Entsetzt über das Ausmaß der Katastrophe

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So erleben Gmünder Feuerwehrleute Bad Neuenahr-Ahrweiler.
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Gmünder Feuerwehrleute haben in Bad Neuenahr-Ahrweiler geholfen. Sie setzten WLAN-Empfangsstationen, damit die Menschen wieder eine Internetverbindung haben.

Schwäbisch Gmünd

Leute, die heulend ihre Häuser ausräumen. Berge voller Müll. Leichenspürhunde, die in den Bergen voller Müll nach Leichen suchen - „schrecklich, unvorstellbar und unreal.“ So beschreiben die zehn Gmünder Feuerwehrleute, was sie im Hochwassergebiet in Bad Neuenahr-Ahrweiler erlebt haben.

Die Gmünder haben 18 Satelliten-Empfangsstationen aufgebaut, um so den Menschen vor Ort WLAN zu verschaffen. Denn viele Funkverbindungen sind seit dem Hochwasser vom vergangenen Mittwoch gekappt. Mittlerweile befinden sie sich auf dem Rückweg.

Gmünds Feuerwehrkommandant Uwe Schubert meldete sich am Dienstagfrüh bei Gmünds Stadtverwaltung, um vom ersten Tag zu berichten. Danach sind die Feuerwehrleute am Montag zunächst zur Landesfeuerwehrschule nach Bruchsal gefahren. Dort trafen sie auf etwa 200 Einsatzkräfte aus ganz Baden-Württemberg, die in vier Gruppen eingeteilt wurden. Die Gmünder Gruppe und die Einsatzzüge aus den Kreisen Schwäbisch Hall, Heidenheim, Main-Tauber und Heilbronn, die Schubert unterstellt sind, fuhren zum Nürburgring. Von dort wurden sie gegen 23 Uhr in die AKNZ, die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler, beordert.

Dort erhielten sie ihren Auftrag: Sie sollten in einem Umkreis von 50 Kilometern 23 Empfangsstationen für Satelliten platzieren, um die Menschen im Katastrophengebiet mit WLAN und damit mit einer Internetverbindung zu versorgen. Dies gelang zwischen Mitternacht und 6 Uhr bei 18 von 23 Stationen, berichtete Schubert. Teils mussten sie dazu Flüsse in Booten überqueren, um die Orte für die WLAN-Empfangsstationen zu erreichen. Danach gab's „eine kleine Mütze Schlaf“, gerade mal eine Stunde, wie Schubert berichtete. Zu dem Zeitpunkt, als Gmünds Feuerwehrkommandant sich meldete, war offen, welcher weitere Einsatz die Gmünder erwartet. Bis zum Einbruch der Dunkelheit wollten sie arbeiten, weil die Menschen „für jeden ausgepumpten Keller, für jede Tiefgarage dankbar“ sind. Am Abend lag der Marschbefehl Richtung Heimat für Mittwoch um 15 Uhr vor - doch der Einsatz könnte eventuell noch verlängert werden, berichtete Schubert.

Ebenfalls im Hochwassergebiet war am Sonntag die Laubacher Landwirtin Gabriele Regele. Mit weiteren Landwirten aus dem Stuttgarter Raum sei sie einfach losgefahren. In Walporzhain bei Bad Neuenahr habe sie eine Notlage erlebt, die „einem die Tränen in die Augen“ treibe. Die Menschen seien ohne Wasser und ohne Strom. Einen Tag lang habe sie Schlamm und Gerümpel aus Häusern entfernt. Bürgern, die helfen wollen, rät sie von Sachspenden ab. Stattdessen bittet sie, Geld für die Opfer des Hochwassers zu spenden. mil

Schrecklich, unvorstellbar und unreal.“

Gmünds Feuerwehr, zur Hochwasserkatastrophe
Gmünder Feuerwehrleute sind zurzeit im Hochwassergebiet bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es sind solche Bilder der Zerstörung, auf die die Feuerwehrmänner dabei treffen. Und für die selbst sie nur Worte wie „unvorstellbar“ oder „unreal“ finden.
Gmünds Feuerwehrleute in der Akademie für Krisenmanagement.

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