährige Betätigung als Bereicherung erlebt habe. „Bei den Vorbereitungen habe ich am meisten profitiert.“ Er sei voller Hoffnung, dass die Arbeit mit Präsenzveranstaltungen fortgesetzt werden könne. „Es ist ein richtiger Weg, auch die neuen Medien hineinzunehmen“, kommentierte er die Möglichkeit, digital in Vorlesungen zu sein. Er will die Zusammenarbeit von Seniorenhochschule, Freundeskreis und Universität Ulm aus der Ferne begleiten. Mit dem Dank an seine Mitarbeiterinnen und Kollegen und einem Satz seines Kollegen Professor Dr. Reinhard Kuhnert verabschiedete sich der Ehrenbürger der PH: „Wir altern in dem Moment, wo wir aufhören zu lernen.“

Sopranistin Susanna Meyer und Bariton Volker Maria Rabe, am Klavier begleitet von Mario Kay Ocker, umrahmten den Festakt musikalisch.

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