Gmünder Weststadt soll zusammenrücken

+
Die „Sorgende Weststadt“ ist ein Projekt für mehr Lebensqualität in diesem Gmünder Quartier.
  • schließen

Viele Interessierte beim Auftakt zur „Sorgenden Weststadt“. Bald könnte es Hilfe in allen Lebenslagen geben, die noch nicht von anderen Diensten bereitgestellt wird.

Schwäbisch Gmünd

Die Weststadt auf dem Weg zur großen Familie: ein Netzwerk soll die Menschen verbinden. Solche, die Hilfe anbieten, solche, die Angebote in Anspruch nehmen möchten. „Sorgende Weststadt“ ist die Idee überschrieben. Am Dienstagabend begegneten sich im Paul-Gerhardt-Haus Interessierte an diesem Projekt.

Manche mit konkreten Vorstellungen. Diakon Arthur Schwarz schätzt die Initiative, die Vernetzung in der Weststadt. Er denkt aber, dass „mehr Leute bereit sind, Hilfe anzubieten als Menschen, die sich trauen, Hilfe anzunehmen“. Das könnte vielleicht durch niederschwellige Angebote leichter werden: Thomas Krieg nennt dabei einen regelmäßigen „Sorgende-Weststadt-Stammtisch“, später vielleicht im neuen Weststadt-Café an der Ecke Eutighofer Straße / Eugen-Bolz-Straße.

Erfahrung im Gepäck hat Renate Wahl, Leiterin des Seniorentreffs Spitalmühle. Ihr ist es ein Anliegen, das Leben in der Weststadt lebenswerter zu machen. „Wir unterstützen selbstbestimmtes Leben.“ In Schwäbisch Gmünd könne man schon jetzt auf viele Hilfen Bauen, 1990 wurde der Seniorenrat gegründet, 1993 die Spitalmühle. Seit zehn Jahren gibt es das Seniorennetzwerk mit 17 Bausteinen als Hilfe für den Alltag. Unter anderem zählt ein Senioren-Fahrdienst zur Verfügung.. Keines der Angebote dürfe in Konkurrenz zu den ambulanten Diensten stehen. Deshalb warten – das könnte Teil der „Sorgenden Weststadt“ sein – Angebote wie Hilfe im Umgang mit Computer und Smartphone oder gemeinsames Einkaufen, einfache Arbeiten im Garten oder Vorlesen auf Interessenten.

Thomas Krieg definierte in einführenden Worten die Weststadt mit der Feststellung, „dass es die Weststadt so nicht gibt“. Das beginne schon bei der räumlichen Ausdehnung. Für die evangelische Kirche reiche sie bis zur Uferstraße, für die katholische Kirche nur bis zum Siechenbergweg. Die Stadt sehe die Grenze zur Innenstadt am Arbeitsamt. Jeder empfinde die Weststadt anders, je nach Dauer der Zugehörigkeit und Wohnlage. Westlich der Klepperletrasse, dem heutigen Radweg, habe die Bebauung erst nach dem Krieg begonnen. 1970 entstanden die Hochhäuser und „beinahe wäre dort die neue Pädagogische Hochschule gebaut worden“, erinnert er die Besucher. In Zukunft werde sich die Weststadt noch einmal deutlich verändern. Mit den neuen großen Bauprojekten wachse der Stadtteil.

Wir unterstützen selbstbestimmtes Leben.“

Renate Wahl

Im „Kurzgespräch“ sollten sich die Gäste des Abends austauschen, nach Art eines Speed-Datings wechselten die Personen im Sieben-Minuten-Takt von Tisch zu Tisch. Um sich kennenzulernen, um Antworten auf die Fragen zu formulieren: „Ich bin hier, weil ….“ oder „Meine Vorschläge“. Katharina Heidbüchel vom Amt für Familie und Soziales moderierte nicht nur den Abend, sondern begleitete diese Kurzgespräche, die in einen Ausblick münden sollten.

Nicht immer ging es gleich um konkrete Pläne. Franklin Schiftan besuchte die Auftaktveranstaltung „Sorgende Weststadt“, um sich einfach erstmal zu informieren. Thomas Krieg hat an den Tischen unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Manche hätten Sorge, sich mit Hilfezusagen den eigenen Alltag zeitlich zu blockieren. Wenn sich kurzfristig das Enkelkind ansagt, müsse man die Zeit dafür haben. Es gebe auch die Erfahrung, dass kleine Netzwerke schon jetzt funktionieren. In großen Mehrfamilienhäusern sei es nicht unüblich, vor dem Einkauf einen kurzen Rundruf zu starten, wer gerne etwas aus dem Supermarkt hätte. Die Angebote an die Hilfesuchenden weiterzureichen, darum möchte sich Weststadt-Koordinatorin Eva Bublitz kümmern.

Hilfe-Angebot und Hilfe-Nachfrage ist möglich unter 07171/4950962 oder E-Mail: eva.bublitz@schwaebisch-gmuend.de.

Mehr zum Thema Weststadt:

Fehrle-Gärten: Spatenstich fürs Großprojekt in der Weststadt

Wohnungsbau nimmt in der Weststadt Gestalt an

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare