Gmünder Händler wollen Kunden Sicherheit vermitteln

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Mit Bändchen unkontrolliert zum Einkaufsbummel? Gegen dieses Konzept hat der Gmünder Handels- und Gewerbeverein Bedenken.
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Gmünder Handels- und Gewerbeverein hat Bedenken gegen das in Aalen ausgetüftelte Bändchen-System.

Schwäbisch Gmünd

Im gesamten Einzelhandel, sofern er nicht der Grundversorgung dient, gilt: Zutritt nur für Kunden mit 2G, also geimpft oder genesen. Die Aalener Innenstadt-Geschäfte haben nun ein System gestartet, mit dem Kunden nach einer erstmaligen Kontrolle ohne erneutes Vorzeigen von Impfnachweis und Ausweis in weitere Läden dürfen. Der Gmünder Handels- und Gewerbeverein jedoch steht diesem System skeptisch gegenüber.

Der Innenstadtverein Aalen City aktiv, kurz ACA, und die Mitgliedsbetriebe haben sich eine Vereinfachung für Kundinnen und Kunden und Mitarbeitende in den Betrieben überlegt, sagt Citymanager Reinhard Skusa: Wenn die Kunden erstmals nachgewiesen haben, dass sie geimpft oder genesen sind, bekommen sie ein Armband, das sie im nächsten Geschäft statt Impfnachweis vorzeigen können. Dass die Bändchen weitergegeben werden, soll ausgeschlossen werden.

Ein Konzept auch für Gmünd? „Wir haben die Idee diskutiert“, sagt Dr. Christof Morawitz, Vorstandsmitglied des Gmünder Handels- und Gewerbevereins (HGV). In der Summe sehen die Vertreter des Gmünder Handels aber mehrere Probleme im Konzept mit den Bändchen. So bewege sich dieses Konzept seiner Ansicht nach in einer juristischen Grauzone: Die Corona-Verordnung des Landes schreibe vor, dass ein Ladenbetreiber oder jemand vom Personal die 2G-Nachweise prüft. Ob diese Pflicht entfällt, wenn der Kunde oder die Kundin schon in einem anderen Geschäft kontrolliert wurde, ist für ihn zumindest offen. Da stehe man, so Morawitz, „mit einem Bein im Unrecht“. Auch die Gefahr von Fälschungen wie zum Beispiel bei Impfausweisen möchte der HGV-Vorständler nicht ausschließen.

Das wichtigste Argument jedoch sehen die Gmünder Händler im Vertrauen der Kundschaft. Die Menschen seien derzeit durch vielfache, oft auch widersprüchliche Nachrichten verunsichert. Deshalb müssten die Einzelhändler bei den Kunden Vertrauen schaffen und ihnen ein Gefühl der Sicherheit in ihrem Geschäft vermitteln. Dazu gehörten die Kontrollen direkt im jeweiligen Geschäft . „Ich sehe diese Sicherheit bei der Aalener Aktion nicht“.

Im Übrigen sei der Einzelhandel bisher kein Treiber der Pandemie, sagt Dr. Christoph Morawitz. Um dies beizubehalten, führten die Einzelhändler diese Kontrollen durch - auch wenn dies bei Kunden, die abgewiesen werden müssen, nicht unbedingt freudige Reaktionen hervorruft. Die Kontrollen seien gleichzeitig ein Zeichen der Wertschätzung für die Beschäftigten in den Kliniken, die eine enorme Leistung vollbringen, so der HGV-Vorständler.

Bedenken datenschutzrechtlicher Art gegen das Bändchen-Konzept hat der Geschäftsführer der Gmünder Touristik und Marketing GmbH, Markus Herrmann, zugleich Pressesprecher der Stadtverwaltung. Die Stadtverwaltung unterstütze Aktionen, die Einzelhandel und Innenstadt stärken. Doch sie lege auch großen Wert darauf, eine weitere Spaltung der Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte zu vermeiden. Das Bändchen aber kennzeichne Menschen als geimpft oder genesen.

Ich sehe diese Sicherheit bei der Aalener Aktion nicht.“

Dr. Christof Morawitz,, HGV-Vorstandsmitglied
  • Die Regeln zu den Kontrollen
  • Das sagt die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg:Anbieterinnen oder Anbieter, Veranstalterinnen oder Veranstalter oder Betreiberinnen oder Betreiber sind zur Überprüfung der vorzulegenden Test-, Impf- oder Genesenennach-weise verpflichtet. So heißt es im Paragrafen 6 der Voerordnung.
  • Und im Paragraf 6a: Die Nachweisführung im Sinne des § 6 hat durch Gewährung der Einsichtnahme in den Testnachweis in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Spra-che in verkörperter oder digitaler Form gemeinsam mit der Einsichtnahme in ein amtliches Ausweisdokument im Original zu erfolgen. Satz 1 gilt entsprechend für Genesenennach-weise. Impfnachweise sind in digital auslesbarer Form vorzulegen . . . Die zur Überprüfung der Nachweise Verpflichteten sind, soweit dies nicht technisch ausgeschlossen ist, verpflichtet, elektronische Anwendungen zur Überprüfung einzusetzen.

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