Gmünder wollen mehr Grün, eine Markthalle und sichere Plätze

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Foto: Jan-Philipp Strobel
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Ergebnisse und Kommentare vom Ostalbcheck: Was Gmünderinnen und Gmünder an ihrer Stadt gut finden, was besser werden soll, was sie sich noch wünschen.

Schwäbisch Gmünd

Ich lebe gerne in meiner Heimatstadt Schwäbisch Gmünd.“ So sagt das ein Teilnehmer an unserer großen Ostalbcheck-Umfrage. Mehr als 1400 Menschen haben allein in Gmünd mitgemacht, abgestimmt und kommentiert. Natürlich gab’s nicht nur Lob, sondern auch Kritik und Anregungen. In der Summe ist ein detailliertes Stimmungsbild entstanden, welche Themen den Gmünderinnen und Gmündern wichtig sind.

Der Verkehr …ist ein zentrales Thema in vielen Kommentaren, die Teilnehmer ihrer Stadt unters Zeugnis geschrieben haben. „Das Fahrrad wird nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt“, findet ein Teilnehmer und sehr viele andere pflichten ihm bei. „Es fehlt ein Verkehrskonzept: durchdachte, praktische, sichere Wege für Radfahrer, mit Radschnellwegen.“

Einige Gmünder finden, dass zu wenig gegen Falschparker unternommen werde – und gegen lautstarke Angeber-Autofahrer: „Die Lärmbelästigung durch Autoposer und getunte Motorräder hat in Gmünd in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gerade auf den Hauptverkehrsachsen wird hier stark aufgedreht, ohne dass Angst vor Kontrollen zu bestehen scheint, weil offenbar auch kaum kontrolliert wird“, so eine Stimme.

Das Verkehrsmittel Auto hat in der Umfrage auch Fürsprecher. „Mehr kostengünstige Parkplätze“, wünschen sich viele Teilnehmer, einer schreibt: „Autoverkehr nicht noch mehr einschränken.“ Und ein anderer Kommentar lautet: „Die Gängelei der Autofahrer (…) muss endlich aufhören.“

Die Sicherheit …ist immer wieder Thema von Kommentaren, vor allem in der Innenstadt: Die Polizeipräsenz in der Stadt sei „absolut ungenügend“, findet ein Teilnehmer. Ein weiterer Kommentar: „Insbesondere in dunklen Abend- und Nachtstunden braucht es mehr Sicherheitspersonal auf Straßen, Wegen und Plätzen.“

Innenstadt und Stadtteile …sind ebenfalls immer wieder Gegenstand der Kommentierung. „Ortsteile nicht vernachlässigen“, mahnt ein Teilnehmer, ein weiterer wünscht sich eine „Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt fürs Wohnen“. Auch Müll wird ein paarmal angesprochen: „Müllproblematik stark ausgeprägt, sehe ich aber nicht als städtisches Versagen. Manche Bürgerinnen und Bürger sind einfach unmöglich“, schreibt ein Teilnehmer dazu.

Einen häufig genannten Wunsch, den viele Teilnehmer teilen, drückt jemand so aus: „Wieder schöne gepflanzte Bäume in der Innenstadt.“ Oder: „Mehr echtes Stadtgrün statt mobiler Bäumchen.“

Was auch ein paarmal genannt wird, ist übrigens eine Idee, die schon mal leise angedacht worden ist in Gmünd: dass wir hier eine „Markthalle“ haben, womöglich anstelle des alten, leer stehenden Woha-Gebäudes.

Ungelöste Fragen: Dann gibt es Teilnehmer, die ihren Blick aufs große Ganze richten. Ein Umfrage-Mitmacher empfindet offenbar vor allem die Verkehrspolitik in Gmünd bevormundend: „Eine Stadt besteht nicht nur aus Verboten, Einschränkungen und permanenten hochmoralischen Verhaltensbelehrungen insbesondere in Mobilitätsfragen.“ Ein anderer Teilnehmer benennt in kurzer Aufzählung, wo es aus seiner Sicht überall klemmt in seiner Stadt: „Nicht gelöste Probleme: Rund ums Stöckle; Verkehrsberuhigung Schmiedgasse; Gartenwirtschaft Zeiselberg; Hallenbad; Ortseingang von Mutlangen kommend; Ortseingang von Stuttgart kommend.“

Ungelöste Fragen gibt’s noch einige: „Es sollten mehr HNO-Ärzte in Gmünd sein“, findet ein Teilnehmer. Auch gewünscht: „Ein Klo auf dem Hornberg.“ Dass für junge Leute mehr geboten sein sollte, sagen einige Teilnehmer. „Es fehlen Clubs für junge Leute“, schreibt einer. Und die „Kulturstadt“ Gmünd hält ein anderer Kommentierender für zu wenig auf Jüngere ausgerichtet: „Das (…) Kirchenmusik-Festival richtet sich nur an eine kleine, gebildete und ältere Klientel. Ich halte das Angebot im Bereich Rock- und Popmusik im Vergleich zu den Nachbarstädten Aalen und Heidenheim für ausgesprochen dürftig.“

Die lobende Stimme vom Anfang ist aber nicht nur eine einzelne. Es lebt sich gut in Gmünd, wird auch immer wieder betont: „Unterm Strich ist es einfach schee in Gmünd.“

Fast immer lohnt ja ein Blick über Tellerränder hinweg, was beim Ostalbcheck Programm ist, weil er in allen 42 Gemeinden im Ostalbkreis (und in Alfdorf) gelaufen ist. Also darf am Ende ein Aalener zu Wort kommen, der dort die Ostalbcheck-Umfrage zu seiner Stadt mitgemacht hat: „(…) Dennoch kann die Kernstadt mit ihrem Flair im Vergleich zu Schwäbisch Gmünd nach der Landesgartenschau nicht mehr mithalten.“

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