Ganz entspannt am HBG

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Abiprüfung in der Turnhalle: In diesem Jahr mit Abstand, Schnelltest und Maske.

An diesem Dienstag beginnen die Abiturprüfungen. Was Schulverwaltungen und Schüler berücksichtigen müssen. Und wo kein Abi stattfindet.

Schwäbisch Gmünd

Das Abitur ist die große Herausforderung nach zwölf Schuljahren. Die Pandemie sorgt nun für eine weitere Hürde: Schülerinnen und Schüler müssen während der ganzen Prüfung eine Maske tragen. Das schreibt das Kultusministerium vor. Anders ist es mit dem Schnelltest: wer keinen macht, kann in einem separaten Raum die Abituraufgaben lösen.

Die meisten Schüler nehmen das gelassen, meint Abiturient Martin Horn. „Ich störe mich nicht groß an den Masken“, sagt er und ist sich sicher: „Besser man trägt Maske und übersteht das Abi gesund.“ Überstehen müssen das Abi auch die Schulleitungen, die viel organisatorische und logistische Arbeit leisten. Das begann damit, dass die Abschlussklassen in den letzten 14 Tage vor dem Abitur keinen Präsenzunterricht mehr haben, damit sie sich nicht anstecken. In einem Punkt kommt das Homeschooling der Prüfungszeit entgegen. „Die Schulräume sind leer, wir haben genügend Ausweichmöglichkeiten“, sagt Jens-Peter Schuller, Chef des Agnes-von-Hohenstaufen-Gymnasiums im Berufsschulzentrum. Seine Abiturienten kommen alle in der Sporthalle unter. Weil am Dienstag aber auch Wirtschaftsgymnasium und Technisches Gymnasium mit dem Abi beginnen, „nutzen wir die Raumkapazitäten im Haus“, sagt Sabine Fath, Chefin des TG. Die Folge: „Wir brauchen natürlich viel mehr Aufsichtspersonal als sonst“, so Jens-Peter Schuller, aber „wir beschweren uns nicht, Hauptsache das Abitur klappt“.

Im Parler-Gymnasium ist die große Halle inzwischen zum Prüfungsraum umgebaut. Die 66 Schüler treffen aber nie auf einmal zusammen, weil sie unterschiedliche Fächer-Schwerpunkte gewählt haben. „Im höchsten Fall sind es 50 in einer Prüfung“, sagt Schulleiter Thomas Eich. Los geht es an diesem Dienstag mit dem Fach Deutsch, das dort 31 Abiturienten schreiben. Ob sie alle in der Halle sein werden, hängt vom Corona-Schnelltest ab. Das Kultusministerium lässt Schüler entscheiden, ob sie diesen Test machen wollen. Im Fall der Verweigerung steht ihnen ein anderer Raum zu. Getestet wird auch nicht unmittelbar vor der Prüfung, „diesen Stress wollen wir unseren Abiturienten ersparen“, sagt Thomas Eich. Deshalb können Schüler an diesem Montag schon ab 7.30 Uhr zum Test in die Schule kommen. Der Vorteil: Sollte ein Test positiv ausfallen, ist noch am selben Tag ein PCR-Test samt Ergebnis möglich. Getestet wird auch in den weiteren Prüfungswochen. Selbst am 14. Mai, Brückentag nach Christi Himmelfahrt, richtet die Schule ein Testangebot ein.

Vielleicht auch länger. Wird eine Schülerin oder ein Schüler positiv getestet, steht ein Nachtermin auf dem Plan. „Der ist rechtzeitig vor dem mündlichen Abitur im Juli“, sagt Bernd Gockel, Schulleiter des Scheffold-Gymnasiums. Dort ist die Turnhalle zentraler Ort für die Prüfungen, die ebenso an diesem Dienstag beginnen. Die Vorgaben aus dem Kultusministerium sind berücksichtigt. Dazu zählen auch die Maskenpflicht und die verordnete Maskenpause. Als Pause zählt auch, so Bernd Gockel, wenn die Maske zum Essen und Trinken abgenommen wird.

„Die Schulen ermöglichen Absolventen auch darüber hinausgehende Tragepausen während der Prüfungszeit im Freien oder in dafür vorgesehenen Räumen“, heißt es aus dem Kultusministerium. Am Scheffold- wie am Parler-Gymnasium steht dafür ein extra Raum zur Verfügung, den ein Schüler allein betreten darf. Bernd Gockel rechnet aber nicht damit, dass allzu viele davon Gebrauch machen werden. Schüler denken auch an die vorgegebene Zeit. Martin Horn würde „schon mal zehn Minuten zum Durchatmen rausgehen“. Es sei aber auch denkbar, dass die Maske mal stört, dass man abgelenkt ist und dabei Zeit verliert.

All die Probleme kennt das Hans-Baldung-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd nicht. „Ich kann mich ganz entspannt zurücklehnen“, sagt Schulleiter Veit Botsch. Einmalig in der Geschichte der Schule, die auf G9 umgestiegen ist und vergangenes Jahr den letzten G9-Jahrgang verabschiedet hat. Die G9-Schüler schreiben 2022 ihr Abitur. Wie das Landesgymnasium für Hochbegabte mit dem Abitur im Corona-Jahr umgeht, bleibt innerhalb des Uniparks. Die Schulleitung will dazu nicht Stellung nehmen.

Die Schulräume sind leer, wir haben genügend Ausweichmöglichkeiten.“

Jens-Peter Schuller,, Schulleiter

Das sagt das Kultusministerium

Test: Der wird für alle Prüflinge angeboten. Nicht Getestete schreiben die Arbeiten in einem anderen Raum.

Maske: In den Prüfungen gilt grundsätzlich die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Maskenpausen sind möglich.

Nachtermin: Bei einem positiven PCR-Test ist die Teilnahme an der Prüfung nicht möglich. Schüler müssen auf den Nachtermin ausweichen.

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