Hilfe durch Sport, Suppe, Spenden

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Passend zum Start der Küche der Barmherzigkeit: Kartoffelsuppe von den DRK-Feldköchen.
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Bergwachtler laufen für Spenden, DRK-Feldköche machen Suppe und viele andere helfen: Gottesdienst zum Auftakt zur 28. Saison der Küche der Barmherzigkeit in Armenien.

Schwäbisch Gmünd

Die Lage ist schwierig für die Menschen in Yerewan: Die Impfquote ist niedrig, die Corona-Beschränkungen streng und die Armut immer noch groß. „Ich fürchte, wir haben dort noch viel zu tun in den kommenden Jahren“, sagt Klaus Pavel, Mitglied im neuen Lenkungskreis der Küche der Barmherzigkeit.

Wie viele Menschen weiter mithelfen und anpacken wollen, das zeigte sich am Freitagabend beim Eröffnungsgottesdienst für die neue Saison im Münster. Die Feldköche von der DRK-Bereitschaft Schwäbischer Wald hatten für die Gottesdienstbesucher 200 Portionen Kartoffelsuppe gekocht - passend zum Start der Suppenküche. Großzügige Spenden brachten der Landkreis mit 10000 Euro, Stadt Gmünd und VGW mit 5000, die Kreissparkasse mit 2000 Euro.

Sehr engagiert zeigte sich die Gmünder Bergwacht, die sich zum Ziel gesetzt hatte, bei einer Fitness-Challenge ihrer Mitglieder die Strecke zwischen Gmünd und Yerewan rechnerisch zurückzulegen, rund 4000 Kilometer über die Sommerferien. Nicht nur zum Spaß und für die Fitness, sondern mit dem Ziel, Spenden für die Armenienhilfe zu sammeln. Laufen, Radfahren, Wandern oder Klettern, alles zählte. Insgesamt 28 Mitglieder der Bergwacht Schwäbisch Gmünd legten in den Sommerferien eine Strecke von zusammen 5185,5 Kilometer zurück. Die Kreissparkasse spendete 1000 Euro, insgesamt kamen rund 4150 Euro an Spenden zusammen - rund 80 Cent pro Kilometer. „Mit dem gesammelten Geld wollen wir das Projekt 'Hoffnungsvolle und gesunde Kindheit' der Küche der Barmherzigkeit unterstützen“, sagt Markus Becker, Mitorganisator der Fitness-Challenge.

Spenden, die die Küche der Barmherzigkeit gut gebrauchen kann: Rund 150000 Euro kostet eine Saison, die von Anfang November bis voraussichtlich Ende April geht, wie Klaus Pavel erklärte. Der ehemalige Ostalb-Landrat ist einer der Protagonisten der Zeitenwende in der Gmünder Armenienhilfe: Die Pfarrer Karl-Heinz Scheide und Alfons Wenger sind im Sommer nach fast 20 Jahren an der Spitze der Küche der Barmherzigkeit verabschiedet worden. Der neue Lenkungskreis soll deren Arbeit in den nächsten Jahren fortführen, neben Klaus Pavel sind dies Dekanin Ursula Richter, Dekan Robert Kloker, Bürgermeister Christian Baron, der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Scheffold und GT-Lokalchef Michael Länge.

Wie sehr die Armenienhilfe von Persönlichkeiten lebt, auch der Erinnerung an ihren Begründer Gerhard Maier, das zeigte sich auch an diesem Abend im Münster: Da war Andreas Zengerle da, der zusammen mit seiner Frau Marianne Erlöse aus einem Flohmarkt in St. Franziskus spendete - und Geld, das er statt Geschenken zu seinem 75. Geburtstag erbeten hatte. „Ich habe 1990 Gerhard Maier in Yerewan getroffen. Man konnte sich zu ihm durchfragen, der war da bekannter als in Gmünd“, erinnert sich Zengerle. Auch die Bergwachtler fühlen sich ihren früheren Mitglied nach wie vor verbunden: Maier war Mitglied der Gmünder Bergwacht und Landesleiter der Bergwacht Württemberg. Und Karl-Heinz Scheide war es wichtig, an das jahrelange Engagement von Oberbürgermeister Richard Arnold zu erinnern: „Er war in Armenien mit dabei, er hat gute Ideen eingebracht, und wenn Armenier zu Besuch in Gmünd waren, sind sie immer Im Rathaus empfangen worden.“

Dekanin Ursula Richter ordnete das Engagement für die Armenienhilfe aus christlicher Sicht ein: „Der Mensch hat nichts, was ihn Gott ähnlicher macht als die Güte." Und Robert Kloker fügte hinzu: "Teilen ist mit Segen verbunden."

  • Was die Armenienhilfe tut und was man tun kann
  • Essen: Bis zu 250 bedürftige Menschen in Yerevan und 267 Kinder und Jugendliche in sechs verschiedenen Gemeinden bekommen einmal am Tag mit Hilfe der Spender aus und um Gmünd warmes Essen.
  • Krieg: Das Projekt unterstützt außerdem Kinder, die vor allem durch den kriegerischen Konflikt zwischen Aserbaidschan und Armenien traumatisiert wurden und ihre Heimat verloren haben. Das Haus der Hoffnung bietet ihnen psychologische und pädagogische Hilfe und eine warme Mahlzeit am Tag.
  • Hilfe: Spenden für die „Küche der Barmherzigkeit“ können bei der Kreissparkasse Ostalb eingezahlt werden: BIC: OASPDE6A. IBAN: DE68 614 500 5004 4075 2987
Wichtige Anschubfinanzierung durch große Spenden von Ostalbkreis, Stadt Gmünd, VGW und Bergwacht.
Neues Team, neuer Rahmen: Zum ersten Mal wurde die Saison der Armenienhilfe mit einem Gottesdienst eröffnet.

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