Es geht um Millionen: TSB Gmünd geht vor Gericht und greift Stadt scharf an

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Es geht zunächst vor Gericht um Millionen Euro - und die wichtige Frage bleibt offen: Was geschieht auf dem Gelände des TSB Gmünd in Wetzgau? Dort wollte der Verein mit einem neuen Sportzentrum eigentlich seine Zukunft sichern. Archivfoto: Tom
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Nach monatelangem „Stillschweigen“ geht der TSB Gmünd mit umfangreicher Stellungnahme an die Öffentlichkeit.

Schwäbisch Gmünd

Wie viel Geld bleibt dem TSB Gmünd übrig aus dem Verkauf des alten TSB-Platzes in der Buchstraße? Wie geht es weiter mit den Neubauplänen des Vereins? Was ist dran an finanziellen Fragwürdigkeiten im Zusammenhang mit dem Verkauf? Lange hat der Verein zu diesen und ähnlichen Fragen geschwiegen. Am Donnerstagabend ist er an die Öffentlichkeit gegangen mit einer sechs Seiten langen Stellungnahme. Das sind die wichtigsten Aussagen:

Die Sache geht vor Gericht: Das „Stillschweigen“ habe bestanden, weil „außergerichtliche Klärungsversuche“ unternommen worden sind, heißt es vom TSB-Vorstand. Diese erklärt der Verein nun für gescheitert. Was zu klären war und ist, das hatte die Mitgliederversammlung im Oktober 2021 ans Licht gebracht: Offene Rechnung in Millionenhöhe (siehe Info), die der Verein bis heute nicht für plausibel begründet hält. Ernst Heidler, Sprecher des sechsköpfigen TSB-Vorstands, der den Verein aktuell führt, nennt Details: „Es geht um etwa 500  000 Euro Notarkosten und rund 3,2 Millionen Architektenhonorar.“ Dazu laufen nun zwei Prozesse, sagt Heidler. Wegen ersterer Forderung habe „der Partner von Peter Jursch“ (dem früheren TSB-Vorsitzenden – Red.) Werner Deininger den Verein verklagt, wegen der zweiten Summe sei der TSB selbst vor Gericht gegangen. „Weil Architekt Christof Preiß bis heute keine prüfbaren Rechnungen dafür vorgelegt hat“, so Heidler. Christof Preiß war am Donnerstagabend für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Die Vorwürfe gegen die Stadt:Es hätten „zahlreiche Gespräche mit der Stadt Schwäbisch Gmünd stattgefunden“, sagen die Vorstände. Eine „annehmbare Klärung“ sei nicht gelungen. Weil „massive Änderungen ehemaliger Absprachen und Zusagen auf uns zukamen“. Die TSB-Vorstände verweisen darauf, dass Oberbürgermeister Richard Arnold 2019 in der Mitgliederversammlung des Vereins finanzielle Unterstützung für den Bau eines Allwetterplatzes zugesagt hatte - in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Zwei Jahre später habe der TSB erfahren müssen, dass die Stadt die Zusage nicht einhalten könne. „Kann man sich auf feste und eindeutige öffentliche Zusagen eines Bürgermeisters und eines Oberbürgermeisters im Namen der Stadt nicht mehr verlassen?“, schreiben die TSB-Vorstände.

Baubeginn weiter offen: Gebaut werden kann das geplante Sportvereinszentrum im Laichle vorerst nicht: „Erst müssen wir das endgültige Ergebnis abwarten – anders haben wir keinerlei Gewissheit, wie viel Eigenkapital uns letztendlich aus dem Verkauf Buchstraße bleibt“, so der TSB. Dann werde sicher angesichts der Preisentwicklung im Bausektor „eine Neukalkulation des Vorhabens notwendig sein“.

Das sagt der Stadtsprecher: Die Stellungnahme des Vereins habe „eine gewisse Schärfe“, sagt Rathaussprecher Markus Herrmann. Die Stadt habe das Projekt intensiv begleitet und „auch dazu beigetragen, dass eine große Summe für den Verein zu Verfügung steht“. Und sie habe Zusagen gemacht: Allerdings habe sich in den vergangenen Jahren die Geschäftsgrundlage auf städtischer Seite „komplett verändert“. Sprich: Die Finanzsituation der Stadt sei zusehends schlechter geworden. Darüber habe Bürgermeister Christian Baron, der unter anderem für Sport und Finanzen zuständig ist, den TSB jedoch auch sehr früh und offen informiert. Das Pochen auf frühere Zusagen sei nun nicht zielführend, meint der Pressesprecher der Stadtverwaltung. Ebenso wenig wie Vorschläge, wo die Stadt denn Ausgaben streichen solle, um die früheren Zusagen erfüllen zu können. Und weiter: „Wir wollen mit dem Verein einen Weg finden.“

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